26.9.16

SS 2 und SS 3 - Marterpfahl wieder auf der Frankfurter Buchmesse


SS 2 (Schwarze Serie Band II) wird ein - auf der Frankfurter Buchmesse (siehe unten) präsentierter Band vom Feinsten sein: Eine Hamburger Deern wird entführt und aufs schändlichste - - nun ja, lesen Sie selbst.

SS 3, schon seit längerem halbfertig, kommt aber wegen technischer Probleme erst im November/Dezember: Eine geheimnisvolle Villa; Kunstliebhaberei und kunstvolle Unterwerfung. Eine Dame mit einer Peitsche. Es wird spannend werden ...

Marterpfahl goes Frankfurt again: Zum ersten Mal seit 2011 besucht der Marterpfahl Verlag heuer wieder die Buchmesse Frankfurt (19.-23.10.), diesmal in der gutbesuchten Halle 3.0, Stand B 23.
Schwerpunktland sind heuer die Kaasköppe (Niederlande und Flandern), da bietet sich eine günstige Gelegenheit, belgisches Bier auszuschenken (nur aus dem flämischen Landesteil natürlich ;-))

Wer hilft mir diesmal beim Biertrinken? (Bild von 2010)
















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Ein Autor gibt auf: Am 31.7. verkündete »Gerwalt« hier seinen Rückzug als Autor. Im Hauptberuf ist er »die Treppe hinaufgefallen«, und der Gehaltszuwachs dürfte gewiß das Autorenhonorar übertreffen. Mit dem Gehalt wuchs auch der Streß, so daß nur noch wenig Zeit zum Schreiben blieb. Gewachsen ist auch der Frust darüber, daß es immer schwieriger wird, auch nur 1000 Menschen zum Kauf eines Romans zu bewegen, und wenn man dann noch eine Vorliebe für dezente Titelbilder und literarische Titel hat, dann wird's noch schwieriger. »Nouvelle France« wollte er einen bestimmten Roman nennen statt wie von mir - zu seinem Ärger - durchgesetzt »Sklavin am Ohio«; aber dann wären wohl nur 100 Stück verkauft worden statt immerhin 550 ... »Die Ritterburg der geilen Sexsklavinnen« wäre - wir sprachen in diesem Blog schon mal darüber - verkaufsträchtiger gewesen als »Weidenrute und Schwert«, »Feder und Farbe«, »Kette und Kreuz« ... Es gelten die Gesetze der Illustriertenreklame: Was nicht auf den ersten Blick den Blick des Lesers fesselt, kann noch so gut sein - es fällt durch den Rost der Aufmerksamkeit, bleibt ungelesen. - Virales Marketing? Kann man vergessen, wenn man keine von Tausenden besuchte Facebook-Seite hat, und auch dann muß man pausenlos rührig sein und am Ball bleiben, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. - Ebooks? Starker Preisdruck. Preise über 5 Euro für Erotik-Ebooks scheinen kaum durchsetzbar. Und dafür soll man nun 200 Seiten schreiben, monatelang, wenn das Publikum kaum bereit ist, dafür den Gegenwert von ein,  zwei Kneipenbieren zu löhnen?

Nein, zwei Autoren: Eine Etage höher, verkaufszahlenmäßig, hat einer meiner Bestsellerautoren vor ein, zwei Jahren ähnliches geäußert. Das Schreiben sei - neben einem IT-Beruf - eines seiner zwei wirtschaftlichen Standbeine, aber zu dünn und spillerig dürfe es auch nicht werden. Er habe keine Lust, zwei Monate lang an einem Roman zu schreiben, wenn der nicht mindestens 4000 Euro Honorar einbringe. Da verwende er lieber mehr Zeit auf seinen Elektronikjob, der sei einträglicher.
Ähnliches im Musikbereich: CDs verkaufen sich kaum noch, Raubkopien ohne Ende, wenn überhaupt noch was geht, dann mit Konzerten.
Vor 200 Jahren sprach sich Schopenhauer gegen Literatur von Profis aus (sinngemäß): »Neun Zehntel der gegenwärtigen Litteratur haben nur den Zweck, dem Publico einige Taler aus der Tasche zu ziehen, dazu haben sich Autor, Verleger und Recensent fest verschworen.« Er bevorzuge den Amateur und Dilettanten mit Herzblut und ohne Gewinnerzielungsabsicht. (Er konnte sich's auch leisten.)
Ja, so ist das heute. Außer einer kleinen Zahl von Bestsellerautoren können immer weniger mit Literatur im engeren oder weiteren Sinne ihre Brötchen verdienen, und das wird dazu führen, daß nicht nur routinierte Allerwelts-Profiautoren, um die es nicht allzu schade ist, aufgeben, sondern auch viele lesenswerte, liebevoll ihre Geschichten ausfeilende Amateur-Autoren, auch solche, denen die Printing-on-Demand- und Selfpublishing-Dienste gerade erst die Bücherwelt erschlossen hatten. Es war noch nie so leicht, Bücher herauszubringen, und noch nie so schwer, sie unters Volk zu bringen. -
Der letzte VHS-Videorekorder-Produzent hat Ende Juli die Produktion eingestellt. Eine Ära geht zu Ende. (Werden eigentlich noch Musicassetten hergestellt, oder hat's die auch schon erwischt?) Siehe auch: »Wir hätten gern weiterproduziert.« -
Brügge bekommt eine Bier-Pipeline und entlastet seine Altstadtgassen von den Bierlastern. - Schluß mit den Rauchverboten, weniger Tempokontrollen und höhere Promillegrenzen für Autofahrer - so das Wahlprogramm der UKIP für die schottischen Regionalwahlen (kein Link). - 
Die Achse des Guten entdeckt das belgische Klosterbier. - 
Mal was Gutes von der Linken: Schluß mit dem Bezahlen für Autobahnraststättenklos!

Politik: Zeit zu gehen

Warum er nach etlichen Jahren aus der CDU austrat, faßt ein Funktionär der unteren Garde in Sachsen so zusammen: »Niemand ist der CDU beigetreten für eine Politik der unbegrenzten Zuwanderung. Niemand für eine Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch die Europäische Zentralbank. Niemand für eine Energiewende, die über die Pläne von Rot-Grün hinausläuft. Niemand hat je einen CDU-Aufnahmeantrag gestellt, damit die Türkei EU-Mitglied wird. Und erst recht hätte sich niemand, der vor 2005 CDU-Mitglied wurde, je träumen lassen, dass die Partei, der er angehört, das alles aktiv betreiben würde.« - Besonders der Jubelparteitag im letzten Winter habe ihn, den Ex-DDRler, nachdenklich gemacht: »Meine Zweifel begannen mit dem gruseligen Bundesparteitag in Karlsruhe, zu dem ich Delegierter war. Neun Minuten standing ovations für Angela Merkel waren angesichts der Situation im Land mit damals über 100.000 illegalen Einwanderern je Monat eine Verhöhnung der Bürger. In ihrer Rede entfaltete sie die Vision eines Landes ohne Grenzen, was immer auch ein Land ohne Sicherheit, ohne Wohlstand und ohne demokratische Mitsprache für die einfachen Leute bedeutet. Es gab nichts zu bejubeln. Von Karlsruhe flog ich zur Weihnachtsfeier meines Ortsverbandes; es war eine andere, gute Welt. Miteinander zu tun hatten sie nichts mehr.«
Mehr auf der Seite cdu-austritt.de

Merkels gedämpfte Selbstkritik ;-)







Eine Schuldenuhr diverser EU-Staaten findet man hier. Nur Deutschland, Slowenien, Litauen und Zypern bauen Schulden ab, alle anderen bauen mit an immer höheren Schuldenbergen. Zeit für Deutschland, seinen Hut zu nehmen und sich aus dieser europäischen Gemeinschaft tickender Schuldenbomben zu verabschieden. - Die Zeitungsverleger der USA wollen keine mehr sein: Das Wort »Zeitung« strichen sie aus ihrer Verbandsbezeichnung, siehe hier. Es geht bergab mit dem Papier. -


Weiter zum Kulturprogramm!:


Einen kritischen Blick auf Roald Dahl findet man hier, eine Hommage auf Peter Sellers dort, und mit dem 25 Jahre zurückliegenden, halbvergessenen August-Putschversuch von 1991 in der Sowjetunion befaßt sich die NZZ. Damals wollten Ewiggestrige das Rad der Geschichte Richtung Diktatur zurückdrehen, und einem gelang es später auch so halbwegs: Wladimir Putin. - »Black Angel« heißt der US-Film von 1946, in dem Peter Lorre einen Nachtclubbesitzer spielt. Er sei ganz überrascht gewesen, diesen Film auf Youtube zu finden, erzählte mir ein Fan solcher Schwarzer-Serien-Filme. Als ich ihn jetzt, Wochen später, aber aufrufen wollte, war er schon wieder verschwunden (der Film, nicht der Bekannte). - Die hier vor Monaten verlinkte SM-ige Graf-Yoster-Folge »Das Testament« findet sich auch nimmer am damals verlinkten Ort, sondern jetzt hier. - Ein schottisches Gruselschloß, völlig meschuggenes Personal, eine Testamentseröffnung, ein entnervter Fluglotse namens Dieter Hildebrandt und Iris Berben und Ingrid Steeger als Stewardessen: Fertig ist eine Folge der himmlischen Töchter. - 
Endlich sind doch mal einige Folgen von Didi Hallervordens NONSTOP NONSENSE online zu sehen, darunter Didis erste Schiffsreise. - Demütigung als »sissy boy« - perfekt in Filmbilder gefaßt. - Zum Schluß ein kultureller Höhepunkt: 1000 Meisterwerke - das Testbild.   

Freibad und Sommer adé :-( :

Die heißen Temperaturen gingen schon vor ein, zwei Wochen, heute ist es noch sonnig, aber morgens doch schon recht frisch. Der Herbst ist da, und heute, Sonntag, 25.9., ist letzter Badetag im Tübinger Freibad - bei freiem Eintritt. Das werde ich wohl noch einmal ausnützen, denn an den heißen Tagen Anfang September war's dermaßen überfüllt, daß man kaum das Wasser sah vor lauter Leuten und ich entsetzt floh. Aber bei der Zürcher Seetraversierung Ende August war ich dabei, zum dritten Mal insgesamt, und will das dem werten Publico nicht vorenthalten:


Kein Schwumm in der Badi – Sonntagsvergnügen: Mal wieder ’ne Runde schwimmen gehen – quer übern Zürichsee (2016)



28.8.2016



Aufstehen um halb vier. Wecker abstellen (10 Minuten länger schlafen bringt’s jetzt auch nimmer.)


Um 4.09 mit meinen Sachen ins Auto. Es ist still und stockfinster, Straßenlampen noch aus (bis 4.30), Himmel anscheinend bedeckt. Man kann das ab und zu erkennen, denn es wetterleuchtet wild und immer wilder, je weiter ich südwestwärts vorankomme. Auch einen Schauer gibt’s. Wenige hundert Meter vorm Einbiegen auf die Autobahn in Rottweil plötzlich zwei Anhalter am Straßenrand.

Mein Frühstück besteht aus einem Energiedrink, den ich beim Fahren schlürfe, sonst nichts.

Nach 90 Minuten gemütlicher Fahrt die Schweizer Grenze erreicht – und für den Rest bis 20 km südlich von Zürich würde ich Vignettenloser 1.50 h brauchen, Dörfchen für Dörfchen, Kreisverkehr für Kreisverkehr in diesem dichtbesiedelten Land, auch wenn es am Sonntagmorgen ganz leer ist. (Oder sollte ich einfach auch ohne Vignette auf die Autobahn?)

Gleich als ich vor Schaffhausen die autobahnähnliche Straße verließ, am erstbesten Bankautomaten 50 Franken gezapft – zuvor war ich nicht mehr zum Geldtauschen gekommen, für das man eh zur Tübinger Hauptfiliale der Sparkasse fahren muß, die Nehrener und andere Filialen haben das gar nimmer – oder nur auf Bestellung …

Zögernd wird es nach 6 hell – so herbstlich ist es schon, trotz der brütenden Hitze der letzten Tage. Daß die 60. Seetraversierung so spät im Jahr stattfindet, liegt auch nur daran, daß sie einem anderen Ereignis weichen mußte.

Um ca. 6.45 Wallisellen am Nordrand Zürichs: Viel Mietskasernen, Gewerbe, Industrie …
@ S.: Netten Wohnort hast du dir da ausgesucht ;-) – aber wenigstens halbwegs bezahlbar, vermute ich …

Endlich Zürich City, Hauptbahnhof, Limmat, Seeufer, die Küstenstraße am Westufer Richtung Chur. Es ist 7 Uhr, die aufgehende Sonne bestrahlt die Hanglagen am Westufer des Sees. Traumhaft schön. Herrliche Ausblicke nach Osten über den See.

Auch zu dieser frühen Sonntagmorgenzeit schon Baustellen mit einstreifiger Verkehrsführung und verkehrsregelnden Arbeitern.

7.30: Ich bin am Strandbad Rietliau, gerade als die Registrierung beginnt und der Parkplatz sich schon sichtlich füllt. Über die Überführung zur »Badi« strömen die Leute zur Registrierung, füllen Zettel aus mit Rubriken wie „Diese Wasserleiche bitten wir abzugeben bei …“ – nein, da steht nur: „Im Notfall benachrichtigen …“. Es ist in 60 Jahren noch keiner ertrunken bei dieser Seetraversierung.

Es sind anscheinend nicht wenige Deutsche da, auch etliche Engländer. Scheint eine international bekannte Veranstaltung zu sein. Die älteste und teilnehmerreichste Seetraversierung (mit bis zu 1000 Teilnehmern) ist sie allemal.

Um 8.45 soll eigentlich der Start am Ostufer in Männedorf erfolgen, aber um die Zeit warten wir noch am Westufer auf das Fährboot, das uns rüberbringen soll …

Endlich stehen wir am Ostufer, ein Straßencafé am Startplatz öffnet schon, per Lautsprecher erhalten wir Instruktionen, wie üblich auf Schweizerdeutsch, so daß ich nur die Hälfte verstehe, und schließlich geht’s los, es ist etwa 9.22, als ich mit anderen ins 24 Grad laue Seewasser plumpse und gen Westufer losschwimme, immer die nächste der großen orangefarbenen Bojen anpeilend, die auf ihrem Bauch die Entfernung zum Westufer anzeigen: „2,22 km“, „1,85 km“, „1,48 km“, „1,10 km“. Bei Letzterer war ich gut eine Stunde unterwegs, wäre also 2008 oder 2009 schon kurz vorm Ziel gewesen …

Heuer war ich fast untrainiert, so daß Zeiten von 65 bis 70 Minuten, die ich früher auf der 2,65 km langen Strecke erzielte, unrealistisch waren. Auch hatte ich diesmal eher den Genuß als das Tempo im Sinn, so daß ich, diesmal ohne Schwimmbrille, gemächlich schwimme, den Kopf beim Brustschwimmen fast immer über Wasser, ganz hinten bei der genüßlich schnatternden Kaffeetanten-Armada, nicht der tempogeilen, vollgummierten Sportkompanie, z. T. aus Triathleten bestehend, hinterherhechelnd …

Ab und zu rolle ich mich auf den Rücken, lasse mich sanft von der leichten Dünung in der Mitte des Sees schaukeln und genieße das Bergpanorama im Süden.

Aber alles hat ein Ende, auch das schönste Sich-wiegen-lassen. „730 m“ steht auf der nächsten Boje, das Westufer rückt näher, „320 m“, die jetzt gutbesuchte „Badi“ füllt immer mehr das Blickfeld …

»Unter mir ist Wasser, rechts, links, vorne und hinter mir auch. Ich bin da, wo man normalerweise als Schwimmer nicht ist oder zumindest nicht sein sollte: Mitten im Zürichsee, irgendwo zwischen Thalwil und Küsnacht«, schreibt eine Autorin der NZZ über die zwei Tage zuvor stattgefundene Seeüberquerung zwischen den beiden genannten Orten, 1,8 km lang. »Zwar finde ich mich in der Schlussgruppe wieder, doch auch hier geht es stetig vorwärts. Unversehens finden wir uns schon in der Seemitte wieder. Auch wenn der Himmel inzwischen wolkenverhangen ist, bietet sich ein eindrückliches Bild: Wenn ich den Kopf nach rechts drehe, sehe ich die Glarner Alpen, links reckt sich der Prime Tower in die Höhe – herrlich.« – »Mit einer Dame, die in der Nähe schwimmt, komme ich ins Gespräch. Sie sei vor einem Jahr letzte geworden, erzählt sie mir. Das wolle sie dieses Mal unbedingt vermeiden. ›Aber‹, fügt sie an: ›Wenn man langsamer schwimmt, kann man es auch länger geniessen.‹« – Hier der Link:

http://www.zsz.ch/news/standard/wer-langsamer-schwimmt-kanns-laenger-geniessen/story/31918562

Auch über das 60-Jahres-Jubiläum der (ältesten) Seeüberquerung, der von Männedorf nach Rietliau, berichtet die NZZ:

http://www.zsz.ch/meilen/Die-aelteste-Seetraversierung-des-Zuerichsees-wird-60/story/15279788

Ein paar Minuten noch, dann fassen meine Füße den Boden, den unangenehm steinigen, und ich wanke an Land. »Wie spät ist’s?« fragen mich zwei Mitschwimmerinnen, und ich zeige ihnen meine Armbanduhr: Viertel nach elf. – Eine offizielle Zeitmessung gibt’s bei diesem Volksschwimmen nicht.

Einen Apfel gibt’s und einen Gutschein für ein Würstchen, aber sobald man mehr will als das Standardwürstchen, einen Hot dog etwa, außerdem einen Toast und ein Bier, wird’s teuer …

Mit etwas gefülltem Magen und etwas müden Beinen gehe ich über die Überführung der Küstendurchgangsstraße, und um 12 etwa lasse ich mich wieder in meinen Wagen plumpsen.

Meine in der Zürcher Gegend lebenden Verwandten und Bekannten waren alle anderweitig beschäftigt oder nicht erreichbar, und so fuhr ich wieder heimwärts, nordwärts.

Wenn man als Vignettenloser in Zürich nach der Landstraße nach Winterthur und Schaffhausen sucht (und Autobahnen meidet und kein Navi hat), dann fährt man ziemlich kreuz und quer … Deswegen dauerte es auf der Rückfahrt sogar 2 ¼ Stunden bis zur Grenze …

Nicht in den Graben zu fahren war mein Ziel, als ich endlich nördlich von Zürich auf der Landstraße unterwegs war, denn ich kämpfte mit dem Einschlafen, nahm mir vor, gleich nach der deutschen Grenze ein Nickerchen zu machen. Es gab auch kaum Parkplätze mit Schatten, überall diese Gluthitze.

Endlich habe ich Schaffhausen erreicht. Wegweiser zu allen möglichen Zielen, etwa „Bargen“ und „Thayngen“, aber weder Stuttgart noch Singen. (Vielleicht müßte ich da über die Autobahn kommen). Na gut, dann fahr ich halt gleich nach rechts, über Büsingen, diese deutsche Enklave in Schweizer Umgebung.

Am Rhein entlang; überall Badelustige bei herrlichstem Wetter auf blaustem Wasser, Boote, Schlauchboote …

»Bei sommerlichen Temperaturen am Zürichsee zieht es tagtäglich Menschenmassen ins kühle Nass. Für jene, denen der Schwumm in der Badi oder in Ufernähe nicht genug ist, gibt es jedes Jahr Seeüberquerungen«, schrieb die NZZ vor einigen Jahren, und ich danke ihr für Wortbildung »der Schwumm«.

Dann das Schild mit dem Bundesadler. Ich bin in Büsingen. In Wahrheit beginnt Deutschland schon ca. 50 m früher, weiter westlich, wie deutsche Briefkästen und ein „Goethestraße“-Schild mit „ß“ beweisen …

Oh Schreck! dachte ich am östlichen Ende Büsingens, als ich eine mit Pkw vollgestellte Wiese am Lokal Waldheim sah. Aber die wollten nur ins Rheinwasser, nicht in den kastanienbeschirmten Biergarten, in dem ich mit zwei „Radlern“ die gefährliche Dehydrierung niederkämpfte, mit Blick auf die gestrichelte Linie, die quer durch den Biergarten die schweizerische Staatsgrenze markiert. – Die Villa wurde vor über 100 Jahren von einem deutschen Pfarrer als Altersruhesitz erbaut. Hätte sie auf Schweizer Grund gestanden, hätte der Pfarrer seine Pension verloren; „Haus in Deutschland (Büsingen), Garten in der Schweiz“ – das ging aber.

Bezahlt wird in Franken – und schon ist der Fünfziger, den ich heute morgen am Automaten zog, aufgebraucht.

Zurück ins backofenheiße Auto und – ein paar Dörfer weiter – auf die Autobahn Richtung Stuttgart. Tanken und Sonnenbrille kaufen, die ich über meine normale Brille stülpe – den Sonnenbrillen-Vorhänger meiner anderen Brille hatte ich leider kurz zuvor irgendwo liegenlassen, und bei grellem Sonnenlicht ist es ohne schwer erträglich …

Mehrmals ertappe ich mich, wie ich dabei bin einzunicken. Mühsam schaff ich’s bis Tübingen, wo ich im – sonntags leeren – „Riverside Bowling“ zu einem Riesensteak und zwei weiteren Radlern einkehre.

Zu Hause angekommen, stelle ich fest, daß sich die Rückenträger meines Badeanzugs weiß von der Sonnenbräune rundherum abheben. Dazu haben die zwei Sonnenstunden im Wasser gereicht. Zum Beschlagenlassen meiner Billig-Armbanduhr auch …

Am nächsten Morgen, Montag, meldete unsere Lokalzeitung, das Tübinger „Schwäbische Tagblatt“, es habe sich in Tübingen eine Art Flashmob versammelt, zu einer sogenannten „Luma-Bier-Party“, auf Einladung von irgend jemandem auf Facebook – und ich hatte mich am Samstagvormittag schon gewundert, daß da so viele Leute mit Luftmatratzen und Schwimmreifen, manche Frauen auch in High Heels und eleganten Sommerkleidern, irgendwohin unterwegs waren, vermutlich ans Wasser. Es war aber keine offizielle Veranstaltung, sondern so eine Art Flashmob hunderter Menschen, die dann auf Gummibooten auf dem Neckar dahintrieben, so das TAGBLATT vom Montag:

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Bier-und-Luftmatratzentag-Hunderte-duempelten-den-Neckar-abwaerts-301024.html

Auch eine Art, den Samstag oder Sonntag zu verbringen.

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Solch einen letzten Badetag wünscht das Tübinger Freibad seinen letzten Besuchern ...

19.9.16

Herbstlich wird's, Plakate fallen - warum MARTERPFAHL keinen Drachen (Plakat) steigen lassen wird ...

Kühl und herbstlich wird's, Plakate fallen, die uns dann auf die Schnauze knallen. Nein, das ist doof. Aber nicht ganz unzutreffend. In den letzten Wahlkämpfen sind mal wieder etliche Plakate »runtergehagelt«, wie die Schwaben sagen, meist die der AfD.

Gar nicht erst hochkommen hingegen wird das Marterpfahl-Werbeplakat für den  heurigen Buchmessen-Auftritt des Verlags. Schön war die Idee ja, mit einem provokativen, sexistischen Plakat Leute an meinen Stand zu locken, aber dann kamen x Probleme: Die Bilder waren nicht hoch genug auflösend für ein großes Plakat, etwa das Cover von »Sex on the beach« (Mitte). Also Bilder mit hoher Auflösung besorgen. So einen 46-MB-Batzen per Internet an die Grafikerin übertragen mit meiner halblahmen Verbindung? Kann man vergessen. Also CDs gebrannt und verschickt. Als nächstes war mein Wunsch-Plakatstandort am U-Bahnhof Messe schon vergeben. Ein Ersatzstandort am S-Bahnhof Konstablerwache war teurer und nur wochenweise mietbar, und zumindest 123plakat bot nur die Wochen vor und nach der Messe an, aber nicht die Messewoche selbst, da müßte ich wohl einen anderen Anbieter suchen und fragen. Locker 500 Euro gekostet hätte das Ganze eh, und von 200.000 S-Bahn-Fahrgästen beachten vielleicht 2.000 das Plakat, und 20 tauchen dann vielleicht an meinem Stand auf - der am Samstag und Sonntag eh schon überquellen wird. Also was soll's *seufz*

»Komm mir ja nicht ohne MARTERPFAHL unter die Augen!«



































»SEX ON THE BEACH«: Ob Burka, ob Bikini ...



































»Nichts fesselt mich so wie MARTERPFAHL«












»Buch & belgisch Bier (ab 4) bei MARTERPFAHL, Buchmesse, Halle 3.0 B 23«

So etwa hätte es ausgesehen.

Nun ja. Es hat nicht sollen sein, aber «c'est pas demain la veille» (etwa »gestern ist nicht morgen«), »es ist noch nicht aller Tage Abend«, wie Majestix sagt. 2017 wird Frankreich Ehrengast der Buchmesse sein - und hat da nicht neulich so ein Autor namens Hüllenbeck oder so ähnlich mit einem Roman namens »Unterwerfung« oder so reüssiert, so mit Islam und so? Da könnte man doch ... Da sollte man vielleicht ... 

Na ja. Warten wir's ab :-)

(Merkwürdig: Warum höre ich da im Geist so eine Stimme wie von einer strengen Tante: »Der Junge macht das so lange, bis er sich eine Fatwa eingefangen hat, und dann ist das Gejammer groß!«) 

Trostpflaster (Video)

Wie wäre es, wenn das WAS BIN ICH?-Rateteam einmal den angeblich ältesten Beruf der Welt erraten müßte? Peter Alexander in einer Sexfachrolle:

Viel Vergnügen! :-)

(Man beachte die Worte: »... weil wir nun mal im Bayern-Fernseh'n sind.« - »Holleri!« - »Sie sagen es.« - Und wieder die Stimme im Hintergrund: »Reicht es noch nicht, daß der bayrische Jugendschutz dafür gesorgt hat, daß deine schönen, geilen Cover von Amazon.de verbannt sind?« - Hach ja *seufz*) 

16.9.16

33 Tage bis Frankfurt! :-)

Noch 33 Tage bis zur Frankfurter Buchmesse - und Marterpfahl wird mal wieder dabei sein ... 

Schwerpunktland sind heuer die Kaasköppe: Holland und Flandern. Gelegenheit genug, belgisches Starkbier auszuschenken (aber erst ab 4! ;-).

Heuer ist Marterpfahl in Halle 3, Halle 3.0, genauer gesagt, B 23. Alle sind herzlich eingeladen, einmal vorbeizuschauen, dann gibt's Bier & Buch zum Messepreis! :-) 

Wir schaffen das! :-)

16.7.16

N. N. - »Geld her!« - prüde Bayern u. a.

Folgt noch ... (N. N.) - SS ! bis November aufgeschoben



... die Hauptnachricht für Juli; inzwischen können sich die werten Leser an den »Beilagen« gütlich tun: (siehe unten)

Inzwischen ist der Juli lang vorbei, aber mit der Lieferbarkeit von SS 1 (dieser Femdom-Sissyboy-Story, siehe oben) wird's leider doch noch bis November dauern, sorry. (Das war's, was ich eigentlich melden wollte.) 



»Geld her!« sprach der Staat und ruinierte die Verlage

Manchmal kann ein Zaudern die Rettung sein, dafür ist nicht nur der antike Feldherr Cunctator (»Zauderer«) ein Beispiel, das gilt auch jetzt noch. »Du solltest da auch Mitglied werden!« ermunterte mich um 2004 eine Bekannte, die nebenberuflich zwei, drei Sachbücher verlegt hatte; die verkaufte Auflage betrug vielleicht einige hundert Stück. Wo? In der VG Wort, der »Verwertungsgemeinschaft Wort«, die vor allem Sach- und Fachbuchverlage und -autoren, etwa Doktoranden, dafür entschädigt, daß ihre Werke in Bibliotheken gratis zur Ausleihe und auch zum Fotokopieren bereitstehen, statt daß jeder Leser ein Exemplar kaufen muß. In Druckereien hingen Plakate, die Dissertanden auf die VG Wort aufmerksam machten, und sogar mit Bloggen konnte man zuletzt Geld verdienen, indem man nämlich komplizierte Zählmarken in den HTML-Code des Blogs einflocht. Ich schob die Sache mit der VG-Wort-Mitgliedschaft vor mir her, aber es war nicht nur Bequemlichkeit, sondern auch die Erkenntnis, daß ich nicht, wie meine Bekannte, mit mehreren hundert Euro rechnen konnte, erst recht nicht mit einem Zehntel des Verlagsumsatzes, wie es heute im Tagblatt hieß; ich kaufte mir ausnahmsweise die papierene Ausgabe. Was ein Verlag und dessen Autoren nämlich bekamen, richtete sich nach der Ausleihehäufigkeit der Werke des Verlags in öffentlichen Bibliotheken. Und welcher MARTERPFAHL-Titel steht schon in einer öffentlichen Bibliothek? Meines Wissens keiner, noch nicht mal solche Sachbuch-Bestseller wie »Sex für Fortgeschrittene« oder solche Klassiker wie »Dornröschen« oder »9 1/2 Wochen«. Als ich mich vor einigen Monaten doch mal zur Anmeldung aufraffen wollte, ließ mich das neue Gerichtsurteil. wonach nur Autoren in Zukunft noch was bekommen sollen, Verlage aber nicht, erneut zögern; und jetzt kann man sich's wohl gleich schenken (außer man publiziert im Selbstverlag und steht in x Bibliotheken oder hat einen hunderttausendfach gelesenen Blog). Hier u. a. Berichte über das ältere VG-Wort-Urteil und die Zählmarken. Und jetzt müssen die Verlage zum krönenden Abschluß tausende oder sogar zehntausende von Euro (rückwirkend) an die Autoren zurückzahlen, und so mancher Verlag dürfte dabei ins Schlingern geraten ...

Prüde Paiern, heiße Höschen in Horb, Abkühlung auf dem SM-Dampfer: das Kulturprogramm! :-)

Ende der 90er Jahre war ich auch mal dabei, und jetzt ist das SM-und-Fetisch-Schiff auf dem Bodensee dem SPIEGEL sogar eine Fotostrecke wert. - Im Café Fellatio in Genf soll man(n) zusätzlich zu Zeitung und aufgeschäumter Milch in Zukunft auch noch einen geblasen bekommen. - Heißt es bald »R. I. P. Beate Schmuse«? Der papierene Katalog wurde schon eingestellt (wie bei Neckermann und Quelle), und wenn man das hier liest, dann sieht es nicht sonderlich gut aus ... - Keine heißen Höschen im herben Horb? Über die Kleidersitten in meinem Demnächst-vielleicht-Wohnstädtchen informiert hier die WELT. - Über die geilen Gefühle, die Frauen beim Schlachten von Karnickeln haben, hier Näheres. - »Prüde Paiern!« kann man nur sagen, wenn man sich das Genöle über die sexy Bikini-Reklame am Marienplatz vor Augen führt, die doch eigentlich ganz harmlos ist. Tübingens OB Palmer findet gar, die (vor kurzem abgehängte) Tübinger Rathaus-Renovierungsverhüllung mit einem Windenergie-Poster sei attraktiver als die Münchner Bikinimieze, hat aber wenigstens bei den Asylanten der Shedhalle einen realistischen Blick. - Ohne jede Ironie, Satire oder Kritik berichtet die WAZ hier über den Großimport orientalisch-muslimischer Sozialhilfebezieher auf Steuerzahlers Kosten; die porträtierte Großfamilie lebt pikanterweise in derselben Straße, in der eine deutsche Bekannte von mir nicht ohne Mühe freiberuflich über die Runden kommt. Vor Jahren berichtete die FAS mal darüber, daß eine deutsche Familie in ähnlicher Situation weit weniger wohlwollend behandelt wurde: Das 500-Euro-Geschenk des Bundespräsidenten wurde von einer Jugendamts-Tussi überreicht, die an allem rumnörgelte und teure Änderungen verlangte, widrigenfalls die Kinder eventuell den Eltern entzogen würden. (Link find ich leider nimmer.) - Über das Problem der millionenfachen Armutsmigration berichtet hier Dirk Schümer. - Wie schwierig der Brexit werden könnte, sieht man am Gröxit: 1982 taten sich die EG-Fischer sehr schwer mit dem Verzicht auf die Fischgründe der austrittswilligen Grönländer, siehe hier. - Eine Empfehlung: Der Schriftsteller Herbert Rosendörfer. - »Bilden Sie einen Satz mit Bochum, Köln und Saxophon!« - ??? - »Ein Hund bochum die Ecke und fing an zu pinKÖLN; da sah man seinen Sack so von der Seite.« Dutzende solcher kultureller Perlen finden sich hier in einem Video mit Jürgen von der kessen Lippe, der aus einem Robert-Gernhardt-Band liest. - Zu guter Letzt hier ein aufrüttelnder Beitrag über die grausamen Arbeitsbedingungen von Filmdoubles. Viel Vergnügen! :-)

11.6.16

Neuerscheinung: Küssen kostet extra. - Ansonsten: Wieder mal sexistische Werbung, nackte Gartenarbeit und wirbelnder
Weihrauch ...

Neuerscheinung: Küssen kostet extra. Neue Wiener Schlampengeschichten. Von Lorelay. Kartoniert, DIN-A 5, 290 Seiten, 18,- €. (Vorerst nur direkt beim Verlag bestellbar.)


Kommst du mich besuchen? Oder soll ich dich besuchen?


































Textauszug:

»Wer ist der Hauptgewinn?«
»Du!«
»Also ich arbeite ja jetzt für eine Agentur. Und die brauchen ein Mädel für einen Striptease!«

Mädel?? Strip. Tease? Spinnst??? »Hey, Madame, ich hab 15 Kilo Übergewicht und bin musikalisch wie ein Pinguin! Was stellst du dir vor, bitte?« – »Du kannst sogar tanzen wie ein Pinguin«, meint sie, »solange du dich dabei ausziehst!«

Ach so? Wieso? Sie erklärt mir die Lage: Eine Berufsfeuerwehr feiert ihr dreijähriges Bestehen, und zur Feier des Tages gibt es eben Strip und … »Und … was?« – »Najaaaa, die Jungs sammeln Geld, und nach dem Strip werden zwei Namen aus dem Hut gezogen, die dann … mit dir …« Hmmm … Ich ziere mich noch ein bisserl, bevor ich endlich zusage. Bis Bärbel auflegt, habe ich allerdings schon die Garderobe für diesen Abend auf einem Haufen zusammengetragen: String, French Knickers, Strümpfe, High Heels, Bluse, BH, kurzer Rock – und einen kleinen runden Hut à la Joe Cocker …

Drei Stunden später, auf dem weiten Weg: Es ist dämmrig, in der Luft hängt der schwere Duft von Akazien, die kleinen Tiere sind schon schlafen gegangen, die ganz kleinen kleben an meiner Windschutzscheibe, und dann sehe ich es auf der linken Seite. Ein nagelneuer Schuppen. »Berufsfeuerwehr Hinterkreuzberg« steht in großen Lettern auf dem Giebel. Rund ums Tor kringeln sich Girlanden in allen Farben. Alles vorbereitet fürs Fest – das im übrigen morgen stattfindet, ohne mich. Ich bin nur die Vorgruppe, sozusagen. Also kein Grillhuhn, keinen Erdäpfelsalat, keine Krüge mit Bier – nur 15 frisch geduschte Männer zwischen 20 und 45 in schicken Uniformen und mit einem leichten Schwips.  

Zur Begrüßung bekomme ich ein Glaserl Sekt in die Hand gedrückt. Prima – denn jetzt werde ich doch nervös! Der Rudelführer heißt Heinz. Groß, stark, bärtig. Gut trainiert. Die anderen sind in allen Farben sortiert. Nett anzusehen! Ob blond, ob braun, ob Henna, ich liebe alle Männer! Die sind wirklich sehr lieb. Sie nehmen mich gleich in die Mitte und geben mir das Gefühl, dazuzugehören, auf eine unaufdringliche Gentleman-Art, die man hier gar nicht erwartet hätte. Noch ein Glas Sekt. Mir wird wohlig warm im Bauch.

Da hinten steht der Hut, aus dem dann die beiden gezogen werden, die mit mir … Hoffentlich erwischt es den süßen Burli da – oder den Glutäugigen da hinten …! Also wenn ich die Dorfschlampe wäre, wüsste ich schon, wo ich anfinge … 

Einer zieht hier immer das große Los: der Leser. Mit den Erlebnissen Supermizzis und ihrer Kolleginnen vom Wiener horizontalen Gewerbe wird es ihm nie langweilig ... 

[... und wer weiß, ob so was heute noch möglich wäre - daß die Berufsfeuerwehrmänner eine Stripperin und Nutte zu ihrem Berufsjubiläum kommen lassen. Irgendeine Berufsemanze meckert immer - siehe unten zur »sexistischen Werbung«.]

Die Frau, die Elizabeth McNeill war

Es war wohl 2001 oder 2002. Ich hatte die Idee, für alle MARTERPFAHL-Autoren eine Sommer-Grillparty im (jetzt auch nimmer existierenden) Fetomaniac auf der Alb zu veranstalten. Vielleicht würde ja eine Tradition draus werden. Pro forma schickte ich auch eine Einladung an Elizabeth McNeill, die Autorin von 9 1/2 Wochen, und zwar - in Ermangelung ihrer Email-Adresse - an ihren amerikanischen Verlag. Von dem bekam ich dann die Antwort, man wisse nicht, wo E. McNeill stecke, es stehe mir aber frei, nach ihr zu suchen.
Ich dachte mir: Wissen die tatsächlich nicht, wo sie steckt, oder treiben die nur auf Wunsch der Autorin ein Versteckspiel?
Erst jetzt erfuhr ich, daß E. McNeills wahre Identität längst bekannt ist: Sie hieß eigentlich Ingeborg Day und noch eigentlicher Ingeborg Seiler, stammte aus Graz, war Jahrgang 1940, ging 1957 in die USA und wurde Schriftstellerin. »9 1/2 Wochen« schrieb sie, eine tatsächlich persönlich erlebte Affäre im Gedächtnis, unter Pseudonym, antwortete aber auf einer Familienfeier von Bekannten auf deren neugierige Frage, woran sie gerade arbeite, wahrheitsgemäß »an einem erotischen Roman« - und erntete Gelächter. Niemand nahm es ernst. (Das war früher auch meine Erfahrung: Auf solche Fragen kann man ruhig wahrheitsgemäß die dollsten Dinge behaupten; jeder wird die Antwort als Scherz auffassen - es sei denn, man ist schon als SMer bekannt ...) 
2011 beging sie in Ashland, Oregon, Selbstmord, nach langer Krankheit. Vier Tage später starb ihr Mann und Witwer.
Schade, daß sie nicht zur Gartenparty kam. Ich hätte sie gern kennengelernt. 
Näheres über sie hierhier und hier.  

Und nun zu etwas ganz anderem: Dänemark bläst die Energiewende ab. Dabei hatten die's doch so mit dem Wind - aber jetzt doch die Nase voll davon, vor allem von den explodierenden Strompreisen, siehe hier. Ordentlich Nachwuchs produzieren sie aber schon: Poppen für Dänemark



Stellt man sich so eine mecklenburgische Beamtin vor? Wohl nicht - aber für eine Broschüre, die dem örtlichen Handel mit dem Iran aufhelfen soll, posierten die meisten dort abgebildeten deutschen Frauen so bekopftucht. Hurra, wir kapitulieren! [Nachtrag: Inzwischen hat die Behörde die peinlichen Bilder vom Netz genommen, immerhin.] - Über das Rumgeschmuse deutscher Stellen mit iranischen Funktionären  hier und hier. Immer vorne mit dabei: Ex-Bundeskanzler Schröder, der weder mit den Mullahs noch mit Putin größere Berührungsängste zu haben pflegt, Hauptsache, es springt ein Geschäft dabei raus. - Die BILD hat inzwischen übrigens ausgegraben, daß Mutti Merkel persönlich zweimal als eine Mutti der orientalischen Einwanderer agierte: Anfang September 2015, als sie die Schleusen öffnete, und etwa zehn, vierzehn Tage später, als Innenminister de Maizière die Grenzkontrollen an der österreichischen Grenze wiedereinführte und Angie die Grenzschließung persönlich stoppte; er hatte ausdrücklich vorgesehen, auch Leute mit Asylanträgen abzuweisen - Angie strich diesen Passus wieder, und wir wurden von einer Millionenmasse überschwemmt. Und dann erklärte Angie auch noch, man könne Grenzen nicht abriegeln, und x Journalisten, z. B. vom STERN, beteten es nach. Ist das Dummheit oder Chuzpe? Näheres siehe hier. - Arbeitsalltag in Putins Trollfabrik: So arbeiten wohlbezahlte Journalisten für Putin und an der Destabilisierung des Westens, siehe hier. - Gerade habe ich den Rasen gemäht, angetan mit einem Bademantel und nichts drunter, und dabei geschwitzt wie ein Schwein. Vielleicht sollte ich es einmal nackt probieren, wie beim von Nudisten propagierten »World Naked Gardening Day«? Näheres siehe hier. - Der Hugendubel in München wird umgebaut und stark verkleinert, wir sprachen neulich darüber. Um die häßliche Baustelle zu verbergen, wurde davor ein 114 m2 großes Plakat mit einer hübschen Bikini-Mode-Reklame aufgestellt. Und was machen die Leut? Regen sich über sexistische Werbung auf, siehe hier.  - 1 Million! Leser hat meine Verlags-Website www.marterpfahlverlag.com nun seit dem 12.8.1999 gehabt (6 Tage lang unter einer vorläufigen Adresse und seit dem 18.8.'99 dann unter der bis heute gültigen). Wahrscheinlich wurde die Million schon am 4.6. erreicht, aber ich hab's erst jetzt bemerkt. Darauf einen Toast! -   


Zu guter Letzt zum unterhaltsamen Teil des Abends, zum Filmabend: »Jenifer« liefert hier eine schöne Neuinterpretation des alten Grand-Prix-Siegerschlagers »Poupée de cire«. - Als ich 2005 im Rheinland unterwegs war, hieß es in den Deutschlandfunk-Verkehrsmeldungen, die Autobahn A wasweißich bei Mönchengladbach sei nur noch einseitig befahrbar, die andere Fahrbahn sei bereits vom sich ausbreitenden Tagebau Garzweiler II verschlungen worden. Und so sieht es aus, wenn so ein Monster von Braunkohlebagger, hoch wie ein 20stöckiges Haus und 5000 Tonnen schwer, auf dem Weg zu einem neuen Einsatzort eine Autobahn einfach nur überquert. Die Geräusche sind etwa so, wie ich's mir bei einer über den Asphalt schlitternden Titanic oder »das Boot« vorstelle. - Den guten alten Kommissar Van der Valk aus Amsterdam, rauchend und saufend, gibt es hier komplett auf deutsch zu sehen - wer weiß, wie lange noch. Schnell ansehen :-) Und hier sieht man, wie das Botafumeiro, das wild pendelnde Weihrauchfaß, im Dom zu Santiago de Compostela die müffelnde Pilgerschar einnebelt - das sollte man sich eigentlich persönlich anschauen ...