24.7.13

Die ominöse Mappe ...

... und andere erschröckliche Neuigkeiten im Überblick:

Jeder Kanzler Deutschlands muß nach Amtsantritt eine ominöse Mappe unterschreiben ...

... berichtet die PAZ: »Solche sinistren Andeutungen rufen die sagenumwobene ›Kanzlerakte‹ in Erinnerung: Eine Verpflichtungserklärung, welche alle deutschen Regierungschefs nach Amtsantritt zu unterzeichnen hätten. Allein Willy Brandt soll sich, erbost und entsetzt vom Inhalt, zunächst geweigert haben, die Akte zu unterzeichnen. Erst, als ihm eindringlich bedeutet wurde, daß alle seine Vorgänger unterschrieben hätten und dies auch für ihn unumgehbar sei, habe er sich gefügt. Brandt nannte die Akte einen ›Unterwerfungsbrief‹, wie Egon Bahr 2009 in der ›Zeit‹ enthüllte hat.« - Ein Leserbriefschreiber berichtet im SPIEGEL, er sei als kleiner Bub mit seinem Vater Ende der 50er Jahre am Frankfurter Hauptbahnhof vorbeigegangen, und ihm sei ein dickes Kabel aufgefallen, das vom Erdgeschoß in den ersten Stock eines Nachbarhauses führte. Das sei die Leitung der Bundespost zu den alles mithörenden Amis, habe ihm sein Vater erklärt. Also hätten doch alle alles gewußt, schließt der Leserbriefschreiber daraus kühn. Nein, nicht alles. Den Frankfurter Hauptbahnhof lernte ich erst als über 40jähriger kennen, und mir sind solche Kabel nicht aufgefallen. Ich war überrascht, als ich vor einigen Jahren in der JF las, daß die Amis in den 50er Jahren nicht nur den Telefonverkehr nach Westberlin mitgehört hätten. (In Westberlin hätten sie sich noch bis 1990 wie Kolonialherren aufgeführt, etwa wenn ein US-Major seine deutsche Freundin im Verdacht hatte, fremdzugehen, und dann einfach deutschen Stellen die Anweisung gab, das Telefon der Freundin anzuzapfen, ohne daß die deutschen Stellen dazu nein sagen konnten.) Daß Emails nach bestimmten neuralgischen Begriffen automatisch durchforstet werden, war in den Internetforen nach 2001 Allgemeinwissen, ebenso daß die Amis durch die damaligen Attentate etwas hysterisch geworden waren und auch die eigenen Bürger mehr und mehr überwachten, ebenso daß das EU-Parlament nach einigem Gemecker die Kreditkartenkarten der EU-Bürger den Amis auslieferte, ebenso daß »Echelon« nicht nur der Terrorismusprävention, sondern auch der US-Industriespionage diente; aber das ganze Ausmaß der Überwachung zu erfahren schockierte mich dann doch ein wenig - nicht nur mich. - Nicht gegenseitig ausspähen tut sich - nach eigenen Angaben - lediglich der altangelsächsische Herren-und-Gentleman-Club der wichtigsten englischsprachigen Länder - na, prost Mahlzeit und gut Nacht, Deutschland.

Italiens Bonität auf knapp über Ramschniveau herabgestuft ...

... meldet die WELT. Wenn Italien untergeht, zieht es uns mit unter Wasser, es ist einfach zu groß, als daß wir es retten könnten. Dennoch scheinen die meisten Bundesbürger relativ unbesorgt, scheinen nicht zu spüren, auf welch dünnem Eis wir alle stehen, solange das Alltagsleben halbwegs normal weiterläuft. Laut neuesten Umfragen wächst das Vertrauen in EU und Euro, Merkel und Schäuble gar allmählich wieder, berichtet die FAZ. Das ist die normative Kraft des Faktischen, die Bequemlichkeit, bei einer Auslandsreise kein Geld umtauschen zu müssen; die negativen Seiten, etwa die schleichende Enteignung der Sparer durch die Niedrigstzinspolitik, kommen auf leisen Sohlen daher und bleiben den meisten verborgen. Wer etwa als Selbständiger jetzt 50 bis 55 Jahre alt ist, seine Altersversorgung auf Lebensversicherungen o. ä. angelegt hat und hofft, die verbleibenden 10 bis 15 Jahre bis zum Beginn der Rente würden durch Zins und Zinseszins noch mal einen mächtigen Schub geben (wie es unter normalen Umständen der Fall wäre), der wird die Augen aufsperren, wenn dann der Rentenbescheid da ist und er wesentlich weniger erhält als gedacht. Im Moment verschließen die meisten Leute ihre Augen noch ... Hier noch kritische Artikel über die aktuelle, aber für viele nicht offensichtliche Misere. Leider stehen durch diese Blindheit die Wahlchancen der AfD nicht sonderlich gut.

Deutsches Gold in den USA ist wahrscheinlich doch weg

Das Thema ist aus den Schlagzeilen weg - schließlich geht es nur um poplige 100 bis 150 Milliarden Euro, ein Klacks im Zeitalter der Billionenrettungen. Bis 2020 soll ein Zehntel des deutschen Goldreserven nach Deutschland zurückgeführt werden - wohingegen De Gaulle 1967 nur wenige Wochen benötigte, um die gesamten französischen Goldreserven aus den USA nach Frankreich heimzuholen. Wahrscheinlich muß das deutsche Gold erst wieder ... äh ... mühsam aus allen Erdteilen zurückgekramt werden. Die PAZ berichtet über den Skandal.

Warum kann man so was fast nur in Nicht-Mainstream-Medien lesen?

Weil die deutsche Journalistenzunft mehrheitlich wesentlich grüner und linker ist als der Bevölkerungsdurchschnitt. Das, was FOCUS MONEY darüber berichtet, ist zwar nicht neu, aber man sollte es sich immer wieder in Erinnerung rufen: »36,1 Prozent [der Journalisten] stehen keiner Partei nahe. Danach folgen mit 26,9 Prozent die Grünen, 15,5 Prozent die SPD, 9,0 Prozent die CDU/CSU und 7,4 Prozent die FDP. [...] Welche Inhalte stehen derzeit sowohl in der Berichterstattung als auch in den Wahlprogrammen nahezu aller politischen Parteien ganz oben? ›Soziale Gerechtigkeit‹, ›Mindestlohn‹, ›Energiewende‹, ›Mietpreisbremse‹, ›Finanzmarktkontrolle‹, ›Klimaschutz‹. Wer eine positive Presse haben will, diese Vermutung liegt nahe, muß sich den Einstellungen der Journalisten anpassen. Oder glauben Sie, ein Politiker könnte heute mit der Forderung nach ›Förderung des Wirtschaftswachstums‹, ›niedrigeren Steuern‹, ›Senkung der Sozialabgaben‹, ›Wahrung des Bankgeheimnisses‹ oder gar ›Stärkung der Aktionärskultur‹ Applaus in den Medien sammeln? Wohl kaum.«
Der Medienforscher Kepplinger, bereits einmal in dem Artikel »Der Elefant verschwindet« erwähnt, erforschte in diesem Zusammenhang, daß die Berichterstattung über das Atomunglück in Fukushima in den deutschen Medien wesentlich einseitiger war als in den französischen oder britischen - dort wurde die Frage, was das japanische Unglück für die eigenen Kernkraftwerke bedeute, fast gar nicht gestellt.

Der Abschied vom Fernsehen ...

... war bei mir schleichend. Immer weniger interessierte mich, was das Fernsehen - egal ob öffentlich-rechtlich oder privat - zu bieten hatte, und vor gut einem Jahr war dann auf einmal das analoge Satellitensignal weg, und ich verzichtete davor und danach bewußt darauf, für Ersatz zu sorgen; ich vermißte das Fernsehen kaum. Einer wachsenden Zahl von Menschen in meinem Bekanntenkreis geht es ähnlich; hier einmal ein Blogger mit einer Begründung für diesen schleichenden Entfremdungsprozeß, die ich ziemlich nachvollziehbar finde.
Nutzt nichts mehr - das Bild bleibt trübe ...
Für werbefreie Informationsprogramme wie den Deutschlandfunk würde ich auch weiterhin gerne 5 bis 10 Euro im Monat zahlen - aber nicht 18 Euro für teure Fußballrechte, endlos ausgeweitete Programme, nichtssagende Talkshows und WETTEN DASS mit zu teuren Promi-Gästen und Moderatoren ...

Das neue Ägypten: Hetzjagd auf Christen

»Die Flucht war filmreif: Emile Nasim und sein Neffe kletterten aufs Dach ihres Hauses in einem südägyptischen Dorf – und rannten um ihr Leben. Mit dem Mut der Verzweiflung sprangen sie von Hausdach zu Hausdach, um dem aufgebrachten Mob zu entkommen. Doch irgendwann gingen ihnen die Dächer aus, und sie mußten runter auf die Straße. Nasim wurde von mehreren Dutzend Männern erwischt und mit Äxten, Keulen und Ästen zu Tode geprügelt. Der Neffe entkam schwer verletzt.« Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet.

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