16.7.16

N. N. - »Geld her!« - prüde Bayern u. a.

Folgt noch ... (N. N.)




... die Hauptnachricht für Juli; inzwischen können sich die werten Leser an den »Beilagen« gütlich tun:

»Geld her!« sprach der Staat und ruinierte die Verlage

Manchmal kann ein Zaudern die Rettung sein, dafür ist nicht nur der antike Feldherr Cunctator (»Zauderer«) ein Beispiel, das gilt auch jetzt noch. »Du solltest da auch Mitglied werden!« ermunterte mich um 2004 eine Bekannte, die nebenberuflich zwei, drei Sachbücher verlegt hatte; die verkaufte Auflage betrug vielleicht einige hundert Stück. Wo? In der VG Wort, der »Verwertungsgemeinschaft Wort«, die vor allem Sach- und Fachbuchverlage und -autoren, etwa Doktoranden, dafür entschädigt, daß ihre Werke in Bibliotheken gratis zur Ausleihe und auch zum Fotokopieren bereitstehen, statt daß jeder Leser ein Exemplar kaufen muß. In Druckereien hingen Plakate, die Dissertanden auf die VG Wort aufmerksam machten, und sogar mit Bloggen konnte man zuletzt Geld verdienen, indem man nämlich komplizierte Zählmarken in den HTML-Code des Blogs einflocht. Ich schob die Sache mit der VG-Wort-Mitgliedschaft vor mir her, aber es war nicht nur Bequemlichkeit, sondern auch die Erkenntnis, daß ich nicht, wie meine Bekannte, mit mehreren hundert Euro rechnen konnte, erst recht nicht mit einem Zehntel des Verlagsumsatzes, wie es heute im Tagblatt hieß; ich kaufte mir ausnahmsweise die papierene Ausgabe. Was ein Verlag und dessen Autoren nämlich bekamen, richtete sich nach der Ausleihehäufigkeit der Werke des Verlags in öffentlichen Bibliotheken. Und welcher MARTERPFAHL-Titel steht schon in einer öffentlichen Bibliothek? Meines Wissens keiner, noch nicht mal solche Sachbuch-Bestseller wie »Sex für Fortgeschrittene« oder solche Klassiker wie »Dornröschen« oder »9 1/2 Wochen«. Als ich mich vor einigen Monaten doch mal zur Anmeldung aufraffen wollte, ließ mich das neue Gerichtsurteil. wonach nur Autoren in Zukunft noch was bekommen sollen, Verlage aber nicht, erneut zögern; und jetzt kann man sich's wohl gleich schenken (außer man publiziert im Selbstverlag und steht in x Bibliotheken oder hat einen hunderttausendfach gelesenen Blog). Hier u. a. Berichte über das ältere VG-Wort-Urteil und die Zählmarken. Und jetzt müssen die Verlage zum krönenden Abschluß tausende oder sogar zehntausende von Euro (rückwirkend) an die Autoren zurückzahlen, und so mancher Verlag dürfte dabei ins Schlingern geraten ...

Prüde Paiern, heiße Höschen in Horb, Abkühlung auf dem SM-Dampfer: das Kulturprogramm! :-)

Ende der 90er Jahre war ich auch mal dabei, und jetzt ist das SM-und-Fetisch-Schiff auf dem Bodensee dem SPIEGEL sogar eine Fotostrecke wert. - Im Café Fellatio in Genf soll man(n) zusätzlich zu Zeitung und aufgeschäumter Milch in Zukunft auch noch einen geblasen bekommen. - Heißt es bald »R. I. P. Beate Schmuse«? Der papierene Katalog wurde schon eingestellt (wie bei Neckermann und Quelle), und wenn man das hier liest, dann sieht es nicht sonderlich gut aus ... - Keine heißen Höschen im herben Horb? Über die Kleidersitten in meinem Demnächst-vielleicht-Wohnstädtchen informiert hier die WELT. - Über die geilen Gefühle, die Frauen beim Schlachten von Karnickeln haben, hier Näheres. - »Prüde Paiern!« kann man nur sagen, wenn man sich das Genöle über die sexy Bikini-Reklame am Marienplatz vor Augen führt, die doch eigentlich ganz harmlos ist. Tübingens OB Palmer findet gar, die (vor kurzem abgehängte) Tübinger Rathaus-Renovierungsverhüllung mit einem Windenergie-Poster sei attraktiver als die Münchner Bikinimieze, hat aber wenigstens bei den Asylanten der Shedhalle einen realistischen Blick. - Ohne jede Ironie, Satire oder Kritik berichtet die WAZ hier über den Großimport orientalisch-muslimischer Sozialhilfebezieher auf Steuerzahlers Kosten; die porträtierte Großfamilie lebt pikanterweise in derselben Straße, in der eine deutsche Bekannte von mir nicht ohne Mühe freiberuflich über die Runden kommt. Vor Jahren berichtete die FAS mal darüber, daß eine deutsche Familie in ähnlicher Situation weit weniger wohlwollend behandelt wurde: Das 500-Euro-Geschenk des Bundespräsidenten wurde von einer Jugendamts-Tussi überreicht, die an allem rumnörgelte und teure Änderungen verlangte, widrigenfalls die Kinder eventuell den Eltern entzogen würden. (Link find ich leider nimmer.) - Über das Problem der millionenfachen Armutsmigration berichtet hier Dirk Schümer. - Wie schwierig der Brexit werden könnte, sieht man am Gröxit: 1982 taten sich die EG-Fischer sehr schwer mit dem Verzicht auf die Fischgründe der austrittswilligen Grönländer, siehe hier. - Eine Empfehlung: Der Schriftsteller Herbert Rosendörfer. - »Bilden Sie einen Satz mit Bochum, Köln und Saxophon!« - ??? - »Ein Hund bochum die Ecke und fing an zu pinKÖLN; da sah man seinen Sack so von der Seite.« Dutzende solcher kultureller Perlen finden sich hier in einem Video mit Jürgen von der kessen Lippe, der aus einem Robert-Gernhardt-Band liest. - Zu guter Letzt hier ein aufrüttelnder Beitrag über die grausamen Arbeitsbedingungen von Filmdoubles. Viel Vergnügen! :-)

11.6.16

Neuerscheinung: Küssen kostet extra. - Ansonsten: Wieder mal sexistische Werbung, nackte Gartenarbeit und wirbelnder
Weihrauch ...

Neuerscheinung: Küssen kostet extra. Neue Wiener Schlampengeschichten. Von Lorelay. Kartoniert, DIN-A 5, 290 Seiten, 18,- €. (Vorerst nur direkt beim Verlag bestellbar.)


Kommst du mich besuchen? Oder soll ich dich besuchen?


































Textauszug:

»Wer ist der Hauptgewinn?«
»Du!«
»Also ich arbeite ja jetzt für eine Agentur. Und die brauchen ein Mädel für einen Striptease!«

Mädel?? Strip. Tease? Spinnst??? »Hey, Madame, ich hab 15 Kilo Übergewicht und bin musikalisch wie ein Pinguin! Was stellst du dir vor, bitte?« – »Du kannst sogar tanzen wie ein Pinguin«, meint sie, »solange du dich dabei ausziehst!«

Ach so? Wieso? Sie erklärt mir die Lage: Eine Berufsfeuerwehr feiert ihr dreijähriges Bestehen, und zur Feier des Tages gibt es eben Strip und … »Und … was?« – »Najaaaa, die Jungs sammeln Geld, und nach dem Strip werden zwei Namen aus dem Hut gezogen, die dann … mit dir …« Hmmm … Ich ziere mich noch ein bisserl, bevor ich endlich zusage. Bis Bärbel auflegt, habe ich allerdings schon die Garderobe für diesen Abend auf einem Haufen zusammengetragen: String, French Knickers, Strümpfe, High Heels, Bluse, BH, kurzer Rock – und einen kleinen runden Hut à la Joe Cocker …

Drei Stunden später, auf dem weiten Weg: Es ist dämmrig, in der Luft hängt der schwere Duft von Akazien, die kleinen Tiere sind schon schlafen gegangen, die ganz kleinen kleben an meiner Windschutzscheibe, und dann sehe ich es auf der linken Seite. Ein nagelneuer Schuppen. »Berufsfeuerwehr Hinterkreuzberg« steht in großen Lettern auf dem Giebel. Rund ums Tor kringeln sich Girlanden in allen Farben. Alles vorbereitet fürs Fest – das im übrigen morgen stattfindet, ohne mich. Ich bin nur die Vorgruppe, sozusagen. Also kein Grillhuhn, keinen Erdäpfelsalat, keine Krüge mit Bier – nur 15 frisch geduschte Männer zwischen 20 und 45 in schicken Uniformen und mit einem leichten Schwips.  

Zur Begrüßung bekomme ich ein Glaserl Sekt in die Hand gedrückt. Prima – denn jetzt werde ich doch nervös! Der Rudelführer heißt Heinz. Groß, stark, bärtig. Gut trainiert. Die anderen sind in allen Farben sortiert. Nett anzusehen! Ob blond, ob braun, ob Henna, ich liebe alle Männer! Die sind wirklich sehr lieb. Sie nehmen mich gleich in die Mitte und geben mir das Gefühl, dazuzugehören, auf eine unaufdringliche Gentleman-Art, die man hier gar nicht erwartet hätte. Noch ein Glas Sekt. Mir wird wohlig warm im Bauch.

Da hinten steht der Hut, aus dem dann die beiden gezogen werden, die mit mir … Hoffentlich erwischt es den süßen Burli da – oder den Glutäugigen da hinten …! Also wenn ich die Dorfschlampe wäre, wüsste ich schon, wo ich anfinge … 

Einer zieht hier immer das große Los: der Leser. Mit den Erlebnissen Supermizzis und ihrer Kolleginnen vom Wiener horizontalen Gewerbe wird es ihm nie langweilig ... 

[... und wer weiß, ob so was heute noch möglich wäre - daß die Berufsfeuerwehrmänner eine Stripperin und Nutte zu ihrem Berufsjubiläum kommen lassen. Irgendeine Berufsemanze meckert immer - siehe unten zur »sexistischen Werbung«.]

Die Frau, die Elizabeth McNeill war

Es war wohl 2001 oder 2002. Ich hatte die Idee, für alle MARTERPFAHL-Autoren eine Sommer-Grillparty im (jetzt auch nimmer existierenden) Fetomaniac auf der Alb zu veranstalten. Vielleicht würde ja eine Tradition draus werden. Pro forma schickte ich auch eine Einladung an Elizabeth McNeill, die Autorin von 9 1/2 Wochen, und zwar - in Ermangelung ihrer Email-Adresse - an ihren amerikanischen Verlag. Von dem bekam ich dann die Antwort, man wisse nicht, wo E. McNeill stecke, es stehe mir aber frei, nach ihr zu suchen.
Ich dachte mir: Wissen die tatsächlich nicht, wo sie steckt, oder treiben die nur auf Wunsch der Autorin ein Versteckspiel?
Erst jetzt erfuhr ich, daß E. McNeills wahre Identität längst bekannt ist: Sie hieß eigentlich Ingeborg Day und noch eigentlicher Ingeborg Seiler, stammte aus Graz, war Jahrgang 1940, ging 1957 in die USA und wurde Schriftstellerin. »9 1/2 Wochen« schrieb sie, eine tatsächlich persönlich erlebte Affäre im Gedächtnis, unter Pseudonym, antwortete aber auf einer Familienfeier von Bekannten auf deren neugierige Frage, woran sie gerade arbeite, wahrheitsgemäß »an einem erotischen Roman« - und erntete Gelächter. Niemand nahm es ernst. (Das war früher auch meine Erfahrung: Auf solche Fragen kann man ruhig wahrheitsgemäß die dollsten Dinge behaupten; jeder wird die Antwort als Scherz auffassen - es sei denn, man ist schon als SMer bekannt ...) 
2011 beging sie in Ashland, Oregon, Selbstmord, nach langer Krankheit. Vier Tage später starb ihr Mann und Witwer.
Schade, daß sie nicht zur Gartenparty kam. Ich hätte sie gern kennengelernt. 
Näheres über sie hierhier und hier.  

Und nun zu etwas ganz anderem: Dänemark bläst die Energiewende ab. Dabei hatten die's doch so mit dem Wind - aber jetzt doch die Nase voll davon, vor allem von den explodierenden Strompreisen, siehe hier. Ordentlich Nachwuchs produzieren sie aber schon: Poppen für Dänemark



Stellt man sich so eine mecklenburgische Beamtin vor? Wohl nicht - aber für eine Broschüre, die dem örtlichen Handel mit dem Iran aufhelfen soll, posierten die meisten dort abgebildeten deutschen Frauen so bekopftucht. Hurra, wir kapitulieren! [Nachtrag: Inzwischen hat die Behörde die peinlichen Bilder vom Netz genommen, immerhin.] - Über das Rumgeschmuse deutscher Stellen mit iranischen Funktionären  hier und hier. Immer vorne mit dabei: Ex-Bundeskanzler Schröder, der weder mit den Mullahs noch mit Putin größere Berührungsängste zu haben pflegt, Hauptsache, es springt ein Geschäft dabei raus. - Die BILD hat inzwischen übrigens ausgegraben, daß Mutti Merkel persönlich zweimal als eine Mutti der orientalischen Einwanderer agierte: Anfang September 2015, als sie die Schleusen öffnete, und etwa zehn, vierzehn Tage später, als Innenminister de Maizière die Grenzkontrollen an der österreichischen Grenze wiedereinführte und Angie die Grenzschließung persönlich stoppte; er hatte ausdrücklich vorgesehen, auch Leute mit Asylanträgen abzuweisen - Angie strich diesen Passus wieder, und wir wurden von einer Millionenmasse überschwemmt. Und dann erklärte Angie auch noch, man könne Grenzen nicht abriegeln, und x Journalisten, z. B. vom STERN, beteten es nach. Ist das Dummheit oder Chuzpe? Näheres siehe hier. - Arbeitsalltag in Putins Trollfabrik: So arbeiten wohlbezahlte Journalisten für Putin und an der Destabilisierung des Westens, siehe hier. - Gerade habe ich den Rasen gemäht, angetan mit einem Bademantel und nichts drunter, und dabei geschwitzt wie ein Schwein. Vielleicht sollte ich es einmal nackt probieren, wie beim von Nudisten propagierten »World Naked Gardening Day«? Näheres siehe hier. - Der Hugendubel in München wird umgebaut und stark verkleinert, wir sprachen neulich darüber. Um die häßliche Baustelle zu verbergen, wurde davor ein 114 m2 großes Plakat mit einer hübschen Bikini-Mode-Reklame aufgestellt. Und was machen die Leut? Regen sich über sexistische Werbung auf, siehe hier.  - 1 Million! Leser hat meine Verlags-Website www.marterpfahlverlag.com nun seit dem 12.8.1999 gehabt (6 Tage lang unter einer vorläufigen Adresse und seit dem 18.8.'99 dann unter der bis heute gültigen). Wahrscheinlich wurde die Million schon am 4.6. erreicht, aber ich hab's erst jetzt bemerkt. Darauf einen Toast! -   


Zu guter Letzt zum unterhaltsamen Teil des Abends, zum Filmabend: »Jenifer« liefert hier eine schöne Neuinterpretation des alten Grand-Prix-Siegerschlagers »Poupée de cire«. - Als ich 2005 im Rheinland unterwegs war, hieß es in den Deutschlandfunk-Verkehrsmeldungen, die Autobahn A wasweißich bei Mönchengladbach sei nur noch einseitig befahrbar, die andere Fahrbahn sei bereits vom sich ausbreitenden Tagebau Garzweiler II verschlungen worden. Und so sieht es aus, wenn so ein Monster von Braunkohlebagger, hoch wie ein 20stöckiges Haus und 5000 Tonnen schwer, auf dem Weg zu einem neuen Einsatzort eine Autobahn einfach nur überquert. Die Geräusche sind etwa so, wie ich's mir bei einer über den Asphalt schlitternden Titanic oder »das Boot« vorstelle. - Den guten alten Kommissar Van der Valk aus Amsterdam, rauchend und saufend, gibt es hier komplett auf deutsch zu sehen - wer weiß, wie lange noch. Schnell ansehen :-) Und hier sieht man, wie das Botafumeiro, das wild pendelnde Weihrauchfaß, im Dom zu Santiago de Compostela die müffelnde Pilgerschar einnebelt - das sollte man sich eigentlich persönlich anschauen ... 

13.5.16

Nur kurze Zeit: Der Trailer zur VINDICTA-App
( + Nachtrag für Eilige)
und noch viel, viel mehr aus Film, Medien, Politik (= Nachtrag II)

Für mich mit meiner halblangsamen Internetverbindung ist das nichts: 150 MB im .mov-Format - von dem ich noch nicht mal weiß, ob ich's auch öffnen und lesen kann. Aber er soll gut sein, der Trailer für die VINDICTA-App, also wer mag, bitte hier hineinschauen:

VINDICTA-App. Viel Spaß! :-)

NACHTRAG für Eilige:Siehe hier.  

Sadistischer, masochistischer und sonstiger Filmspaß

Sadistischen Spaß kann man haben bei diesem Video mit Leghorn. (Andersrum geht's dann hier.) - Deutschlands wilden Osten anno '92 zeigte einst der Film Go, Trabi, go! II - Folge eins wurde leider von Youtube gelöscht. - Endlich hat mal jemand das Superhirn auf Youtube hochgeladen. Genießen, bevor es wieder verschwindet! - Noch ein Bravourstückchen von Bauchtänzerin »Sadie« findet man hier. - Ein Bravourstückchen anderer Art, eine reizende Verknüpfung von Zauberkunst und Striptease, ist Ursula Martinez' Hanky Panky-Nummer, die jetzt endlich wieder auf Youtube zu sehen ist, wenn auch nur mit (leicht erbringlichem) Altersnachweis. 

Die Eisenarsch-Wettbewerbe sind eine typisch amerikanische Idee: Man muß nachweisen, daß man mit dem Motorrad 1000 Meilen, ca. 1600 km, in 24 Stunden zurückzulegen in der Lage ist. Als Beweis dienen Tankquittungen von fernen Tankstellen. Eine deutsche Sonderform dieser Wettbewerbe ist der Bewerb »Sämtliche Bundesländer in 24 Stunden«. Manche bemühen sich auch, mit dem Auto in 24 Stunden möglichst viele europäische Staaten zu berühren: Deutschland, Tschechien, Österreich, Slowenien, Liechtenstein, Schweiz ... Unter einem Dutzend Länder braucht man gar nicht anzufangen. Eine besonders nette Unterform für Motorradfahrer ist der »Belgian Beer Ride«; da muß man beweisen (durch gekaufte Flaschen und Kassenzettel), daß man innerhalb von 24 Stunden in x »Fabrikverkäufen« belgischer Kloster- und anderer Brauereien war. Die Kilometerzahl ist hier gering - problematisch wird's mit den Öffnungszeiten dieser Lokalitäten. Näheres hier

Ein Autor schrieb auf der Achse des Guten: »Passend zu Vera Lengsfelds Beitrag heute über die unheimliche Zensorentruppe des Heiko Maas habe ich ein Zitat des liberalen Schriftstellers [und deutschfreundlichen amerikanischen Journalisten] Henry Louis Mencken gefunden: ›Das Problem für denjenigen, der sich für die Freiheit einsetzt, ist stets, dass er sich die meiste Zeit damit beschäftigen muss, Schurken zu verteidigen - einfach deshalb, weil Verbote sich immer erst gegen Schurken richten und weil man Unterdrückung am Anfang stoppen muß, wenn man sie überhaupt stoppen will.‹ Original: ›The trouble with fighting for human freedom is that one spends most of one's time defending scoundrels. For it is against scoundrels that oppressive laws are first aimed, and oppression must be stopped at the beginning if it is to be stopped at all.‹« Gefunden vor Tagen - und leider ist dieser Beitrag nicht speziell verlinkbar - auf der Achse des Guten.

Die Meinungs- und Kunstfreiheit hat's nach wie vor schwer. Mal hängt man in einer Ausstellung in Köpenick Aktbilder ab, weil sich Muslime gestört fühlen könnten (siehe hier), dann breitet sich, von linksgrün regierten Berliner Innenstadtbezirken ausgehend, der Kampf gegen die Freiheit, d. h. in diesem Falle gegen sog. sexistische Werbung, wie eine Plage über das Land aus. Schon hat sie das Ruhrgebiet erreicht. - Niedergang der Printmedien, Folge xxx: Das riesige Hugendubel-Stammhaus in München, bislang ein Büchertempel über mehrere Etagen, schließt in seiner bisherigen Form und verkleinert sich ganz kräftig, siehe hier. - 90 Jahre alt wird in diesen Tagen der Playboy-Gründer Hugh Hefner, und seine Postille verzichtet seit einigen Jahren auf Möpse und Muschis - auch eine Form des Niedergangs (wir berichteten - und siehe auch hier). - Was ist denn eigentlich Rußlands offizielles und inoffizielles Verhältnis zur Pornographie? Ich frage nur, weil ich mal wieder erstaunt vermelden kann, daß in den letzten 30 Tagen mehr Russen als Deutsche diesen Blog besuchten, und auch die Ukrainer waren mitunter stärker vertreten als Amis oder Holländer. - Der erste Fall des Kuschens vor Mullahs und Muftis war wohl 1987 Rudis Tagesshow mit der berühmten Szene, wo Ayatollah Chomeini mit Damenschlüpfern beworfen wird. Radio Bremen hält die Szene eisern unter Verschluß, und auch sonst hat sie keiner auf Youtube hochgeladen. Eine ungefähre Ahnung erhält man, wenn man in diesem Link dem weiterführenden holländischen Link folgt. - Google darf Bücher ins Netz stellen, auch solche, die noch keineswegs gemeinfrei sind, das befand jetzt ein Gericht in den USA, wie üblich ohne sich doll zu fragen, was für Konsequenzen das Urteil für den Rest der Welt haben wird. - Geld für Verlage gibt's von der VG Wort laut einem neuen Urteil des Bundesverfassungsgerichts auch nicht mehr. Na, dann brauche ich mir ja keine Gedanken mehr zu machen, daß ich das jahrelang aufgeschoben und vertrödelt habe - aber auch nach der alten Regelung hätte ich wohl nur wenig bekommen; Doktoranden und Sachbuchautoren, deren Werke viel eher als die des MARTERPFAHL VERLAGS in Bibliotheken herumstehen, haben da viel eher Chancen auf ein paar hundert Euro. - Die anschwellende Bewegung der GEZ-Gegner beschreibt dieser Artikel, und ich fühle mich angesprochen (wie vor Jahren schon hier: Abschied vom Fernsehen) von dieser »typischen Entfremdungsgeschichte«: Das Fernsehen ist einem über die Jahre immer gleichgültiger geworden. - Daß Katar Frankreich und die katalanische Unabhängigkeitsbewegung finanziert, das war ja hier schon mal Thema im Blog. Daß aber Arabien ganz stark Hollywood finanziert und »George Clooney deshalb den Arabern den Arsch küßt«, das bringt dieser Artikel drastisch auf den Punkt.

Facebook zu Fuß besuchen

Wer das versucht, kann so manches erzählen. Vera Lengsfeld über eine digitale Großmacht, die sich in der realen Welt abschottet und kaum greifbar ist (ähnlich wie Amazon.de für Verlage) - besonders gegenüber Nichtprominenten; da hatte Frau Lengsfeld wohl noch Glück. Näheres hier.

Wenn Angela Merkel überkocht ...

... und niemand ihr in den Arm fallen kann oder will, dann fühlt man sich an das Märchen vom überkochenden süßen Brei erinnert - man kann nie wissen, wann Muttis Wahn wieder ausbricht. Ein guter Artikel darüber hier. - 

Das gelobte Land erreicht hat jetzt mein pilgernder Freund S.. »Es stehen drei Berge in welschem Land, die sind uns Pilgrim wohlbekannt. Der erste heißt Runzevale - da werden den Pilgrim die Backen schmale.« Roncesvalles und die Pyrenäen hat er jetzt hinter sich gelassen und auch schon Pamplona. Hier sein Reisetagebuch. 


Wer seine Steuererklärung verspätet einreicht, soll in Zukunft pro Monat 25 Euro Buße zahlen, so sieht es ein neues Gesetz vor. Wie heißt das Gesetz? Steuermodernisierungsgesetz. Tja, schon beim GEZ-»Gebührenservice« fiel es auf: Wir müssen uns nicht nur ausplündern, sondern auch noch verhöhnen lassen. - Damit Schluß für heute! ;-)

30.4.16

Zur Walpurgisnacht - mit Geisterreitern und Preissturz wie im Wunschtraum! (KORRIGIERT: Doppelung im Reisebericht entfernt, Pilgerbloglink hinzugefügt)


Billigere Ebooks!


Sämtliche Ebooks des Marterpfahl Verlags, die bislang 5,- € oder mehr kosteten, werden ab 1. Mai auf 4,99 € herabgesetzt. Hier sind sie alle zu sehen


Neue Serie!


»Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.« (Schiller, Tell)
So ist es. Alles neu macht der Mai. Aus verschiedenen Gründen wurde es Zeit, etwas Neues zu wagen, eine großformatige Schwarze Serie, nicht ganz unähnlich Charons unlängst verblichenen Bösen Geschichten (wir berichteten). Band Nr. 1, sozusagen ein Testband, eine Art Generalprobe, eine »Nullnummer«, wie Journalisten sagen würden, aber durchaus verkäuflich, wird in der ersten Maihälfte erscheinen, mit diesem Titelbild: 

Neugierig geworden? Noch ein wenig abwarten ...


»Sklavenjagd« weiter erfolgreich als Ebook - auch ohne Amazon


Wir berichteten vor Wochen: Kaum war unsere Ebook-Ausgabe von »Sklavenjagd« so richtig erfolgreich (790 Stück in den ersten 3 Monaten bis ca. Anfang März), da wurde sie von Amazon.de abgesägt. Das Cover sei nicht keusch und sittsam genug. Also schnell Möpse und Muschi überretuschiert und das geänderte Cover via meinen Ebook-Produzenten an Amazon weitergereicht. Half alles nichts. Das Ebook bleibt auf Amazon verschwunden - während die Paperback-Ausgabe mit dem gleichen »unsittlichen« Cover von Amazon.de unverdrossen weiter verkauft wird.

Die aktuellen Zahlen meines Ebook-Produzenten verraten allerdings, daß die Verkäufe munter weitergehen: Aktuell 1155 verkaufte Stück (24.4.). Über welche Kanäle die Leselustigen einkaufen, kann ich momentan noch kaum sagen. Aber es ist schon schön, daß der Gigant Amazon eben doch nicht alles ist :-)

Rettet die sexistische Werbung!




Na, das will aber hoffen, daß unsere Werbung sexistisch ist, liebe (?) Emma! Wo kämen wir da sonst hin, wenn ein SM-Verlag keine sexistische Werbung mehr machen sollte oder dürfte? Wir kämen ins fade Wunschland der Grünen oder der Sozis, dieser beiden tristen Spaßverderber- und Verbotsparteien. In Berlin will ein SPD-Minister so ziemlich alles verbieten, vom Ponyreiten für Kinder übers Hundebesitzen ohne Hundehalter-Führerschein übers Vermieten von Ferienwohnungen (wir bericheten vor einigen Wochen) bis hin zu sexistischer Werbung, jetzt schon in einigen rotgrünen Berliner Bezirken, in Zukunft, wenn's nach Bundesjustizminister Maas geht, generell in Deutschland - wobei mancherorts noch der Islam als Rechtfertigung herangezogen wird! Das haben wir von unseren Kulturbereicherern: mehr Rückschrittlichkeit und Klerikalismus, ob christliche oder muslimische Fundis, ist dabei fast schon egal. Näheres dazu u. a. hier oder hier. Seine Internet-Schnüffeltruppe, die auf Facebook nach »Haßkommentaren« sucht, reicht dem miesepetrigen Maas wohl noch nicht, es muß auch noch den Plakatwerbung Treibenden der sexistische Spaß ausgetrieben werden.  - Sieht so aus, als kämen harte, prüde Zeiten, insbesondere für den Marterpfahl Verlag und seinesgleichen. Jugendschutz, Amazon und Apple, die keusche Ami-Truppe, jetzt auch noch der Maas - alle sind dagegen! *schnüff*


Wo's lustig und geil wird, hört für die Sozis und Grünen der Spaß auf ... (Wäre das Foto nicht ein perfektes Titelbild für »Shades of Grey«? Leider ist mir die Quelle unbekannt, ich fand's auf einer Feministen-Website, die sexistische Werbung kritisiert.)

Verkehrte Welt: Frauen regieren, Männer gehorchen:

So würde es aussehen, wenn man das Frauenwahlrecht zuließe, zumindest laut entgegengerichteten Propagandaplakaten aus der Zeit kurz nach 1900:



Die Hosen hat sie noch nicht an, aber der Mann ist schon auf die Knie und in die Schürze gezwungen.



Dieser hier darf schon gar nimmer zur Wahl gehen, oh je, oh je...

Den ganzen Artikel mit vielen netten Bildern findet man hier.


Der Pilgerstab als Wäscheleine


März 2009: Ich war auf der Rückreise von meiner ersten Galicientour. In Roncesvalles, der Pilgerstation kurz vor der französischen Grenze, war der Abend klar, und ich konnte mir wichtig vorkommen, als ich als Hotelgast - nicht in der bescheidenen Pilgerherberge - den Parkplatz für Geistliche benutzen durfte, mit Schranke ... Durch die Hotelgänge waberten gregorianische Gesänge aus der Konserve. Das Fernsehen brachte u. a. ein Pelotaspiel, kommentiert in baskischer Sprache.

Nachts schlug das Wetter um, und am anderen Morgen war alles mit einer dünnen Pappschneeschicht überzogen. Weiterfahrt. Rüber über den 1100 m hohen Paß in den französischen Ort Arneguy. Das Rathaus steht haarscharf neben dem Grenzbach und ist zweisprachig (französisch und baskisch) beschriftet - das wär früher undenkbar gewesen. (Genau wie der stärkere Umweltschutz bei den Franzosen, s. u.).

Es ist die letzte Gelegenheit, bevor ich den Pilgerweg verlasse, sagte ich mir und kaufte in einem Pilgerladen, was ich in Santiago verschmäht hatte: einen Pilgerstab mit integriertem Minikompaß in dem Knubbel am oberen Ende.

Der Stock war für mich nichts als ein Gag - bis ich ihn kürzlich zu dessen Geburtstag an meinen Freund S. v verschenkte, der sich aufmachte, gen Santiago zu pilgern, und zwar diesmal »die volle Packung«, die ganze Strecke zu Fuß - statt nur von Pamplona bis Santiago, wie damals, ca. 1988, als er sich geschworen hatte, 25 Jahre später die ganze Strecke zu Fuß zu gehen. 2015 sollte es soweit sein, aber S. wurde zum zweiten Mal Vater, also ging's erst 2016 los, am 3. April. Am Abend des ersten Tages übernachtete er in einer Pilgerraststätte in Frommenhausen (sic!), ich besuchte ihn noch mal und verfolgte seinen Weg in seinem Blog und mit Mails. Eine Achillessehnenentzündung ergriff ihn - und er ergriff ein Fahrrad, stellte meinen Pilgerstab in eine Ecke und ließ ihn zurück. Auf dem Bild hier diente er letztmalig zu etwas Vernünftigem, nämlich als Wäscheständer:


Sic transit gloria mundi - so vergeht der Ruhm der Welt

Südwestlich von St. Etienne ist S. jetzt (ca. 26.4.). Meine Erinnerungen gehen zurück an den glutheißen Sommer 2003, als ich mit einer Yamaha Virago, einem netten kleinen Chopperle, zu Besuch bei Bekannten im noch heißeren Sevilla war, 5000 km hin und zurück. Vorletzte Etappe; von Mont-de-Marsan im Pyrenäenvorland bis nach Lyon mindestens, so viel hatte ich mir vorgenommen. - Westlich von Clermont-Ferrand mußte ich auf die parallel zur Autobahn verlaufende Nationalstraße ausweichen, um (wieder einmal, wie so häufig als Kradist) zu tanken; doch als ich wieder auf die schon ganz nahe Autobahn einbiegen wollte, war der Weg dorthin durch eine Baustelle versperrt. Anstatt an der Baustelle vorbeizufahren zu versuchen, ließ ich mich durch die »Umleitung«-Schilder ewig weit durch die Gegend schicken ... Als ich endlich auf der Autobahn Richtung St. Etienne - Lyon war, war es schon viel zu spät, um an diesem Tag noch Lyon ostwärts zu passieren. Es wurde Nacht und fing auch noch an zu wetterleuchten. Das sind so die Momente, wo man sich fragt, was das alles überhaupt soll ... 
Eiligst verließ ich die Autobahn, um Montbrison, das nächstbeste Städtchen, zu erreichen, bevor das Gewitter losbrach, das ausgerechnet da vor mir, wo ich hinfuhr, mit immer wilderem Blitzezucken den Himmel beleuchtete.
Geschafft! dachte ich einige Minuten später, als ich im erstbesten Hotel am Nordrand von Montbrison eingecheckt hatte. Doch das Gewitter verzog sich wieder, der Regen blieb aus.

Am nächsten Morgen eiliger Aufbruch, denn abends wollte ich in Tübingen sein. Rauf auf die Autobahn, Lyon, Genf, Zürich, von dort irrtümlich über Kreuzlingen weiter, statt den Wegweisern »Singen«-»Stuttgart« zu folgen. Dann wieder Spritmangel, und es kam und kam keine Tankstelle. Endlich doch eine - nahe der Ausfahrt Geisingen. Ah, die kenn ich doch - von meinen Motorrad-Fahrstunden ...
Fast so  wie Sir Phileas Fogg beim Wiederbetreten seines Londoner Clubs, so betrat ich kurz nach 19 Uhr den Raum im Tübinger Studenten-Clubhaus zum allwöchentlichen Stepkurs. - Danach zur Bar El Chico an der Neckarbrücke. Meinem Freund D. hatte ich von Spanien aus auf Anrufbeantworter gesprochen und mich etwas vage mit ihm verabredet, so ähnlich wie der brave Soldat Schwejk: »Nach dem Krieg um sechs!« Doch es klappte, auf einmal stand D. neben mir.

Daß ich's nach mehreren Drinks noch mit dem Mopped heil nach Hause schaffte, ist ein kleines Wunder. Auf der Einfahrt stand mein Daihatsu Cuore; der Rückweg war ihm durch eine Bromberranke versperrt, die vor der Reise noch nicht dagewesen war, ebenso wie die Winden, die sich durch die vorderen Felgenlöcher wanden ...


S.' Blog.


Die Walpurgisnacht naht ...


... gewittrig schaut's schon aus, wer weiß, ob die Hexen kommen - oder die Wilde Jagd oder die Geisterreiter? Hier die Night Riders in einer, wie ich finde, schönen Aufnahme: 

Nachtgeister zieh'n vorbei!

Ich wünsche uns allen einen schönen Wonnemonat!

2.4.16

In den April schicken ...

... möchte ich keinen der werten Leser. Dennoch haben sich wieder viele Nachrichten angesammelt, die unglaublich erscheinen:

Ärger mit Amazon haben keineswegs nur rechtskonservative Verlage und Marterpfahl, sondern auch Queer.de - mit so harmlosen Titeln wie FIGGN, ALDA; siehe hier

R. I. P.: Independant. Und wieder ist es eine weniger: Die Printausgabe des britischen Independant wird eingestellt. Näheres hier.

Bedroht nicht nur von Amazon, sondern auch von Antifa-Pöbel und Kontoschließungen sind Sezession und Edition Antaios. Näheres hier. (Aber sie haben eine tapfere Leserschaft - wohl dem, der auf so was bauen kann! ;-) )

Tabulos in Tanger: Bereits weiter oben habe ich darauf aufmerksam gemacht, welch seltsames und interessantes Gebilde die »Internationale Zone Tanger« war. 1923 wurde sie eingerichtet, siehe hier. 1950 blieb Tanger im Dunkeln, weil die allein zuständige spanische Elektrizitätsgesellschaft das Geld in korrupten Kanälen versickern ließ, statt Turbinen zu bauen - siehe hier. 1952 versuchten die Sowjets einen Aufstand in Tanger anzuzetteln - niedergeschlagen wurde er (illegalerweise) von den Truppen des nahegelegenen spanischen Rif-Gebiets; die in plombierten Eisenbahnwaggons aus Algerien herbeigeschafften französischen Soldaten waren nach 17stündigem Lokomotivdefekt schon reichlich derangiert ... Der SPIEGEL berichtete darüber ebenso süffisant wie darüber, welcher sowjetische Major welche Cocktailbar zu seinem Stammdomizil gemacht hatte, siehe hier und hier.

Eine Wikipedia der Zensur (nicht nur staatlicher, sondern im weitesten Sinne) findet man hier















Evelyn Künneke als Bischöfin in einem Rosa-von-Praunheim-Film? Das geht gar nicht, fanden einige wichtige Leute ... 


































Da verliert selbst der coole Lucky Luke die Contenance - in neueren Darstellungen wird er mit Strohhalm im Mund dargestellt, albernerweise.

Wenigstens noch ihren 70. Geburtstag feiern kann DIE WELT, wenn auch nur noch mit 187.000 Auflage statt mit 1 Mio., wie in de 50er Jahren. Mehr dazu hier.

Das waren noch Zeitung ... äh ... Zeiten! Männer in der Fleet Street, wohlbehütet, mit Pfeife und Zeitung! Die Briten sorgten als Besatzungsmacht für eine ordentliche Zeitungslandschaft in Hamburg.

Auch eine Toreroschule in Spanien muß vielleicht demnächst schließen, der Unmut in der Öffentlichkeit wächst - und dabei hat doch neulich ein Torero mit seinem sechsmonatigen Töchterchen auf dem Arm vorgemacht, wie er einen Stier mit links abserviert (im übertragenen Sinne):

Näheres hier


So üben die älteren Stierkampfschüler den Ernstfall - vielleicht nicht mehr lange. Näheres hier.

Klartext spricht ein ägyptischer Fernsehmoderator, es bricht einfach aus ihm heraus: Der Islam ist eine zutiefst in Gewalttaten verstrickte Religion, alles Drumherumreden hilft nichts. Die ersten Morddrohungen hat der arme Mann schon bekommen. Hier sein Auftritt. 

Knarren für Kinder propagiert jetzt die US-Waffenlobby und schreibt z. B. das Märchen von Hänsel und Gretel dementsprechend um.


 Damit sind sie für alles gerüstet! :-) 

Gut Nacht, lieber Leser! :-)                           

23.3.16

Musik zum Karfeitag: Staatstragend und doch schön

So ein Mist aber auch! Da freut man sich auf die Ostertage, auch wenn man darin mehr Bürokram aufarbeiten wird, als was Vergnügliches zu machen, da erwischt einen eine doofe Darmgrippe oder so was, und das bleiern-kalte Wetter macht sich auch nicht vom Acker. Mit drei verschiedenen Pillen reichts gerade mal für ein Rechnerstündchen ...

»Je serai le président de tous le Français«, »Ich werde der Präsident aller Franzosen sein«, verkündete Jacques Chirac einst, und ein französischer Musiker machte daraus eine Samba mit Rap-Elementen, das ist staatstragend genug, um vom Karfreitags-Tanzverbot ausgenommen zu werden, zumal es Josephine Baker ist, die dazu tanzt, siehe hier.

Wer noch Sinnlicheres will: bitte sehr - eine Bauchtänzerin, siehe hier - oder auch hier. Dieses Trommelsolo ist mindestens so schön wie eins von irgendwelchen Jazzmusikern. Versuchen Sie aber bitte nicht, das nachzumachen, wenn Ihnen flau im Magen ist (so wie mir momentan)!

Bescheuert, daß der »orientalische Tanz« im Orient selbst mehr und mehr als »haram«, als unislamisch, verpönt wird. Antje Sievers, 25 Jahre lang Inhaberin einer Bauchtanzschule, über diesen unerfreulichen Wandel des Islams zu immer mehr Rigorismus: Der Bauchtanz als Metapher.

Trotz allem frohe Ostern!

Ach ja, fast hätt ich's vergessen: Dieser Herr scheint jetzt am Ziel zu sein: Herr Erdogan, der Obertürke. 1999 sagte er: »Die Demokratie ist der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind« - und das scheint irgendwo anders zu sein, nachzulesen u. a. hier. 17 Jahre später scheint er am Ziel zu sein, denn er verkündet, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit seien Begriffe, die für die heutige Türkei absolut keinen Wert mehr hätten - siehe hier. Und mit so einem Land, so  einem Regierungschef unternimmt die EU jetzt wieder ernsthafte Beitrittsverhandlungen ...  

(Mein Bauchgrimmen wird wieder stärker - ich muß mich wieder hinlegen ;-)    

21.3.16

Amazon: Passionsgeschichte geht weiter - Leipzig: Eine compacte Messe - 80-Stunden-Woche für Erotikautoren

Die nicht enden wollende Willkür Amazons - 
Passionsgeschichte der Verleger und Autoren

6.3., ach was, 20.3., ach was: die unendliche Geschichte (fürchte ich). Den Anfang bekam ich nicht mal mit. Anfang März war noch alles eitel Sonnenschein, nicht draußen zwar, aber am Ebook-Markt wenigstens: In drei Monaten fast 800 Stück verkauft von »Sklavenjagd«, nicht viel weniger als von allen Titeln zusammen in ganz 2015. Na, das kann ja heiter werden! Ganz wörtlich! Aber zu früh gefreut: Am 6.3. nahm Amazon das Ebook »Sklavenjagd« aus dem Verkauf, wie üblich ohne mir, dem Verleger, oder dem Autor das mitzuteilen; wäre der Autor nicht so aufmerksam gewesen, hätt' ich's vielleicht erst nach Wochen gemerkt. Das (in der Tat offenherzige) Titelbild entspreche nicht den Richtlinien Amazons, hieß es. Also fix Möpse&Muschi überretuschiert und via meinen Ebook-Produzenten zu Amazon weitergeleitet. Das ist nun rund zehn Tage her. Geändert hat sich nichts. Das Ebook bleibt verschwunden. Warum? Wer weiß ... Erinnerungen kommen hoch an den Bestseller »Sex für Fortgeschrittene«, der 2007 auf der Amazon-Bestsellerliste bis auf Platz 5 hochgeklettert war und plötzlich von der Bestsellerliste verschwand. Nach ein, zwei Wochen konnte man z. B. über die Suchfunktion ermitteln, daß er einen Verkaufsrang von 62 hatte - aber sah man auf die Bestsellerliste, dann sah man auf Platz 62 einen anderen Titel. Nachfragen wimmelte Amazon ab mit dem Satz, das seien Betriebsinterna, darüber gebe man keine Auskunft. Zu der ganzen Problematik siehe unten das verlinkte Interview mit der (u. a.) Erotikautorin Monika Dennerlein.
Hier dazu der Autor.  
Das Sonderbare ist: Die papierene Version von »Sklavenjagd« ist weiterhin lieferbar - MIT dem »anstößigen« Titelbild.
Insgesamt sehe ich mit Trauer, daß die Zeit der schön sm-igen Titelbilder offenbar zu Ende geht. In Zukunft wird es offenbar mehr soft sm-ige, preiswerte Bilder von Shutterstock und Co. geben, langweiliger, »keuscher«, aber wenigstens geeignet, auf Amazon.de oder Apple oder vor dem bayrischen Jugendschutz zu bestehen.
Oh wenn doch Amazon eine niederländische oder dänische Verkaufsplattform wäre! Da sie aber den keuschen Amis gehört, werden wir uns wohl auf die traurige, keusche neue Realität einstellen müssen ...


Mit einem neuen Besucherrekord geht die Leipziger Buchmesse 2016 zu Ende ... 

... an diesem Sonntag, dem 20.3.2016. Als ich dort war, im Frühjahr 2012, hatte ich mich schon etwas seltsam gefühlt unter lauter Linksverlagen wie Unrast, Laika, Graswurzel, Kulturmaschinen und dergleichen, und ich fand auch nicht (wie mein Mitaussteller Grimme, der selbst von der Linken kommt), daß SM von seiner Wurzel her etwas Linkes sei. In den SCHLAGZEILEN äußerte der Österreicher Kolumnist Engelhart Teufel mal, er kenne eine Masochistin, die sage (sinngemäß): »Ich mag die SCHLAGZEILEN nicht - da gerät meine Sexualität in so einen Zusammenhang von alternativem Psycho-Selbsthilfegruppen-Dauergequatsche, da wird zerredet statt gelebt. Muß man denn links sein, um Masochistin zu sein?« Natürlich nicht. Sie suchte einen dominanten Ehemann, der sie mit dem Rohrstock zur braven Ehefrau erziehen würde - so wie im FREIEN FORUM FÜR ERZIEHUNGSFRAGEN, »in der bürgerlichen Sprache der Macht geschrieben, nicht ungeil und von außen analysierend und schon gar nicht um Zustimmung bettelnd«. Auch das linke Tübinger SCHWÄBISCHE TAGBLATT fragte mich als SM-Verleger mal: »Entschuldigen Sie, wir sind hier in Tübingen [einer grünlinken Hochburg], ich muß Sie das fragen: Ist SM frauenfeindlich?« - Auch die Hamburger SMer hatten schon damit zu tun (um 1990), daß Linke ihnen Gewaltverherrlichung vorwarfen und mit gewalttätigen Aktionen reagierten, so nach dem Motto: Wir sind gewaltfrei - wer's nicht glaubt, kriegt eins auf die Nase!
Aber so wie Grimme dachte auch die Buchmessenleitung: SMer? Abweichende Sexualität? Na, die stopfen wir mal zu den linken und schwulen Verlagen in Halle 4 ...
Auch den Glauben, daß von den nebenan stattfindenden Vorträgen über irgendwelche militanten, linken indischen Befreiungsbewegungen etc. jemand zu uns an den Stand käme wegen der SM-Bücher, teilte ich nicht.
Am Sonntagabend nahm ich nur mein Geld mit; als ich am Montagmorgen zurückkehrte, um den Stand abzubauen, fand ich alles verwüstet vor, teilweise geklaut. Normaler Vandalismus oder Werk der roten Socken?
Bei der diesjährigen Leipziger Buchmesse war nicht nur die JUNGE FREIHEIT zum ersten Mal seit Jahren wieder vertreten, es war auch der (erstmalige?) Stand des rechten Compact-Magazin in Halle 5 wie ein schwarzer Pfahl in das Gewusel der linken Kleinverlage gepflanzt worden, ein Stand mit eigener Security, die wohl auch nötig ist - siehe oben. Täglich habe es Protestaktionen der Linksverlage gegen COMPACT gegeben, wähend mir von rechten Protestaktionen gegen die kleinen Linksverlage damals nichts bekannt war und ist.



COMPACT - MAGAZIN FÜR SOUVERÄNITÄT - die besteht laut Leiter Jürgen Elsässer darin, den Amis adieu zu sagen und sich bei den Russen einzuschleimen. (Elsässer ist eine Pflaume; aber auch eine Pflaume hat ein Recht darauf, nicht pausenlos angepflaumt zu werden.)



Da ist selbst Supermann ratlos: Was tun mit dem ganzen Rechts-Links-Gezanke?
Von SPON sind die beiden Bilder - hier der ganze Bericht. - Heuer war eine meiner polnischen Druckereien auf der Messe und eine meiner Autorinnen - aber nicht aus ihrem Marterpfahl-Titel lesend, sondern aus einem anderen Werk, das in einem anderen Verlag erschienen ist. Da lohnt sich's für mich nicht, 1000 km zu reisen (hin und zurück) und im Hotel zu übernachten. - Mein Frankfurter Messeboy von 2010 war da, weil er Verwandte in der Nähe hat.


Rastlos rackern für die Reize der Erotikliteratur


Sie arbeitet 80 Stunden pro Woche - ein hoher Preis dafür, Bestsellerautorin zu sein. Sie findet, mit den antierotischen, antipornographischen Marotten von Amazon.de und Co. müsse man sich abfinden, das seien nun mal prüde Amis. Wohl dem, der Geschäftsschädigung so auf die leichte Schulter nehmen kann (geht auch wohl nur, wenn man außer Erotika noch anderes in petto hat). Und mit den massenhaften Raubkopien von Ebooks müsse man sich sowieso abfinden. Das ganze Interview mit der Erotikautorin Monika Dennerlein finden Sie hier


Schneeglöckchen 8 Wochen haltbar

Neulich am Kiebinger Osterlauf teilgenommen: Diesmal war das Wetter passabel - aber für Ostern sind schon wieder Schneeregenfälle vorhergesagt. Das scheint das neue Muster zu sein: Frühlingshaftes Wetter bis über Weihnachten hinaus, und das dicke Ende kommt dann später. Meine Schneeglöckchen blühten schon Ende Januar - und blühen jetzt immer noch, rund acht Wochen später. Der Klimawandel kommt mal wieder nicht in die Puschen - oder in die verkehrte Richtung.

Trotzdem frohe Ostern, liebe Leser!     

11.3.16

Keusche Amis, teure Schriftsteller & mehr

Amazon mal wieder (Fortsetzung siehe weiter oben)

Die Kindle-Ebook-Fassung von Torres' »Sklavenjagd« ist vom Amazon-Katalog verschwunden. Das Titelbild entspreche nicht den Amazon-Richtlinien (also ist es diesmal nicht der Jugendschutz, sondern die ganz banale amerikanische Prüderie). (Fortsetzung siehe weiter oben, Posting vom 21.3.).

Bedeutende Denkerinnen und Denker des 21. Jahrhunderts; heute: Angela Merkel bei Anne Will:


»Manchmal geht es zu langsam, manchmal nicht schnell genug.« - »Meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit besteht darin, dass dieses Europa einen gemeinsamen Weg findet« - und zwar den meinen, so ähnlich fügte sie noch hinzu. Ich dachte immer, sie betrachte sich als Kohls oder Adenauers Enkelin, aber offenbar sieht sie sich eher in der Nachfolge von Queen Victoria, der wohlwollend-strengen »Großmutter Europas«. Sie habe keinen Plan B, sagte sie außerdem. Ich fürchte, das Problem ist, daß sie auch keinen Plan A hat ... 
Näheres siehe hier und hier. (Als sie unlängst von den Führern der Balkanstaaten zurechtgestutzt wurde, die sich einfach nicht mehr darum kümmern, was die konfuse Kanzlerin will, fuhr sie noch eimal auf: »Ich will nicht, daß irgendwas geschlossen wird« - aber gleichzeitig bekniet sie die Türkei, genau dieses zu tun ...)

58 Jahre Freundschaft am Knackpunkt

1958 beschlossen Dänemark und Schweden, auf Kontrollen an ihrer Binnengrenze zu verzichten. Lange ging alles gut. Als in den 60er Jahren Rassenunruhen in den USA ausbrachen, sagte Schwedens Ministerpräsident Tage Erlander, ein Sozialdemokrat, so was sei in Schweden undenkbar, dazu sei Schweden religiös, sprachlich, rassisch und kulturell viel zu homogen.
Das war einmal. Schweden entschied sich dafür, ein einwanderungsfreundliches Multi-Kulti-Land zu werden - und hat jetzt auch Krawalle zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Dänemark wandte sich in den letzten Jahren mehr und mehr zum Einwanderungsgegner, und so war es vielleicht unvermeidlich, daß es jetzt doch wieder Kontrollen zwischen den beiden Ländern gibt. Näheres hier


Rushdie teuer wie nie

Aaaach *gähn* - wer interessiert sich denn heute noch für den ollen Salman Rushdie? Haben wir nicht dieses tolle neue Abkommen mit dem Iran, sind wir nicht schon ganz entspannt und exportieren wieder fleißig? Ist Rushdie nicht sogar als Redner auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse aufgetreten (und hat damit die meisten iranischen Verlage vergrault)? Und dennoch: Das Kopfgeld auf ihn gibt's immer noch, es ist sogar noch aufgestockt worden, ausgerechnet am Valentinstag - siehe hier.


Der Eisbär weigert sich auszusterben

Der angeblich bedrohte Eisbär ist eins der Lieblingskinder der Klimawandel-Apokalyptiker. In Wirklichkeit blüht und gedeiht seine Population; näheres siehe hier und hier.



































Der Minister, der alles verbietet

Kutscher an die Kandare nehmen - die haben ja keine Ahnung, sind ja erst seit Jahren mit den Pferden unterwegs! Wohnungssanierung verbieten, die übers Nötigste rausgeht - das wäre sonst Gentrifizierung. Vermieten an Touristen sowieso. Keine Wildtiere mehr in Zirkussen - und Ponyreiten für Kinder sowieso nicht.
Wo gibt's so ein Prachtexemplar von Ekelpaket von Minister? In Berlin. Sozis und Grüne sind mit ihrem erzieherischen Drang sowieso die ins Moderne gewendete Fassung des wilhelminischen Bürgertums. Am deutschen Wesen (Mülltrennung, Atomausstieg ...) soll die Welt genesen! Mehr dazu hier.

Der Islam versteinert

Eine Beobachtung von vielen aus der islamischen Welt: In Marokko sind Frauen heute unfreier als vor Jahrzehnten. Der SPIEGEL berichtet.

Männer in Strapsen

Männer in Strapsen findet man auf einem Wandgemälde in Berlin. »Kann mich endlich mal jemand zur Frau machen?« jammert der Kerl, der aus dem Dschungelcamp stammen soll; auf einem anderen Bild beklagt ein Spießer, der Dackel der Schwiegermama habe ihn entmannt. Wo finden sich solche Wandgemälde? An einem Dominastudio? Falsch. Sie befinden sich an der Rückwand des taz-Gebäudes, dessen Vorderseite so hübsch bürgerlich wirkt, daß man gar nicht versteht, weshalb die taz mit Staatsknete einen Neubau anstrebt. Näheres hier

Broder in Burka

Die ACHSE DES GUTEN sucht Paten, um die Kosten zu stemmen. Eigentlich kostet's nur knapp 60 Euro im Jahr, doch wer mehr als 10.000 spendet, zu dem kommt Henryk M. Broder nach Hause und tanzt in einer Burka den letzten Sirtaki. Ehrenwort. Mehr auf achgut.com. 


Erkenntnis:

»Ich konsumiere seit drei Monaten keine Nachrichten mehr. Und es geht mir gut dabei! Unterhält man sich mit Deutschen, die ein paar Jahre im Ausland gelebt haben und wieder zurückkommen, sagen im Prinzip alle das gleiche: ›Eigentlich hat sich wenig verändert. Seit 30 Jahren ist es fünf vor zwölf, irgendwas kann nicht entschieden werden, weil irgendwo Landtagswahlen sind, und Howard Carpendale ist immer noch auf Abschiedstour.‹«

V. Ebert im FOCUS vom 20.2.'16; aktualisierbar ist da eigentlich nur der Name der Band ... 

Seit sechs Wochen tritt die Natur fast auf der Stelle - die Schneegläckchen und Krokusse in meinem Garten sehen immer noch aus wie Ende Januar, Anfang Februar - wo bleibt der Klimawandel, wenn man ihn braucht? Es scheint zur Regel zu werden, daß es bis über Weihnachten hinaus mild bleibt und dann das dicke Ende kommt. Ich wünsche allen Lesern und mir, daß endlich der Frühling kommt! :-)

27.2.16

Knöllchen im Dörfchen, Romane in der Rotation, King Kong zensiert, qualmende Minaretts & mehr ...

Knöllchen auf dem Dörfchen

Nanu, was ist denn das? Direkt vor meiner Tür war mein Wagen geparkt, und plötzlich hing ein Knöllchen unterm Wischer - weil ich links, d. h. entgegen der Fahrtrichtung geparkt hatte. Daß das jetzt auf dem Dorf schon geahndet wird! In der Nachbargemeinde Dußlingen hat ein »Probefeldzug« laut Lokalzeitung 400 (noch) gebührenfreie Knöllchen ergeben, und man führt eine Debatte, wie sinnvoll Parkbeschränkungen vor Kita und Kindi sind. Da ist wohl jemand auf den Geschmack gekommen und hat Blut geleckt ... 

Grundeinkommen für Künstler?

Der Staat hat's genommen (Knöllchen), der Staat wird's wieder hergeben, mit etwas Glück sogar mehr, als er nimmt. Das ist die wahre Lebenskunst eines modernen Glücksritters. Die grünen Zeitgeistritter reiten im momentanen Landtagswahlkampf mal wieder das Steckenpferd eines bedingungslosen Grundeinkommens für Künstler. Klingt interessant - wenn man es irgendwie schafft, sich auf die Seite der Nehmenden zu schlagen, auch wenn Geben seliger sein soll denn Nehmen. Aber das gilt wohl mehr fürs Jenseits ... 
Immerhin habe ich nicht nur Geschichten verlegt, sondern auch geschrieben. Da müßte doch was gehen ... 
Kommt drauf an, welche Kriterien man dann erfüllen muß, um als förderungswürdiger Künstler zu gelten. Ich könnte mir vorstellen, daß der Andrang nicht von schlechten Eltern sein dürfte, und diese Eltern heißen Wunsch nach Versorgtwerden und Wunsch nach Sicherheit. Es passiert dann wohl dasselbe wie immer bei solchen Subventionen: Es entstehen massenhaft überflüssige Romane (siehe NANOWRIMO, wir berichteten) und Filme, die keiner sehen mag. Das wurde schon vor 30 Jahren beschrieben. Lesetipp: Rolf Giesen, »Kino, wie es keiner mag; die schlechtesten Filme der Welt«.

































R. I. P.: Beate-Uhse-Katalog

Was haben wir hier schon alles für Druckerzeugnisse zu Grabe getragen! Diesmal hat es den gedrucktene Beate-Schmuse-Katalog erwischt. Lohnt sich offenbar nimmer.

... bloß nicht mehr in gedruckter Form. Schade!

Hoffentlich bleibt wenigstens die »Stammaktie« so schön scharf gedruckt! :-)



laber laber
Das Publikum giert nach Lesefutter ...

... 1946 wenigstens, war es doch »13 Jahre lang von der ausländischen Literatur abgeschnitten«, so diese Wochenschau. Doch alles war knapp, Papier vor allem, die Regale der Buchläden leer - was also tun? »Bücher im Zeitungsdruck!« schoß es dem altgedienten Verleger Ernst Rowohlt durch den Kopf und wenig später in die Rotationsdruckmaschine - rororo war geboren, Rowohlts-Rotations-Romane. Ein 400-Seiten-Roman schrumpfte auf 48 Zeitungsseiten, und die kosteten den Leser 50 Pfennig. Im Mai 1950 entstand dann die erste deutsche Taschenbuchserie - allerdings dann schon für 1,50 DM pro Bändchen (siehe »rororo ist der König« - wir berichteten).

Das liest der Taxifahrer ... 

Schade, daß man den Suchscheinwerfer nicht zum Lesen benutzen kann!
blabla


... wie das Showgirl kurz vorm Auftritt:
Schloß Gripsholm!

Da hat sich King Kong geschnitten

Lustvoll zerrupfte der Mega-Gorilla in der Urfassung des Films von 1933 der vollbusigen Fay Wray das Gewand, beäugte und befummelte sie. Auch grabschte er sich in New York Angreifer und zerkaute sie genüßlich, so als zweites Frühstück gewissermaßen. Das alles mußte auf Weisung der damaligen Filmzensur weggeschnitten werden, da es ungehörig und unzumutbar sei, schockierend. Näheres über diese Art von Filmzensur hier

Da guckt sie ängstlich: Fay Wray






















...
King Kong scheinbar ratlos: Was tun mit der Schönen? :-)


Der Orient in Tübingen und in Dresden

Nun hat auch Tübingens »grüne Hölle« (wir berichteten vor kurzem), das Vorzeige-»französische Viertel«, seine Asylanten, in einer stillgelegten Bio-Bäckerei, »20 unproblematische junge Männer«, befand das Lokalblatt - und erntete prompt Leserbrief-Widerspruch von einer nebenan arbeitenden Blondine, die den Weg zur Arbeit seitdem als Spießrutenlaufen empfand, begleitet von eindeutigen Blicken, Pfiffen, Gebärden, Gesten ... - In Dresden dagegen raucht das Minarett, und zwar nicht, weil Pegida-Leute es angezündet haben, sondern schon immer. Die Tabakfabrik Yenidze wurde 1908 im orientalisierenden Stil als Pseudo-Moschee errichtet, und der Schornstein wurde als Minarett gestaltet:

Tabakfabrik Yenidse, Dresden; Bild: Kolossos/Wikipedia




...
Möge Allah unserer ungläubigen Seele gnädig sein! Möge der Frühling endlich bald beginnen!

Hiermit einen schönen Start in den März!