29.8.13

»Rückgaberecht für Ebooks« - der neueste (schlechte) Witz

Amazon stöhnt unter exzessiven Rücksendungen von Kunden. Ich finde zwar, die können ruhig ein bißchen stöhnen, so, wie sie sich gegenüber Verlagen oft benehmen, aber das Ganze ist ja ein Problem auch kleiner Versender wie meiner Wenigkeit, auch wenn ich vielleicht gerade ein Prozent des Umsatzes direkt mit Lesern (Endverbrauchern - statt Wiederverkäufern) mache. Der allererste Käufer meines zweiten Titels »9 1/2 Wochen« schickte das Buch - natürlich ohne die Rechnung zu begleichen - mit einem Eselsohr zurück und mit dem Vermerk »absolut nicht lesenswert«, so fad wie der Film sei das Buch. Frechheit! 1999 war das. Inzwischen ist der »Verbraucherschutz« erweitert: Online Gekauftes kann der Käufer ohne Angabe von Gründen innerhalb von einer Woche, glaub ich, zurückgeben. Das heißt im Klartext: Wenn die Bücher (wie bei mir meistens) nicht eingeschweißt sind, können Kunden sie so de facto leihen und anschließend wieder zurückschicken. Da bin ich froh, daß ich bei Privatkunden seit Jahren auf Vorkasse bestehe; das ist wenigstens eine gewisse Vorbeugung gegen solche Unsitten.

Der Gipfelpunkt der »Kundenfreundlichkeit« (auf dem Rücken der ausgenutzten und verarschten Händler, sorry ;-) ist jetzt aber das »Rückgaberecht bei Ebooks«. Klar, für die gelten die allgemeinen, ja schon vor Jahren entwickelten Rückgaberegeln natürlich auch. Mit anderen Worten: Der Kunde kann sich jetzt quasi die Ebooks gratis ausleihen; er muß sie nur schnell genug lesen, um die Rückgabefrist nicht zu versäumen (also besser den Thriller vor dem verregneten Wochenende »einkaufen« und dann am Montag retournieren). Fast kann ich da die Unsitten der Verlage und Händler verstehen, manche Buchtitel oder Altauflagen von Buchtiteln einfach von den Lesegeräten der Kunden zu löschen - oder auch alle Inhalte auf denselben, wenn der Kunde sein Käuferkonto löscht. Bislang empfand ich es als dreist, wenn Amazon.de die Bücher für den »Kindle« gar nicht richtig verkauft, sondern nur verleast (steht irgendwo im Kleingedruckten) und alles auf dem Kindle Befindliche löscht, wenn der Kunde sein Amazon-Konto löscht, aber wenn die Kunden auch immer dreister werden (was war zuerst da, die Henne oder das Ei?), dann beginne ich dafür Verständnis zu entwickeln. Das Imperium schlägt zurück! :-)

Meine Begeisterung für Ebooks wächst durch solche Meldungen jedenfalls nicht ...

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