30.4.16

Zur Walpurgisnacht - mit Geisterreitern und Preissturz wie im Wunschtraum! (KORRIGIERT: Doppelung im Reisebericht entfernt, Pilgerbloglink hinzugefügt)


Billigere Ebooks!


Sämtliche Ebooks des Marterpfahl Verlags, die bislang 5,- € oder mehr kosteten, werden ab 1. Mai auf 4,99 € herabgesetzt. Hier sind sie alle zu sehen


Neue Serie!


»Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.« (Schiller, Tell)
So ist es. Alles neu macht der Mai. Aus verschiedenen Gründen wurde es Zeit, etwas Neues zu wagen, eine großformatige Schwarze Serie, nicht ganz unähnlich Charons unlängst verblichenen Bösen Geschichten (wir berichteten). Band Nr. 1, sozusagen ein Testband, eine Art Generalprobe, eine »Nullnummer«, wie Journalisten sagen würden, aber durchaus verkäuflich, wird in der ersten Maihälfte erscheinen, mit diesem Titelbild: 

Neugierig geworden? Noch ein wenig abwarten ...


»Sklavenjagd« weiter erfolgreich als Ebook - auch ohne Amazon


Wir berichteten vor Wochen: Kaum war unsere Ebook-Ausgabe von »Sklavenjagd« so richtig erfolgreich (790 Stück in den ersten 3 Monaten bis ca. Anfang März), da wurde sie von Amazon.de abgesägt. Das Cover sei nicht keusch und sittsam genug. Also schnell Möpse und Muschi überretuschiert und das geänderte Cover via meinen Ebook-Produzenten an Amazon weitergereicht. Half alles nichts. Das Ebook bleibt auf Amazon verschwunden - während die Paperback-Ausgabe mit dem gleichen »unsittlichen« Cover von Amazon.de unverdrossen weiter verkauft wird.


Die aktuellen Zahlen meines Ebook-Produzenten verraten allerdings, daß die Verkäufe munter weitergehen: Aktuell 1155 verkaufte Stück (24.4.). Über welche Kanäle die Leselustigen einkaufen, kann ich momentan noch kaum sagen. Aber es ist schon schön, daß der Gigant Amazon eben doch nicht alles ist :-)

Rettet die sexistische Werbung!




Na, das will aber hoffen, daß unsere Werbung sexistisch ist, liebe (?) Emma! Wo kämen wir da sonst hin, wenn ein SM-Verlag keine sexistische Werbung mehr machen sollte oder dürfte? Wir kämen ins fade Wunschland der Grünen oder der Sozis, dieser beiden tristen Spaßverderber- und Verbotsparteien. In Berlin will ein SPD-Minister so ziemlich alles verbieten, vom Ponyreiten für Kinder übers Hundebesitzen ohne Hundehalter-Führerschein übers Vermieten von Ferienwohnungen (wir bericheten vor einigen Wochen) bis hin zu sexistischer Werbung, jetzt schon in einigen rotgrünen Berliner Bezirken, in Zukunft, wenn's nach Bundesjustizminister Maas geht, generell in Deutschland - wobei mancherorts noch der Islam als Rechtfertigung herangezogen wird! Das haben wir von unseren Kulturbereicherern: mehr Rückschrittlichkeit und Klerikalismus, ob christliche oder muslimische Fundis, ist dabei fast schon egal. Näheres dazu u. a. hier oder hier. Seine Internet-Schnüffeltruppe, die auf Facebook nach »Haßkommentaren« sucht, reicht dem miesepetrigen Maas wohl noch nicht, es muß auch noch den Plakatwerbung Treibenden der sexistische Spaß ausgetrieben werden.  - Sieht so aus, als kämen harte, prüde Zeiten, insbesondere für den Marterpfahl Verlag und seinesgleichen. Jugendschutz, Amazon und Apple, die keusche Ami-Truppe, jetzt auch noch der Maas - alle sind dagegen! *schnüff*


Wo's lustig und geil wird, hört für die Sozis und Grünen der Spaß auf ... (Wäre das Foto nicht ein perfektes Titelbild für »Shades of Grey«? Leider ist mir die Quelle unbekannt, ich fand's auf einer Feministen-Website, die sexistische Werbung kritisiert.)

Verkehrte Welt: Frauen regieren, Männer gehorchen:

So würde es aussehen, wenn man das Frauenwahlrecht zuließe, zumindest laut entgegengerichteten Propagandaplakaten aus der Zeit kurz nach 1900:



Die Hosen hat sie noch nicht an, aber der Mann ist schon auf die Knie und in die Schürze gezwungen.



Dieser hier darf schon gar nimmer zur Wahl gehen, oh je, oh je...


Den ganzen Artikel mit vielen netten Bildern findet man hier.


Der Pilgerstab als Wäscheleine


März 2009: Ich war auf der Rückreise von meiner ersten Galicientour. In Roncesvalles, der Pilgerstation kurz vor der französischen Grenze, war der Abend klar, und ich konnte mir wichtig vorkommen, als ich als Hotelgast - nicht in der bescheidenen Pilgerherberge - den Parkplatz für Geistliche benutzen durfte, mit Schranke ... Durch die Hotelgänge waberten gregorianische Gesänge aus der Konserve. Das Fernsehen brachte u. a. ein Pelotaspiel, kommentiert in baskischer Sprache.


Nachts schlug das Wetter um, und am anderen Morgen war alles mit einer dünnen Pappschneeschicht überzogen. Weiterfahrt. Rüber über den 1100 m hohen Paß in den französischen Ort Arneguy. Das Rathaus steht haarscharf neben dem Grenzbach und ist zweisprachig (französisch und baskisch) beschriftet - das wär früher undenkbar gewesen. (Genau wie der stärkere Umweltschutz bei den Franzosen, s. u.).

Es ist die letzte Gelegenheit, bevor ich den Pilgerweg verlasse, sagte ich mir und kaufte in einem Pilgerladen, was ich in Santiago verschmäht hatte: einen Pilgerstab mit integriertem Minikompaß in dem Knubbel am oberen Ende.

Der Stock war für mich nichts als ein Gag - bis ich ihn kürzlich zu dessen Geburtstag an meinen Freund S. v verschenkte, der sich aufmachte, gen Santiago zu pilgern, und zwar diesmal »die volle Packung«, die ganze Strecke zu Fuß - statt nur von Pamplona bis Santiago, wie damals, ca. 1988, als er sich geschworen hatte, 25 Jahre später die ganze Strecke zu Fuß zu gehen. 2015 sollte es soweit sein, aber S. wurde zum zweiten Mal Vater, also ging's erst 2016 los, am 3. April. Am Abend des ersten Tages übernachtete er in einer Pilgerraststätte in Frommenhausen (sic!), ich besuchte ihn noch mal und verfolgte seinen Weg in seinem Blog und mit Mails. Eine Achillessehnenentzündung ergriff ihn - und er ergriff ein Fahrrad, stellte meinen Pilgerstab in eine Ecke und ließ ihn zurück. Auf dem Bild hier diente er letztmalig zu etwas Vernünftigem, nämlich als Wäscheständer:


Sic transit gloria mundi - so vergeht der Ruhm der Welt

Südwestlich von St. Etienne ist S. jetzt (ca. 26.4.). Meine Erinnerungen gehen zurück an den glutheißen Sommer 2003, als ich mit einer Yamaha Virago, einem netten kleinen Chopperle, zu Besuch bei Bekannten im noch heißeren Sevilla war, 5000 km hin und zurück. Vorletzte Etappe; von Mont-de-Marsan im Pyrenäenvorland bis nach Lyon mindestens, so viel hatte ich mir vorgenommen. - Westlich von Clermont-Ferrand mußte ich auf die parallel zur Autobahn verlaufende Nationalstraße ausweichen, um (wieder einmal, wie so häufig als Kradist) zu tanken; doch als ich wieder auf die schon ganz nahe Autobahn einbiegen wollte, war der Weg dorthin durch eine Baustelle versperrt. Anstatt an der Baustelle vorbeizufahren zu versuchen, ließ ich mich durch die »Umleitung«-Schilder ewig weit durch die Gegend schicken ... Als ich endlich auf der Autobahn Richtung St. Etienne - Lyon war, war es schon viel zu spät, um an diesem Tag noch Lyon ostwärts zu passieren. Es wurde Nacht und fing auch noch an zu wetterleuchten. Das sind so die Momente, wo man sich fragt, was das alles überhaupt soll ...

Eiligst verließ ich die Autobahn, um Montbrison, das nächstbeste Städtchen, zu erreichen, bevor das Gewitter losbrach, das ausgerechnet da vor mir, wo ich hinfuhr, mit immer wilderem Blitzezucken den Himmel beleuchtete.
Geschafft! dachte ich einige Minuten später, als ich im erstbesten Hotel am Nordrand von Montbrison eingecheckt hatte. Doch das Gewitter verzog sich wieder, der Regen blieb aus.

Am nächsten Morgen eiliger Aufbruch, denn abends wollte ich in Tübingen sein. Rauf auf die Autobahn, Lyon, Genf, Zürich, von dort irrtümlich über Kreuzlingen weiter, statt den Wegweisern »Singen«-»Stuttgart« zu folgen. Dann wieder Spritmangel, und es kam und kam keine Tankstelle. Endlich doch eine - nahe der Ausfahrt Geisingen. Ah, die kenn ich doch - von meinen Motorrad-Fahrstunden ...
Fast so  wie Sir Phileas Fogg beim Wiederbetreten seines Londoner Clubs, so betrat ich kurz nach 19 Uhr den Raum im Tübinger Studenten-Clubhaus zum allwöchentlichen Stepkurs. - Danach zur Bar El Chico an der Neckarbrücke. Meinem Freund D. hatte ich von Spanien aus auf Anrufbeantworter gesprochen und mich etwas vage mit ihm verabredet, so ähnlich wie der brave Soldat Schwejk: »Nach dem Krieg um sechs!« Doch es klappte, auf einmal stand D. neben mir.

Daß ich's nach mehreren Drinks noch mit dem Mopped heil nach Hause schaffte, ist ein kleines Wunder. Auf der Einfahrt stand mein Daihatsu Cuore; der Rückweg war ihm durch eine Bromberranke versperrt, die vor der Reise noch nicht dagewesen war, ebenso wie die Winden, die sich durch die vorderen Felgenlöcher wanden ...


S.' Blog.


Die Walpurgisnacht naht ...


... gewittrig schaut's schon aus, wer weiß, ob die Hexen kommen - oder die Wilde Jagd oder die Geisterreiter? Hier die Night Riders in einer, wie ich finde, schönen Aufnahme:


Nachtgeister zieh'n vorbei!

Ich wünsche uns allen einen schönen Wonnemonat!

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