26.10.09

Endspurt auf der Frankfurter Buchmesse (Teil 3 und Schluß)

Donnerstag, 15.10., bis Montag, 19.10.2009

20 vor 7 klingelt der Wecker, Dusche, Frühstück, Outfit raussuchen (jeden Tag ein bißchen was anderes, ich hab endlich mal Gelegenheit, meine Krawattenkollektion zu zeigen), und schon ist es 8 Uhr, Zeit, in die Lobby der Juhe runterzugehen, in der die Rezeption meist schon von einer Menschentraube umlagert ist, von Leuten, die ein- oder auschecken oder sonst was wollen. Ganz Frankfurt ist voll, kein Gästebett mehr frei - als ich 2003 schon mal als Gast auf einer Buchmesse war, war es schon südlich von Darmstadt schwer, ein freies Zimmerchen zu bekommen.

Mein Messegirl erscheint oder wartet bereits, wir gehen raus, überqueren in der Morgenkälte den Main, spazieren durch eine öde Straße zur S-Bahn, die von Station zu Station immer voller wird, bis sich schließlich eine wahre Menschenmasse durch den Torhaus-Eingang zur Messe wälzt.

Sicherheitskontrollen am Eingang - aus Furcht vor denen hatte ich selbst zum Aufbau keine Schere mitgenommen, so daß mein Messegirl den Tesafilm mit den Zähnen abbeißen mußte. Eine unnötige Vorsicht, denn an den Aufbautagen wurde fast gar nicht kontrolliert; es wäre im Grunde ein Leichtes gewesen, eine Bombe mit Zeitzünder oder etwas ähnliches aufs Messegelände zu schmuggeln.

»Wo ist die Steckdose?« hatte mein Messegirl zu Anfang gefragt (sie wollte eine Kaffeemaschine für Besucher betreiben), und auch ich hatte sie nicht gefunden. Erfahrene Messebesucher und -veranstalter wie mein Besucher Didi wußten es: Die Steckdose ist über unseren Köpfen an einem der kreuzförmig angebrachten Deckenbalken - ich benutzte sie fortan als Hutständer für meinen Borsalino. Einen Strahler hatte ich auch noch beim Elektriker organisieren müssen - der war beim Standard-Ausstattungspaket nicht dabei.

Wie üblich aufs Klo gehen und vor dem Spiegel die Krawatte umbinden, zurück zum Stand, der Gong ertönt (»In wenigen Minuten öffnen die Türen für das Publikum«), es geht los.

Der Donnerstag verlief ruhig. Da vormittags keine Termine anstanden, konnten wir, Beate und ich, abwechselnd den Stand hüten und mal ein wenig spazierengehen. In Halle 3.1. gab's rechts oben die »Junge Freiheit« und links oben die »Junge Welt«. Beide eint eines: Sie schreiben in der alten Rechtschreibung. Die »Junge Welt« schimpfte in einem Extrablättchen »Sex und Politik«, wie unpolitisch die Christopher Street Days doch geworden seien, die reinste Trallala-Veranstaltung à la Love-Parade. Die »Junge Freiheit« brachte ein ganzseitiges Interview mit André Lichtschlag, dem Verleger von »eigentümlich frei«, des Blattes der Anarcho-Kapitalisten (Sozialstaat abschaffen, Eigentum heiligen), eines der Verleger Arne Hoffmanns. Gleich schräg gegenüber der eher linke »Talheimer Verlag« aus einem Dörfchen gerade mal zehn Kilometer von mir. (Kannte ich noch gar nicht. An unserem Stand gingen übrigens auch öfter Menschen vorbei mit dem erstaunten Ausruf »Nehren bei Mössingen? Daß es da so was gibt ...!«) Nicht weit entfernt als Erstaussteller die »Gesellschaft für bedrohte Völker« mit einer chinesischen Schriftstellerin in einem Käfig, ein häufig fotografiertes Motiv.

Ganz in der Nähe die Rechte-Agentur AVA, aber immer so umlagert, daß ich mir vornahm: Die kontaktiere ich erst, wenn ich wieder zu Hause bin. Die meisten kleineren Agenturen, so fand ich durch meine Kataloge heraus, waren gar nicht in Frankfurt vertreten, die größeren wiederum nur in Halle 6.2. In die wiederum kommt man nur mit vorheriger Terminvereinbarung rein. Da sitzen an lauter Schreibtischen Verlagsvertreter und literarische Agenten einander gegenüber, die Agenten tragen im Minutentakt die »Essentials« von neuen Büchern vor, und die Verlagsvertreter entscheiden ebenso schnell »Das nehm ich« oder »Das nehm ich nicht«. »Rechtehandel dominiert eine ansonsten ruhige Messe« hieß es in einem Mitteilungsblättchen in englischer Sprache.

Unser Stand in Halle 4.1. war, wie gesagt, nahe einem Ausgang - zugig, aber nicht so beengt wie in der Mitte der Halle. Manchmal fragte man sich schon, ob das wirklich alles Fachbesucher waren, was da so vorüberströmte. Gut, bei den Herren in Anzug und Krawatte und mit Rollköfferchen (die Hälfte davon Asiaten) konnte man sich da sicher sein, ebenso wie bei den etwas zerzausten, bärtigen und langhaarigen Künstlernaturen, aber sonst? Da gab es Buchhandelsschüler (wie ich 1988), da gab es alle möglichen Leute, die irgendwie an Fachbesucherkarten gekommen waren, z. B. Schüler eines Frankfurter Gymnasiums, die uns mit allen möglichen Fragen löcherten und lautstark rezitierten, was doch eigentlich nur für die stille häusliche Lektüre gedacht ist: »Onanieren für Profis«.

Die Halle 4.2., die über uns, enthielt Fachbücher: Jura, Steuern, Medizin. Hier war es auch an den Publikumstagen Samstag und Sonntag ziemlich ruhig. Logisch. Ebenso vergleichsweise ruhig war's zwei Stock tiefer, in 4.0. Dort gab's Stände, die für Verleger interessant waren: Billige Druckereien in Osteuropa, »Printing on Demand«, Software für Verlage (immer noch viel zu teuer für meinen Kleinverlag) und allerlei mehr. In unserer eigenen Halle sind wir neben allerlei Kunst- und Grafikverlagen, gleich neben uns ein Stand »Index books«, was manchen schmunzeln läßt. Um die Ecke und zehn Meter weiter die Zeitschrift »Lettre International«, wo ich eins der Hefte mit dem berühmt-berüchtigten Sarrazin-Interview kaufte. Das seien die letzten Hefte, raunte man mir über dem niedrigen Stapel zu - aber zwei Tage später wuchs der Stapel immer noch geheimnisvoll von unten nach ... (Auch diese Zeitschrift verwendet übrigens die alte Rechtschreibung). Wiederum ein paar Meter weiter Konkursbuch, unsere Tübinger Halb-Konkurrenz. Am Donnerstagabend richteten die einen Empfang im Offenbacher Grande Opéra aus, einer Fetisch- und SM-Location. Ich ging nicht hin ...

In der anderen Richtung zuerst ein Café (da hinein hätten wir Gäste einladen können, wenn wir schon unsere Kaffeemaschine nicht in Betrieb nehmen konnten) und dahinter der daab-Verlag: ein puristischer Stand mit ebenso modern-puristisch-kärglichen Büchern über Designerhäuser, Designerküchen, Designermöbel. Aber erfolgreich. Mit ihrem Konzept »Viel Bild, ganz wenig Text - und den dafür in mehreren Sprachen« nutzten sie die Tatsache, daß Bildbände mit wachsender Auflage stark stückkostendegressiv sind, und vertrieben einen Band gleich in mehreren großen Sprachräumen. Auf diese Weise hatten sie in zehn Jahren schon über eine Million Bände verkauft, hatte vor Monaten ein Artikel im Wirtschaftsteil der FAZ geschildert. Eine ähnliche Masche wie die des Taschen-Verlags in dessen Anfangsjahren, doch der hat sich mittlerweile aus der Billigbildband-Ecke herausgearbeitet: Ein Prospekt listet teure limitierte, numerierte, handsignierte Bände zu 500 bis 1000 Euro pro Stück auf ...

Um 16 Uhr hält die taiwanesische Professorin in Halle 6.1 einen Vortrag über ihr großes Buch, über ihr Thema. Ich gehe hin, zeige Präsenz, und tatsächlich bemerkt man meine Anwesenheit ... Die politischen Querelen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China bestimmen so sehr den Markt, daß es sogar Gartenratgeber gibt mit Aufklebern wie »Alles, was gegen die Ein-China-Politik gerichtet ist, wird zurückgewiesen«.

Freitag morgen um 9.15 Uhr fange ich wieder mit meinem Touristenführer-Schild jemanden vor meinem ursprünglichen Standort ab, gehe mit ihm in die Lobby. Sehr interessante Vermarktungsmöglichkeiten für den englischsprachigen Markt tun sich auf, Einstellen meiner Bücher auf Amazon.com und mehr ... Druck an Ort und Stelle, »Printing on Demand«, kein Währungs- und Lagerrisiko, vernünftige Preise ... Auf diese Firma hatte mich schon einer meiner neuen Autoren aufmerksam gemacht, es wäre wohl also auch ohne Buchmesse gegangen, aber es ist doch schön, mal mit jemandem aus Fleisch und Blut darüber zu sprechen. Von nicht wenigen »Laufkunden« an meinem Stand werde ich auf englischsprachige Titel angesprochen und muß momentan noch passen. Das könnte sich in einigen Jahren ändern ... Nur den zweisprachigen Band »Fetish Art« kann ich in den neuen Vertrieb leider nicht mitübernehmen - nur von der Firma an Ort und Stelle Neugedrucktes ...

Zu den schönsten Augenblicken von Messen gehöre, wenn jemand sich schüchtern nach Übersetzungsrechten für Korea erkundige, schrieb ein Verleger in der FAZ, vielleicht Egon Ammann aus Zürich, der jetzt nach 29 Jahren das Handtuch wirft. Nun, bei mir war's einer aus Malaga, der sich nach Rechtevergabe für Spanien/Südamerika erkundigte und mich zu einem Gegenbesuch auf seinen Stand in Halle 8 einlud. Als ich dann dort war und das Ratgeberprogramm besichtigte (Kochbücher, Gesundheitsbücher, »Leben mit Krebs«, »Gesünder leben«, Fremdsprachenwörterbücher, Bildbände wie »Schönes Andalusien« für Touristen auch auf deutsch), sagten mir die Angestellten, sie hätten keine Ahnung, was ihr Chef für neue Serien plane ... Später, Samstag, kommt auch noch eine Leiterin eines Hörbuchverlags, will Kurzgeschichten aufnehmen.

In der entlegenen Halle 8 sind viele Auslandsverlage, vor allem solche aus Großbritannien und den USA, ferner Israel. Hier wird man am Eingang noch mal gefilzt. Das ist schon seit Jahren so.

Bei der Fahrt »nach Hause« experimentieren wir nun ein wenig, fahren eine Station weiter zur Ostendstraße, marschieren über stille Straßen und vorbei an einem rötlich beleuchteten Puff zurück zur Juhe, oder noch eine Station weiter zum »Lokalbahnhof«, und dort »von hinten«, von Süden, in die Sachsenhäuser Amüsiermeile. Besonders gut konnte man von hier aus das abgestellte Auto erreichen - wir mußten öfter aus der »Reserve« im Kofferraum Bücher nachholen. In der Anwohnerparkzone hatte ich mir ein Knöllchen eingefangen - nun parkte ich am Stadtrand, links Häuser, rechts Laubenkolonien, dennoch nicht weiter von der Juhe als zuvor.

Freitagnachmittag besuchte mich mein Autor Arne Hoffmann.

Freitagabend geht mein Messegirl auf einen Empfang bei der TITANIC, für den sie über ihren Freund eine Einladung bekommen hatte. Hatte sie zu Wochenbeginn noch tapfer gemeint: »Entweder kommen wir da beide rein oder keiner von uns!«, ging sie nach etlichen langen Handy-Telefonaten mit ihrem Liebsten (von dem ich den leisen Verdacht habe, daß er mich nicht sonderlich gut leiden kann) dann doch - bedauernd - allein hin, während ich wie üblich in Sachsenhausener Lokalen abhing. Vielleicht wär ich aber eh nicht reingekommen, denn die superstrenge Security bestand aus drei etwa
zehnjährigen Türstehern (Kinder von TITANIC-Machern), die nichts reinließen, was unbefugt war. (Messe-FAZ: »Die größten Fehlentscheidungen der Messe ... Kinder als Türsteher mit Generalvollmacht beim TITANIC-Empfang«)

Samstag: Der erste Tag mit normalem Publikumsverkehr, nicht mehr nur Fachbesucher. Die Straßen morgens sind leerer als am Freitag, die Stadt schläft noch. Dafür wird es auf der Messe nach verhaltenem Beginn immer voller, eine unglaubliche Menschenmenge schiebt sich träge durch die Gänge, mitunter steht man kurz davor, Beklemmungen zu kriegen inmitten der Menschenmenge. Wenn mein Messegirl schon keine Miniröcke mehr trägt, drehe wenigstens ich ein wenig auf: Grünes Jackett, goldfarbene PVC-Hose mit Jeansschnitt, knallrosa Krawatte, am Sonntag rote Lackhose zu grünen Glitzerschuhen ...

Nach 21 Uhr abends darf sich kein Verlagsmensch mehr in den Ausstellungshallen aufhalten, dann herrscht die Security. Manche Großverlage haben ihre eigenen Standwachen, andere räumen ihr Ausstellungsgut über Nacht in die Schränke, die abschließbar sind, wenn man ein Schloß für 49 Euro kauft (wir haben darauf verzichtet).

Der Bücherklau war für die Messe-FAZ ein Thema: »Besser ein geklautes Buch als gar keins«, oder auch: Ein geklautes Buch ist ein gelesenes Buch. Bei uns hielt sich's in Grenzen. Mehr als drei Bücher kamen uns nicht abhanden ...

»Safran« heißt das persische Restaurant, in dem wir nach Feierabend einkehren. Unseren hungrigen Augen erscheint die ganze Speisekarte begehrenswert, als wir uns sattgegessen hatten, sahen wir die Dinge wieder, wie sie waren: Es war gut, aber keineswegs berauschend.

H-Nu besuchte unseren Stand, der Titelbildzeichner von »Gynopolis«, diverse Autoren und Grafiker, die ihre Werke an den Mann bringen wollten, Freund Didi war am Nachmittag da, und ich machte mit ihm einen Spaziergang, während Beate den Stand bewachte, Frau Sandra Würdig vom »Marquis« war da, die Vertreterin von Rhenania, am Sonntag ging Beate auch selbst Bücher kaufen (und ich auch).

Schön ruhig war es selbst am Samstag in den Hallen 5.x - katalanische Lyrik, kroatische Kochbücher und kasachische Romane ziehen eben doch nicht so viele Leser an. Ich wollte dem Verlag, der »Sex für Fortgeschrittene« ins Kroatische übersetzen würde, einen Besuch abstatten, fand ihn aber nicht (stattdessen nur einen Sammelstand für kroatische Verlage), da ließ ich es bleiben.

Wie schon vor Monaten in Wien benutze ich eine alte Schmuckkassette meiner verstorbenen weiblichen Verwandten für das Wechselgeld. 470 Euro erlöse ich für Barverkäufe, ein paar weitere Dutzend Euro für Bestellungen. An sich ist Verkauf erst am Sonntag erlaubt, aber inoffiziell machen wir das schon ab Freitag - wie andere Verlage auch ...

»Das ganze Messegut [d. h. jeder Titel, nicht jedes Exemplar] muß bis Sonntag 17.30 Uhr gezeigt werden, vorzeitiges Einpacken ist verboten«, so wird es uns, den Ausstellern, eingeschärft. Tatsächlich aber gab es Stände wie der von Didi und mir besuchte spanische E-Publishing-Berater, der mit dem Abzug des Fachpublikums bereits am Samstagnachmittag die Koffer packte, und so ab 16 Uhr am Sonntag vernahmen wir immer wieder das Ratschen von Klebeband - hörbares Zeichen, daß es zu Ende ging. Auch Beate konnte sich nicht zurückhalten, unsere »Tapete« aus Buchcovern schon Minuten vor dem offiziellen Ende von der Wand zu klauben.

Endlich der erlösende Gong. Es ist Sonntag, 17.25 Uhr. Zum letzten Mal nehm ich mir meine Krawatte vom Hals. Was an Büchern noch übrig ist, verpacken wir in Plastiktüten und räumen es in die Schränke. Wir nehmen die Wandschienen ab und stapeln sie aufeinander. So viele Bücher wie möglich packen wir in unsere Akten- und Umhängetaschen, die Geldkassette nehmen wir natürlich auch mit, denn in der kommenden Nacht sind die Messeräume unbewacht.

Es ist kurz vor sechs. Langsam gehen wir zum Ausgang City, zum Hauptein- und -ausgang. Ein schöner, sonniger Tag geht zu Ende, noch scheint die Sonne. Buden von systemkritischen Chinesen: »60 Jahre Volksrepublik China - kein Grund zum Feiern!« befindet die in Rotchina verbotene »Epoch Times«, die ich mir mitgeben lasse.

Gegenüber vom Messe-Haupteingang das Hotel »Hessischer Hof«, in dem die Bestsellerrechte und Millionenvorschüsse gedealt werden. Die führenden Agenten haben da anscheinend ihre Zimmer beinahe in Erbpacht; ein Zimmerpreis von 400 Euro pro Nacht und Nase zu Messezeiten ist ein Klacks im Vergleich zu den Millionensummen, die hier hin- und hergeschoben werden, der SPIEGEL berichtete mal über dieses bizarre Pokerspiel mit hohen Einsätzen auf Schriftstellerleben, sozusagen.

Langsam spazieren wir mit unseren schweren Taschen durch die stillen Straßen des Westends mit ihren alten Villen, vorbei an der prächtigen Alten Oper, durch die üppig restaurantbestückte »Freßgaß«, durch die Zeil, über die Hauptwache hinweg, dann nach Süden zum Römer und zur Paulskirche, und bald schon waren wir wieder auf der Mainbrücke kurz vor unserer Juhe. Eigentlich recht überschaubar, der Stadtkern von Frankfurt.

Ein letztes Mal gehen wir ins »Ristorante Borsalino«. Meine Nase ist verstopft, eine Erkältung bahnt sich an. Später wechseln wir noch ins »Erdnüßchen«, das - für Beate passend - eine Raucherkneipe ist. Während Beate dann schon auf dem Heimweg zur Herberge ist, wanke ich noch in ein drittes Lokal und aus diesem gegen halb zwölf in Richtung Juhe, solange ich diese Richtung noch finden kann.

Nein, die Bierchen sind's nicht, es ist die aufblühende Erkältung, die mir am folgenden Morgen zusetzt. Ich zerkaue ein Aspirin unter der Dusche, gehe matt zum Frühstück, bin etwas zu spät in der Lobby, erst kurz nach 9. Noch einmal hoch und den Rest des Gepäcks geholt. Beate bewacht in der Lobby das Gepäck, ich checke aus und hole das Auto vom einen Kilometer entfernten Parkplatz, wir fahren wieder zu diesem Parkplatz nahe Halle 9, ich leere die Klamotten aus dem kleineren Rollkoffer in den Kofferraum, mit zwei leeren Rollkoffern kommen wir so über den Eingang Torhaus in die Messe, räumen alles, was noch uns gehört, in die Koffer, ziehen wieder zurück auf den Parkplatz. Noch einmal in den russischen Supermarkt - ich lege mir eine Kollektion russischer Biere zu, »Baltika« aus Petersburg (verschiedene »Nummern«, d. h. Sorten), »Schachterskoje« (mit einem Bergmann auf dem Etikett) und andere. In einem Karton trage ich sie in den Kofferraum.

Tanken kurz vorm Frankfurter Westkreuz. Es ist gegen Mittag. Riesenstau an einer Baustelle nördlich von Karlsruhe. Stimmt, den sahen wir schon auf der Hinfahrt - das hatten wir aber völlig vergessen. Und wir hatten noch Glück: Hinter uns gab's Unfälle, da wurde der Stau noch viel länger ...

Um 16 Uhr lade ich mein Messegirl bei Rottweil ab, um 17 Uhr bin ich wieder daheim. Die Balkonpflanzen haben die leichten Frostnächte alle überlebt. Glück gehabt, denke ich mir und öffne zischend die erste der russischen Bierflaschen.

24.10.09

Wie es weiterging auf der Buchmesse (Teil 2 von 3)

Hallo Freunde,

und weiter geht's:

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Mittwoch, der 14. Oktober 2009

Um 6.40 Uhr rasselt mein mechanischer Wecker, den ich zur Geräuschdämpfung in den Schrank gestellt habe. Schnell duschen, runter zum Frühstück, das »korrekte Messe-Outfit« heraussuchen, kräftig frühstücken (denn bis zum Abend gibt es nichts mehr), Bettwäsche abziehen, alles in einen Koffer packen, nahe der Rezeption einschließen, mit meinem Messegirl kurz nach 8 losziehen ...
Sie friert in ihrem Schotten-Miniröckchen, denn es hat nur wenige Grad über Null. Ich mache mir Sorgen um meine Balkonpflanzen, denn daheim in Nehren ist es sicher noch ein paar Grad kühler.

Die folgenden 5 Tage verlaufen alle ähnlich: Kurz nach 8 ziehen wir los zur Konstablerwache, fahren mit der gesteckt vollen S-Bahn zur Messe, lassen uns im Menschenstrom durch die Absperrungen treiben, ca. 8.45 Uhr Rolltreppe runter, einer von den Jungs und Mädels von der FAZ drückt uns die druckfrische, tägliche neue Messe-Sonderausgabe in die Hand, wir schwenken in unsere Halle und sind ca. 30 Sekunden später an unserem kleinen Stand ...

... und beschäftigen uns mehr mit dem gierigen Lesen der Messe-FAZ als mit dem Herrichten des Stands. Erst am zweiten Messetag hatten wir begriffen, zu welch satirischer Kraft sich die gute alte Tante FAZ hier aufgerafft hatte. Zum Glück erwischten wir noch Exemplare von Ausgabe 1. Schon die Unvollständigkeit des Romans wäre ärgerlich gewesen: »Frankfurter Verknotung. Ein Kurzroman in 5 Teilen von Oliver Maria Schmitt«, dem begnadeten Satiriker und Ex-TITANIC-Chefredakteur. Inhalt: Ein Caterer verdient harmlos sein Geld mit Umfüllen von billigem Aldi-Sekt in Champagnerflaschen für Verlagsempfänge und ähnlichem - da machen sich plötzlich chinesische Dissidenten in seiner Wohnung breit und vermüllen alles, aber er duldet es trotzdem, weil eine hübsche chinesische Assistentin dabei ist und er hofft: Da läuft was.
Doch die Assistentin wird entführt: »Ich sah gerade noch, wie sie das Mädel hinten in einen Kombi warfen und davonrasten.« Fortsetzung folgt.
Dem Caterer gelingt es, das Mädel aufzuspüren - es ist in den Doppeltürmen der Deutschen Bank gegenüber dem Messegelände gefangengehalten. »Werden die nicht seit Monaten saniert?« - »Ha ha, schön, daß Sie das glauben! Die Türme gehören längst uns Chinesen, sie heißen jetzt Yin und Yang, und im einen wird Reis gelagert, im anderen Sojasoße.« Das Chinesenmädel wird grausam gefoltert: Sie sitzt gefesselt auf einem Stuhl, und vor steht einer und schneuzt sich in ein Taschentuch. Das Mädchen schreit gellend auf. (Auf den Boden zu rotzen ist normal, in ein Taschentuch ist es ein Fauxpas). Alle paar Minuten wiederholt sich das. Hinter einer Stahltür mit Nummernschloß liegt die »Frankfurter Verknotung«, ein besonders wichtiger Internetknoten; wer den beherrscht, der herrscht über »Ruhe und Harmonie in der Welt«. Schließlich stellt sich heraus: Die türöffnende Nummernkombination ist identisch mit der Handynummer von Frank Schirrmacher, dem FAZ-Feuilletonchef ...

»Die Halle 4.1. hat ein ganz schlechtes Karma«, schrieb Ulla Berkéwicz, die Suhrkamp-Verlegerin, in die Facebook-Seite von Peter-Handke, natürlich nicht in Wirklichkeit, sondern in der satirischen Messe-FAZ-Fiktion einer Facebook-Seite von Peter Handke. Vielleicht war daran der Yogi-Tee schuld, an dem schlechten Karma. »Laut Gerüchten soll Reinhold Messner an der Westwand von Halle 4.1 gesichtet worden sein«, meldete die Messe-FAZ ein, zwei Tage später, und auch mein Messegirl erzählte mir, daß Messner während meiner Abwesenheit am Stand vorübergegangen sei ... »Die übelsten Gerüche der Messe«, so die Messe-FAZ am letzten Messetag: »Reinhold Messners Yeti, die Esoterik-Tanten in 4.1. mit ihrem Yogi-Tee ...«
In der Tat bekamen wir in Halle 4.1. fast so oft einen Yogi-Tee in die Hand gedrückt wie eine Messe-FAZ. »Yogi-Tee ist ein typisches Modegetränk wohlhabender Tussen«, schimpft mein Messegirl, das außerhalb der Messe kellnert. »Ich würd da den dreifachen Preis berechnen, bei dem Aufwand, den der macht. Aber die werden schon ungeduldig, wenn der Tee nicht nach 5 Minuten kommt.«

Karma oder nicht Karma: Durchzug hat unser Stand nahe einem Halleneingang allemal. Das hat traurige Folgen für die Garderobe meines Messegirls, wie das »Tübinger Tagblatt« berichtete:

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Klöpfer & Meyer-Verleger Hubert Klöpfer hatte anfangs einen Überraschungsgast neben sich. Zuerst bezog der Nehrener Marterpfahl-Verlag als Messeneuling den Nachbarstand, und plötzlich hatte Klöpfer dessen geballtes Sado-Maso-Angebot vor Augen. Daß Marterpfahl-Verleger Rüdiger Happ dann doch in die Nähe von Claudia Gehrkes Konkursbuch-Erotika umziehen mußte, grämte Klöpfer kaum. Dafür bekam Happ die Standmiete erlassen, doch Autorin Alma N. Noth (»Die Muschel«) sitzt dafür im Durchzug und bedauert sehr, ihre ganzen mitgebrachten Miniröcke nicht anziehen zu können. [Die Autorin ist identisch mit meinem Messegirl].
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Um 14 Uhr stand ich wie ein Reiseleiter mit einem Schild MARTERPFAHL VERLAG dort, wo wir ursprünglich hätten sein sollen, und fing den taiwanesischen Literaturagenten ab, der »Sex für Fortgeschrittene« in »komplexen Zeichen« bringen wird. An meinem neuen Stand-Standort angekommen, bedauerte er, daß Taiwan zwar mehr Freiheit für Erotika bot als Rotchina, aber bedeutend weniger als Japan. Einen Titel immerhin nahm er sich mit ...

Nicht selten stoppten Inder und Chinesen an meinem Stand, blätterten mit einer Mischung aus Amüsement und Interesse in den Büchern und erklärten mir, in ihren Ländern wäre »so etwas« nicht möglich ...

Die halbe Messe ist voller Chinesen und die halbe Stadt noch dazu, in jedem Lokal sitzen welche, und manche fragen dann ganz ganz klischeemäßig mit dem Sprachführer mühsam nach der »Llllech-nung«. Ob die 300.000 Isländer es 2011 schaffen werden, genauso viel Wirbel zu machen wie die 1,3 Milliarden Chinesen? Immerhin stellen sie sich schon mal vor:

»15.45 Uhr: An alle Trolle und Elfen, begeben Sie sich zügig ins Übersetzerzentrum! Island, Ehrengast der Buchmesse 2011, stellt sich vor. VDÜ, Halle 5.0.«

Für mich persönlich interessanter wäre da schon diese von der Messe-FAZ vorgeschlagene Veranstaltung gewesen:

»14.00 Uhr: Das Börsenblatt fragt sich, ob Ratgeber aussterben [Unsinn: Die verkaufen sich bei mir besser als Belletristik]. Diese Frage versetzt uns in Unruhe, also bestellen wir gleich ›Erste Hilfe - wie beatme ich einen dahinsiechenden Ratgeber‹ [Schon besser, das wüßte ich auch gern!].«

Um 15.00 Uhr prämiert Bloomsbury in Halle 4.1., also ganz in meiner Nähe, wie jedes Jahr den kuriosesten (englischsprachigen) Buchtitel des Jahres, verleiht also den sogenannten Diagram-Preis. Wer diesmal Sieger wurde, das weiß ich gar nicht. 2006 lautete der Siegertitel »Die herrenlosen Einkaufswagen des östlichen Nordamerika: Ein Führer für die Bestimmung im Feld«, davor waren es Titel wie »Machen Sie ihr Pferd bombensicher« oder »Lesbische Pferdegeschichten«, »Leben mit verrückten Pobacken«, »Wie man in den Wald scheißt: Eine ökologisch vernünftige Annäherung an eine vergessene Kunst«, »Griechische Landpostboten und die Nummern ihrer Entwertungsstempel« bis hin zu »Höhepunkte in der Geschichte des Betons«. Ja warum denn nicht? Im deutschen »Verzeichnis lieferbarer Bücher« fand sich auch mal ein Titel »Geschichte des Autobahnbaus am Beispiel der A 8«, herausgegeben im »Beton-Verlag«, einem Lehrbuchverlag für angehende Straßenbauer. Auch solche Titel muß es geben.
1990 empfand man gar Pat Califias (in unseren Kreisen) bekanntes lesbisches SM-Sicherheitshandbuch als besonders kurios (die Autorin konnte sich über die Publicity gewiß freuen), und schon die ersten Titel von 1978 und 1979 gehen zur Sache: »Proceedings of the Second International Workshop on Nude Mice« (Berichte der Zweiten Internationalen Arbeitstagung über nackte Mäuse), University of Tokyo Press, bzw. »The Madam as Entrepreneur: Career Management in House Prostitution« (Die Puffmutter als Unternehmerin – Karrieremanagement im Bordell) von Barbara Sherman Heyl. Na, da sind wir ja mal wieder beim Thema. In den letzten Wochen vor der Messe bekam ich einige Mails von Unternehmen, die Messe-Hostessen anpriesen. Mit denen wäre ich aber sicher nicht so günstig gefahren wie mit meinem Messegirl. So richtig teuer wird es aber erst, wenn man(n) Wert auf 24/7-Rundumservice legt: 6000 Euro kostet ein »Model« mit Idealmaßen und messetauglichem IQ für 5 Tage, ermittelte die Messe-FAZ Nr. 1, die wir (noch) verschmähten, und so erfuhren wir auch nichts von dieser Veranstaltung:

»16.45: Bei ›Öffentliche Beichten für Verleger‹ sind Sätze zu erwarten wie ›Ich habe meinen Autor zum Schreiben eingeschlossen‹ und ›Das mit dem Vorschuß war nur ein Witz‹. DocCheck, Halle 4.2«

Als Aussteller sitzt man gleichsam im Auge des Sturms und kriegt doch recht wenig von dem mit, was drumherum vor sich geht. Es fehlt der Überblick, man sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Bis zehn, elf Uhr abends habe er noch Termine gehabt und kaum genug Stunden zum Schlafen, klagte mir am Sonntag ein Verlegerkollege. Na, da hab ich ja direkt noch Glück gehabt, daß bei mir nicht alle Termine geklappt haben, die ich mir ursprünglich vorgenommen hatte.

In den USA sollen derzeit Zombies der neueste literarische Trend sein, doch die Zombifizierung der Messeteilnehmer werde noch mindestens einen Tag auf sich warten lassen, so die Messe-FAZ; schließlich seien alle noch frisch und ausgeruht. Wenn die Zombifizierung aber schon weit fortgeschritten ist, kann es sein, daß selbst ein erfolgreicher Schriftsteller nicht mehr weiß, wer er ist. Ein einfacher Selbsttest mit wenigen Fragen kann da zur Klärung der Identität beitragen: »Sind Sie serbophil? Ja? Dann sind Sie Peter Handke.« Falls nein: »Können Sie schreiben? Nein? Haben Sie wenigstens einen Bestseller geschrieben? Ja? Haben Sie Engelslocken? Ja? Wurden Sie schon einmal von Peter Struck mit Andrea Nahles verwechselt? Ja? Dann sind Sie Ingo Schulze.« (Noch Tage nach der Messe leitete die ganz normale FAZ einen Bericht über Andrea Nahles mit einem Foto und dem Satz ein: »Nein, das ist nicht Ingo Schulze ...« Die kriegen von ihrem eigenen Witz nicht genug.)

Der Besucherstrom wächst, es ist ganz schön voll, auch wenn es noch einer dieser »ruhigen« drei Tage nur für Fachbesucher ist. Die Sehnsucht nach dem Feierabendbier und etwas Herzhaftem im Magen wächst. Endlich um 18.25 der erlösende Gong, begleitet von der Ansage: »In wenigen Minuten schließen wir.«

Krawatte abmachen, Stand aufräumen, im Strom der Aussteller lassen wir uns über die überfüllten Rolltreppen auf die überfüllen Bahnsteige in den überfüllten S-Bahn-Zug schwemmen.

Von der Konstablerwache schlendern wir »heimwärts« zur Juhe.

Wir beziehen unsere Vierbettzimmer. In meinem Zimmer fragt mich ein Chinese: »Bist Du Aussteller auf der Messe? Ich handle mit Rechten für die Volksrepublik China. Hier ist meine Karte.« Und dann: »Schnarchst du?« Wenigstens der Verkehrslärm dürfte diesmal kein Problem sein, mein neues Zimmer geht nach Süden raus, auf einen Fachwerkturm am Rande der Fußgängerzone Alt-Sachsenhausen.

Ich treffe mein Messegirl in der Lobby, und fünf Minuten später sitzen wir in Alt-Sachsenhausens Lokal »Borsalino«. »Ich spendier Dir einen Prosecco«, sagt mir mein Messegirl, und kaum hat sie das gesagt, da knallen auch schon die Korken. »Wer hier mit einem echten Borsalino reinkommt [wie ich], der bekommt mitsamt Begleiterin einen Prosecco spendiert«, verkündet der Chef. Besser geht's nicht.

Während mein Messegirl schon wieder der Juhe zustrebt, ziehe ich noch ein wenig herum und lande im »Erdnüßchen«, einer Kneipe mit flackernden Lichterketten und einem lustigen Wirt, der Erdnüsse verteilt und sagt: »Die Schalen bitte auf den Boden werfen«, so daß man nach einiger Zeit durch den Müll watet wie in einer spanischen Kneipe, nur daß Erdnußschalen immer noch sympathischer sind als Zigarettenschachteln und vollgerotzte Papiertaschentücher ...

Gegen elf strebe ich bettwärts - morgen ist die Nacht ja schließlich wieder früh zu Ende ...

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So weit für heute.

Gruß, Rüdiger

22.10.09

Wie ich zu einem Gratis-Auftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2009 kam (Teil 1)

Hallo Freunde,

zurück von der Buchmesse, wird es Zeit zur Rückschau:

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Sonntag, 11. Oktober 2009

Endlich ging es los - am späten Sonntagvormittag, dem 11. Oktober. Zuerst heiße Dusche im Tübinger Fitneßstudio (bei mir zu Hause tröpfelt das Warmwasser nur noch), dann südwärts in einen kleinen, dörflichen Ortsteil Rottweils, mein Messegirl aufpicken, das dort über einer Kneipe wohnt und mit deren Wirt, der dort auch Kleinkunstveranstaltungen mit Eckhardt Henscheid, Robert Gernhardt und anderen veranstaltet und gelegentlich was für die TITANIC schreibt.

Was hatte ich alles vor der Messe noch tun wollen!: Vertreter für den Buchhandel aufreißen. Taschenbuchlizenzen meiner Titel vorbereiten. Und und und. 4000 Euro hatte ich in Prospekte für sämtliche wichtigeren Buchhandlungen Deutschlands gesteckt. Und zuletzt war mir über meinen sieben Neuerscheinungen die Zeit davongelaufen. Nur einen Bruchteil dessen, was ich erreichen wollte, hatte ich erreicht, und wie üblich überfielen mich zuletzt Zweifel: Sind Taschenbuchausgaben, vermittelt über Agenturen, wirklich sinnvoll? Das poplige Autorenhonorar von sechs bis sieben Prozent teilt sich dann unter Agentur, Lizenzgeber (ich) und Autor auf ... Mit einer Taschenbuchausgabe einer florierenden Originalausgabe das Wasser abzugraben wäre wohl das Dümmste; eine TB-Ausgabe kommt nur für erlahmende Titel in Frage oder für solche, die bei mir nicht das Publikum finden, das sie bei Stino-Verlagen finden würden.

Weiter nach Frankfurt - immer schön gemächlich, denn mein nagelneuer Dacia Logan Kombi muß erst noch eingefahren werden. Erst gegen 17 Uhr verlassen wir bei miesem Regenwetter westlich von Offenbach die Autobahn und fahren westwärts nach Frankfurt, parken gratis an der Einfallstraße, ziehen mit unserem Gepäck einen Kilometer weiter bis zur Jugendherberge, die am »Deutschherrenufer« gleich neben dem »Deutschherrenpalais« liegt. Die ersten drei Nächte haben wir Einzelzimmer für 40 Euro je Nacht und Nase, die restliche Zeit müssen wir in Vierbettzimmer, und das, obwohl ich schon im Dezember 2008 reserviert hatte. Mein Zimmer hat Blick nach Norden, auf den Main, und nach Nordwesten auf die Türme der City. Läßt man das Lärmschutzfenster zu, ist es zu warm zum Schlafen, läßt man es auf, ist es zu laut. - Abendspaziergang über den Main zum Römer, zur Paulskirche, die 1949 noch Platz bot für die ganze Buchmesse, und einer (rekonstruierten) alten Häuserzeile. Abendessen im Restaurant unweit des Doms. Weil es zum Schlafengehen noch viel zu früh ist, gehen wir noch am Deutschherrenufer entlang nach Osten. Gleich hinter dem Deutschherrenufer liegt die Juhe, daran einige wenige Kneipen und Restaurants. Lebhafter wird's, als wir an der nächsten Kreuzung nach Süden schwenken. Wir landen in einer kleinen »Bierstubb«, die am Wochenende rund um die Uhr geöffnet hat und an den restlichen Tagen ab 7 Uhr morgens. Dementsprechend sind die Gäste ... Als wir 'reinkamen, hielten die Stamm-Suffköpfe kurz inne, dann krakehlten und disputierten sie weiter an der Bar. Wir zwei an einem Ecktischchen, unterhielten uns ruhig. Hinter uns an der Wand Bilder vom Vorkriegsfrankfurt und vom übel kriegszerstörten Frankfurt. Mit der nötigen Bettschwere fielen wir gegen elf ins Bett ...

Montag, 12. Oktober 2009

Den Rollkoffer mit den schweren Büchern durch die Stadt zur Messe zu ziehen (oder besser: zu schleifen, die Rädchen sind unter dem Gewicht zusammengebrochen und funktionieren nicht mehr) ist wohl doch keine so gute Idee. Aufs Messegelände mit seinem Chaos zu fahren aber auch nicht, finde ich. Und so rollen wir morgens westwärts in meinem Auto das Südufer des Mains entlang, dann nach rechts, nordwärts, am Bahnhof vorbei. »Parkhaus Messe geradeaus«, sagt mein Messegirl, auf die Wegweiser deutend. »Die werden's ja wohl wissen.« - Ich: »Das ist das Parkhaus Rebstock, gedacht für die von der Autobahn anreisenden Messebesucher, mindestens einen Kilometer von der Messe entfernt. Da gibt's während der Messe sogar einen Shuttlebus - nur leider nicht vorher.«
Raus nach Rödelheim, umdrehen, und kurz vor der Messehalle 9 findet sich ein fast leerer Riesen-Gratisparkplatz. Leider sind alle Tore zur Messe auf dem Weg nach Süden verschlossen, und bis zum Haupteingang (»City-Eingang«) am Messeturm ist's mindestens ein Kilometer. Die Eingangshalle ist wie ausgestorben, nur zwei einsame Angestellte halten Wache, denn Halle eins und zwei sind leer, erst in drei wird's lebhaft. 3.1. D 180, da sollen wir hin.
Die bereitliegenden Regalbretter in die Schienen zu stecken, das geht fix; wir bestücken die Regale mit ersten Büchern. Mein Messegirl überredet mich, für die zweite »Ladung« doch das Auto aufs Messegelände zu fahren. Richtung »Rebstock« gibt's eine Einfahrt, in der Mitte von Westen her auch - da fahren wir rein. Am Tor muß man seine Handynummer nennen, auf einen Zettel schreiben und an der Windschutzscheibe auslegen, damit man antelefoniert werden kann, wenn man im Weg steht. Ich wußte meine gar nicht auswendig, mein Messegirl sagte ihre.
Es war genauso hektisch, wie ich's mir vorgestellt hatte. Kein Platz, dauernd war man irgendwelchen Lkws im Weg - nach den nötigsten Arbeiten fuhr ich wieder raus.
Eigentlich war unser Aufbau schon beendet, unser Stand schon mit Büchern bestückt, die Möbel schon gebracht - aber ich hatte ja nicht gewußt, ob wir die Möbel eventuell selbst holen müssen, wie lange alles braucht, und außerdem hatte ich am Dienstagnachmittag, schon vor der offiziellen Messeeröffnung, bereits die erste Verabredung ...
Die Messebauer von einem Großstand nebenan, junge Burschen, waren begeistert von unserem Sortiment: »Oh, guck mal, ›Onanieren für Profis‹ und ›Sex für Fortgeschrittene‹ ...!«
Wir entscheiden, statt nur einem Exemplar pro Titel flächendeckend zu »kacheln« und auch die mitgebrachten einzelnen Buchcover zum »Tapezieren« zu benutzen. Für heute »haben wir fertig« und steigen wieder ins Auto. Nordwestlich der Messe ist ein Wohnviertel, wo nicht nur »Anwohnerparken« herrscht, nein, man darf als Nicht-Anwohner noch nicht mal in das Viertel einfahren. Eigentlich. Wir tun's trotzdem und besuchen einen normalen Supermarkt (mit vollverschleierten Kundinnen) und einen danebenliegenden russischen (mit russischem Bier). Bereichert um Schweppes, Mineralwasser und Pappbecher für unsere geplanten rauschenden Empfänge, finden wir einen Parkplatz an derselben Ausfallstraße Richtung Offenbach wie gestern, nur leider auf der falschen Seite. »Anwohnerparken«. Na, so viele Anwohner gibt's an diesem schrottig wirkenden Getränkemarkt ja nicht, denken wir und stellen das Auto trotzdem hierher. Wird schon schiefgehen.
Später schlagen wir uns schräg gegenüber von der »Bierstubb« den Bauch voll in einem »afghanischen Restaurant«: Büffet. »All you can eat«, zu geringem Preis, je früher am Nachmittag, desto geringer. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Während mein Messegirl vernünftig bleibt, fresse ich mich voll und mache mich noch auf die Suche nach Kneipen, während sie schon tugendhaft zur Juhe strebt (in der es übrigens auch ein »Backpackers Inn«, d. h. einen Bierausschank gibt, die Zeiten ändern sich).
Zu meiner Überraschung erstreckt sich im Rücken der Jugendherberge eine richtige Partymeile, die Fußgängerzone »Alt-Sachsenhausen«. Eine Kneipe, Shisha-Kneipe und Cocktailbar nach der anderen. Ein Restaurant neben dem anderen, äthiopisch, polnisch, persisch - und viele haben auch noch (zweisprachig englisch-deutsch für Touristen) solche deutschen Klassiker wie »Eisbein mit Sauerkraut« oder »Leberknödelsuppe« auf der Karte.
Die kleinen, alten Häuser - auch einige Fachwerkhäuser darunter - sind wohltuend; offenbar hat hier der Krieg nicht so gewütet wie im Stadtzentrum. Über einigen Fachwerkhäusern zeigen sich aus bestimmter Perspektive die angestrahlten Türme der Frankfurter City, ein kurioser Kontrast.
Mich verschlägt's in eine Kneipe kaum 200 Meter von der Jugendherberge, ich lege meine Lederjacke mit dem Handy in der Brusttasche sorgfältig über einen Stuhl und trinke noch ein, zwei Bier, bevor ich wieder zur Jugendherberge gehe.

Dienstag, der 13. Oktober 2009

Das Bohnenmus ist schuld. Oder war's Erbsenmus? Ich »detoniere« die ganze Nacht und kann kaum schlafen. Aber noch müssen wir ja erst um acht aufstehen, noch ist Schonfrist.
Am Vormittag besuchen wir das Titanic-Karikaturenmuseum auf dem Nordufer des Mains und gehen danach zur Konstablerwache, zur U-Bahn-Station, damit wir morgen wissen, wo wir lang müssen.
Ich muß sagen: Frankfurt sieht man - ähnlich wie Köln - an, daß es im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Gesichtslose, öde Neubauten beherrschen die Stadt, zwischen die sich nur gelegentlich mal ein älteres Haus mischt.
Mit der S-Bahn zum Messebahnhof Torhaus, die Treppen hoch, rein in die Halle.
Wir sind noch nicht lange an unserem Stand, da kommt Maren Ongsiek zu uns, eine der Messeleiterinnen. »Der Klöpfer & Meyer-Verlag möchte sich vergrößern und ist außerdem nicht ganz glücklich über die Nachbarschaft des Marterpfahl Verlags«, verkündet sie uns. »Wären Sie nicht bereit, in Halle 4.1 G 563 umzuziehen?« Und als ich mich über diese Zumutung aufrege, sagt sie: »Wir erlassen Ihnen auch die Standmiete.« Na wenn das so ist - rund 900 Euro spart man gern ...
Nach einer Stunde haben wir schon das meiste geschafft, die Klöpfer & Meyer-Leute machen sich auch schon relativ rücksichtslos breit, da wird es Zeit für meine erste Verabredung: mit einer aus Taiwan stammenden Professorin in Hongkong und Bestseller-Autorin, die ein interessantes Buch veröffentlicht hat - könnte sich lohnen für meinen Absprung aus der SM-Ecke.
Über das Handy meines Messegirls hatte ich erfahren, daß sich der Treffpunkt verändert hatte: Das Café in H 5.4. Wir brachen früh auf, denn ich hatte - zu Recht - die Befürchtung, daß wir's nicht finden würden. Halle 5.1 kannte ich, aber H 5.4?
Nahe dem ursprünglichen Treffpunkt in Halle 6.1. war den Mitarbeitern eines taiwanesischen Verlags sofort klar, wer unsere Gesprächspartnerin war, sie kannten den Termin und wischten sorgfältig die Stühle ab, auf denen wir - da zu früh - warten sollten.
Um 16 Uhr schließlich der Gesprächstermin im ebenfalls noch nicht geöffneten Café. Ich erzähle der Sekretärin der Bestsellerautorin, daß mir mein Handy abhanden gekommen ist, aus der Brusttasche gefallen, jemand anders braucht jetzt die Prepaid-Karte des Handys auf. Sie lachte schallend. Da habe jemand versprochen, »Mr. Happ« den geänderten Treffpunkt mitzuteilen, und es sei ein völlig Fremder gewesen, und ein völlig Fremder habe sie abends angerufen ...
Nach einer Viertelstunde Konferenz scheiden wir wieder voneinander.
Wir gehen zurück zu unserem Stand, vollenden den Umzug, gehen durch die immer noch halbleeren und im Aufbau befindlichen Messehallen zurück zum Ausgang Torhaus, fahren mit der S-Bahn zurück zu unserem Quartier, während Gottfried Honnefelder, Vorsitzender des Börsenvereins, um 18.20 Uhr mit einem Holzhammer-»Tock!« die Buchmesse offiziell eröffnet, essen in Alt-Sachsenhausen in einer deutsch-russischen Grillstube zu Abend und verabschieden uns in der Lobby der Juhe voneinander: »Morgen um 8 in der Lobby!«
Bisher waren wir um 8 erst beim Frühstück. Morgen müssen wir um diese Zeit ausgehfertig sein, denn um 9 müssen alle Stände besetzt sein. Zugleich müssen wir morgen um 8 unsere Sachen nahe der Rezeption einschließen, denn wir müssen Vierbettzimmer beziehen, die Einbettzimmer waren für die Messedauer schon vergeben gewesen, als ich im Dezember 2008 reserviert hatte ...
Morgen wird es ernst.

29.9.09

Klarmachen zum Ändern? Oder fertigmachen zum Untergang?

Eine Randnotiz bei der letzten Bundestagswahl war das Abschneiden der Piratenpartei: Zwei Prozent. Bei den männlichen Erstwählern sogar 13 Prozent. Tja - mit dem von der PP gewünschten »Ändern« wird es erst mal nix. Sind diese zwei Prozent jetzt ein Aufbruchssignal (auch die Grünen bekamen 1980 nur 1,5 %) oder schon der Anfang vom Ende? Ist die Piratenpartei eine Eintagsfliege, oder sind die »Piraten«, was die alt und etabliert gewordenen Grünen um 1980 waren? Als Verleger sehe ich die Positionen der Piratenpartei zum Urheberrecht natürlich mit Skepsis, auch wenn ich den freiheitlichen Anti-Zensur-Geist natürlich andererseits begrüße, denn gerade als Erotikverleger ist man auf liberale Geister in der Politik natürlich ganz besonders angewiesen ...

Nun ja - man wird sehen. Warten wir's ab ...

28.9.09

Die SCHLAGZEILEN würdigen
»Vom Macho zum Mädchen«
und »dirty writing«

Heft 105, S. 71:

Ich fand es schade, als ich das Buch beendet hatte, ich hätte gern noch weitergelesen, denn der Autorin Molly Morgen gelingt es, einem alten Thema neue Facetten abzugewinnen.
»Vom Macho zum Mädchen« beschreibt die Liebesgeschichte von Klaus und Heike. Klaus steht schon seit Längerem auf Frauenkleidung und Feminisierung, aber da er verheiratet ist und seine Frau kein Verständnis für seine Leidenschaft hat, knüpft er im Internet Kontakte und lernt so Heike kennen ...
Das erste Treffen findet in einem Hotel statt und beide sind sofort voneinander angetan. Die erste Session übertrifft alle Erwartungen, die die beiden hatten. Nicht nur das Schminken und Ankleiden von Klaus gefällt ihnen auf Anhieb, auch das Dominante an Heike törnt Klaus an. In Frauenkleidern muss er Heikes Befehle befolgen, sie sexuell verwöhnen und sich benutzen lassen.
Danach, allein in ihrem Zimmer, überfällt Heike eine tiefe Traurigkeit: Klaus ist doch wie alle Fetischisten – Hauptsache, eine Frau erfüllt seine Wünsche, die Person an sich ist doch austauschbar. Oder?
Neben der Gefühlsebene, die wunderbar ausgeleuchtet wird, beinhaltet das Buch phantasievolle Feminisierungs- und Disziplinierungsszenen.


Auch »dirty writing« des alten Routiniers Arne Hoffmann bekommt Erfreuliches zu hören:

»dirty writing« ist ein Ratgeber von Arne Hoffmann an die Hobbyautoren unter uns.
Das Angebot an erotischen Geschichten ist mittlerweile so groß (im Internet gibt es zigtausende), dass allein das Label Sex nicht ausreicht, um eine Story lesenswert zu machen – Qualität und schriftstellerisches Know-How sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Natürlich, Talent kann man nicht lernen, aber die handwerklichen Voraussetzungen schon. Und genau diese gibt uns Hoffmann an die Hand, und er macht das gut: Nicht belehrend, sondern als Partner führt er uns Schritt für Schritt durch das Genre Kurzgeschichte.
120 Seiten des Buches umfasst der reine Ratgeber, darunter ein Interview mit seinem Verleger über die Chancen von Autoren am Erotikmarkt, der Rest Kurzgeschichten vom Autor selbst als Beispiel, teilweise mit erklärenden und hilfreichen Fußnoten versehen.
Nach dem Lesen dieses Buches gibt es keine Ausrede, die eigenen Geschichten in der Schublade zu lassen.
(... es sei denn, sie sind allzu schlecht ;-)

Na, das ist doch mal wieder nett! :-)

Der Knoten ist durchschlagen ...

... uff! Endlich ist der lähmende Stillstand der Großen Koalition vorbei! Das dachte ich mir, als ich bei der überparteilichen Wahlparty im Tübinger Lokal »Zatopek« die ersten Prognosen über den Bildschirm flimmern sah. Zu hören war nichts, denn die Partyveranstalter, unterstützt vom freien Radio »Wüste Welle«, hatten den Originalton des ZDF abgestellt und lieferten fast lippensynchron ihre eigenen Scherz- und Nonsenskommentare zu den stummen Bildern auf dem Bildschirm.

Nach einer Stunde ließ der Reiz des Herumkasperns nach, die Sehnsucht nach echter Information wuchs ebenso wie die nach frischer Luft, und D. und ich zogen durch die Stadt, bis wir schließlich nach längerer Suche (viele Lokale hatten keinen Fernseher, auf etlichen Fernsehern lief Fußball statt Wahl) im an diesem Abend halbleeren Mexikaner am Neckartor landeten.

Tja, schau'n wir mal, was uns die nächsten vier Jahre bringen.

Die nächsten zwei Wochen bringen mir jedenfalls eine intensive Vorbereitung auf die Buchmesse - hoffentlich schaff ich wenigstens die Hälfte dessen, was ich mir vorgenommen habe, sonst macht die ganze Messe wenig Sinn -, und ein bißchen den Garten in Form bringen muß ich auch, sonst passiert noch, was letztes Jahr schon passierte, ich aber hier nicht berichtet habe. Da erhielt ich auf einmal eine Email: »Ich bin Entrümpler und wohne in Nehren. Seit Jahren versuche ich schon, meine Eltern hierher zu locken. Neulich waren sie auf Besuch, gingen an Ihrem Haus vorbei und erklärten mir, sie könnten sich gut vorstellen, in diesem unbewohnt wirkenden Haus zu wohnen. Wären Sie zu Verkauf und Vermietung bereit?« Hilfe - hätte ich eine Schrotflinte gehabt, ich hätte sie gleich durchgeladen ...

Nach der Buchmesse geht's munter weiter: Steuerprüfung (der stark schwankende Gewinn irritiert die Finanzämtler wohl), Austausch des Leasing-Dacias gegen den neuen (gekauften) mit Kombiheck und und und ... Nicht zuletzt kommen dann schon langsam die Frühjahrs-Neuerscheinungen in Sicht ...

Schade eigentlich: Bilderbuch-Herbstwetter, aber das Freibad in Tübingen hat schon zu, und meine Harley ist ärgerlicherweise immer noch in Reparatur. So eine Verschwendung!

Trotzdem schöne Herbsttage wünscht allen Lesern

Rüdiger Happ

20.9.09

15 in einem Jahr!

15 Neuerscheinungen in einem Jahr - so viel hat es noch nie gegeben, und so viel müssen auch erst einmal verdaut werden. Was nützt es, neue Titel herauszugeben, wenn die alten nicht anständig beworben und vermarktet werden können? Den nächsten Schwung von Neuerscheinungen wird es erst im Frühjahr geben - auch wenn es im einen oder anderen Falle eigentlich früher vorhergesehen war ... Mit einem soliden Titelbestand gehe ich in die Buchmesse - mal sehen, in welcher Verfassung ich wieder herauskomme ... ;-)