30.4.13

»Ungehaltene Reden« ...

... nannte ein Promi mal seine unveröffentlichten Reden doppelsinnig. Ich hätte auch öfters Lust, solche zu halten - z. B.

... zur Frauenquote:

»Wir lehnen die Frauenquote jetzt und in Zukunft ab, weil sie verfassungswidrig ist. Art. 3 Grundgesetz: ›Niemand darf wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden.‹ Eine Quote tut aber genau das: Sie benachteiligt die einen wegen ihres Geschlechts und bevorzugt die anderen wegen ihres Geschlechts. Auch Art. 33 GG sagt eindeutig: ›Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.‹ Nach seiner Befähigung - nicht nach seinem Geschlecht! Die Mütter und Väter des Grundgesetzes wollten eine freiheitliche und offene Gesellschaft, in der Leistung und Fähigkeit zählen, nicht das Geschlecht.«

... oder zum NPD-Verbot:

»Wir lehnen ein NPD-Verbot ab, weil die NPD - wiewohl vermutlich verfassungsfeindlich - eher Mitleid oder Belustigung erregt als Angst. Sie dümpelt im Unter-5-Prozent-Ghetto herum, oft sogar im 0,5-Prozent-Bereich - und wenn sie doch mal knapp in einen Gemeinderat oder Landtag einzieht, dann erweckt ihr Treiben ebenfalls mehr Mitleid als Furcht. Daß jede Demo von 50 Neonazis zuverlässig 500 krawallbereite Antifas auf den Plan ruft, ist kontraproduktiv und tut dieser Partei viel zu viel Ehre und Aufmerksamkeit an. Gegen das Problem rechtsradikaler Schlägertrupps in manchen Gegenden und Städten hülfe ein NPD-Verbot eh nichts.«

... oder zum Fall Uli Hoeneß:

»Wir beantragen die volle Wiederherstellung des Bankgeheimnisses auch in Deutschland. Dem legitimen Einnahmeinteresse des Staates kann durch eine anonyme, von den Banken en bloc überwiesene Quellensteuer vollauf genügt werden, da ist es absolut nicht nötig, in den Kontoständen von Lieschen Müller oder Herrn Meier von nebenan herumzuschnüffeln. Als vor einigen Jahren das Bankgeheimnis in Deutschland abgeschafft wurde, hieß es, es werde nur wenige Kontoabfragen pro Jahr geben. Doch es entwickelte sich so wie beim großen Lauschangriff: Nachdem das neue Fahndungsinstrument erst einmal zugelassen war, gewöhnten sich die staatlichen Organe daran, und das Rinnsal von Anfragen schwoll zu einer Flut an. Die Schutzrechte der Bürger schwinden mehr und mehr. Das können wir nicht akzeptieren.«

Das SOLLTEN sie sagen, die Politiker, aber *seufz* sie sagen es nicht. Zur Heuchelei des Staates gegenüber reichen Steuersündern hier ein Artikel des altgedienten Journalisten Günter Ederer, der schon 1982 eine Reportage über Steueroasen drehte: Die Woche der Heuchler.

Die Sommerzeit - ein Energiefresser

1976 waren die Franzosen die Vorreiter: Eine Sommerzeit sollte Energie sparen - hatte sie ja irgendwie in den Weltkriegen auch geschafft, nicht wahr? Deutschland blieb skeptisch - und bis 1980 mußten Züge an der französisch-deutschen Grenze eine Stunde lang stehenbleiben (jeder Ami oder Kanadier würde sich totlachen - bei den vielen Zügen, Flügen, Bussen, die dort tagtäglich die vielen Zeitgrenzen ohne Stopp überschreiten). Dann hatten wir die Sommerzeit auch, obwohl jeder schon ahnte, was jetzt eine Studie aus Indiana ans Licht brachte: Abends wird weniger Licht gebrannt, aber die lange Helligkeit verführt zu manchen Ausflügen mit dem SUV oder ähnlich Verschwenderischem, was sonst unterbliebe, und morgens ist es dunkel und kalt, man muß mehr Licht brennen und heizen. Das Problem der verschnarchten Teenager wird durch die Sommerzeit auch größer (wir sprachen darüber). Da wäre es an der Zeit, diesen erkannten Unsinn wieder abzuschaffen - aber da hoffen wir wohl vergeblich. Eher wendet ein Tanker in einer Pfütze, als daß die EU ihren Kurs korrigiert. Hier ein ausführlicher Artikel darüber: Der Sommerzeit-Flop.

»Was fällt Ihnen ein, uns unseren Atom-Wertstoff wegnehmen zu wollen!?«

So wird man wahrscheinlich in zwanzig, dreißig Jahren vom Atommüll sprechen, wenn das neue Transmutationsverfahren, das in der belgischen Kernforschungsanlage Mol erprobt wird, in breitem Ausmaß angewendet werden wird. Dann kommt es nämlich nicht mehr darauf an, ob der Atommüll in Anlagen liegt, die auch in 1000 Jahren noch sicher sein werden, sondern darauf, ob man ihn wieder zurückholen kann, nämlich um ihn zu entgiften und dabei noch ein wenig Energie zu produzieren - zurück bleibt ungefährlicher, nichtstrahlender Müll. Nur die deutschen Parteien, die sich jetzt verantwortungsschwer an einer neuen Endlagersuche abarbeiten, haben den Schuß noch nicht gehört - wie sollten sie auch, wo Rotgrün vor rund 10 Jahren die pöhse Atomforschung stark zurückgefahren hat; da machen jetzt eben andere die Innovationen, mit denen sonst wir Geld hätten verdienen können. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Leipzig: 5 Millionen Bücher brennen

Das Viertel südöstlich der Leipziger Innenstadt war früher das Buchdrucker- und Verlegerviertel, damals, als Leipzig noch DIE Bücherstadt par excellence und Standort der weltgrößten Buchmesse war, nicht Frankfurt. 1943 verbrannte das Buchdruckerviertel im Bombenhagel, nach 1945 flohen viele Verleger in den Westen - aber bedeutungsvoll als Bücherstandort ist Leipzig nach wie vor.
Stellen Sie sich vor, dieses Leipziger Bücherlager geriete in Brand ...
Und so geschah es tatsächlich: 5 Millionen Bücher (vornehmlich von Kleinverlagen) verbrannten in Leipzig im größten Bücherbrand seit 1943, wie dieser Artikel der FAZ erschütternd bezeugt. 

Alles rennet, rettet, flüchtet ...

... hier Südkoreaner, die sich mit Sack und Pack aus der nordkoreanischen Sonderwirtschaftszone Kaesong ins nahe Südkorea absetzen und dabei all ihre Habseligkeiten in die wenigen Autos stopfen müssen, weil sie keine Gelegenheit zu einer zweiten Fahrt haben werden:


Und zu guter Letzt noch:

Wenigstens ist jetzt draußen alles grün geworden, wenn ich auch im dicken Bademantel hier sitzen muß, denn um Heizöl zu sparen, stellte ich die Heizung ab, und ich sitze hier bei knapp 15 Grad ...

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