27.2.16

Knöllchen im Dörfchen, Romane in der Rotation, King Kong zensiert, qualmende Minaretts & mehr ...

Knöllchen auf dem Dörfchen

Nanu, was ist denn das? Direkt vor meiner Tür war mein Wagen geparkt, und plötzlich hing ein Knöllchen unterm Wischer - weil ich links, d. h. entgegen der Fahrtrichtung geparkt hatte. Daß das jetzt auf dem Dorf schon geahndet wird! In der Nachbargemeinde Dußlingen hat ein »Probefeldzug« laut Lokalzeitung 400 (noch) gebührenfreie Knöllchen ergeben, und man führt eine Debatte, wie sinnvoll Parkbeschränkungen vor Kita und Kindi sind. Da ist wohl jemand auf den Geschmack gekommen und hat Blut geleckt ... 

Grundeinkommen für Künstler?

Der Staat hat's genommen (Knöllchen), der Staat wird's wieder hergeben, mit etwas Glück sogar mehr, als er nimmt. Das ist die wahre Lebenskunst eines modernen Glücksritters. Die grünen Zeitgeistritter reiten im momentanen Landtagswahlkampf mal wieder das Steckenpferd eines bedingungslosen Grundeinkommens für Künstler. Klingt interessant - wenn man es irgendwie schafft, sich auf die Seite der Nehmenden zu schlagen, auch wenn Geben seliger sein soll denn Nehmen. Aber das gilt wohl mehr fürs Jenseits ... 
Immerhin habe ich nicht nur Geschichten verlegt, sondern auch geschrieben. Da müßte doch was gehen ... 
Kommt drauf an, welche Kriterien man dann erfüllen muß, um als förderungswürdiger Künstler zu gelten. Ich könnte mir vorstellen, daß der Andrang nicht von schlechten Eltern sein dürfte, und diese Eltern heißen Wunsch nach Versorgtwerden und Wunsch nach Sicherheit. Es passiert dann wohl dasselbe wie immer bei solchen Subventionen: Es entstehen massenhaft überflüssige Romane (siehe NANOWRIMO, wir berichteten) und Filme, die keiner sehen mag. Das wurde schon vor 30 Jahren beschrieben. Lesetipp: Rolf Giesen, »Kino, wie es keiner mag; die schlechtesten Filme der Welt«.







































R. I. P.: Beate-Uhse-Katalog

Was haben wir hier schon alles für Druckerzeugnisse zu Grabe getragen! Diesmal hat es den gedrucktene Beate-Schmuse-Katalog erwischt. Lohnt sich offenbar nimmer.

... bloß nicht mehr in gedruckter Form. Schade!

Hoffentlich bleibt wenigstens die »Stammaktie« so schön scharf gedruckt! :-)



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Das Publikum giert nach Lesefutter ...

... 1946 wenigstens, war es doch »13 Jahre lang von der ausländischen Literatur abgeschnitten«, so diese Wochenschau. Doch alles war knapp, Papier vor allem, die Regale der Buchläden leer - was also tun? »Bücher im Zeitungsdruck!« schoß es dem altgedienten Verleger Ernst Rowohlt durch den Kopf und wenig später in die Rotationsdruckmaschine - rororo war geboren, Rowohlts-Rotations-Romane. Ein 400-Seiten-Roman schrumpfte auf 48 Zeitungsseiten, und die kosteten den Leser 50 Pfennig. Im Mai 1950 entstand dann die erste deutsche Taschenbuchserie - allerdings dann schon für 1,50 DM pro Bändchen (siehe »rororo ist der König« - wir berichteten).

Das liest der Taxifahrer ... 

Schade, daß man den Suchscheinwerfer nicht zum Lesen benutzen kann!
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... wie das Showgirl kurz vorm Auftritt:
Schloß Gripsholm!

Da hat sich King Kong geschnitten

Lustvoll zerrupfte der Mega-Gorilla in der Urfassung des Films von 1933 der vollbusigen Fay Wray das Gewand, beäugte und befummelte sie. Auch grabschte er sich in New York Angreifer und zerkaute sie genüßlich, so als zweites Frühstück gewissermaßen. Das alles mußte auf Weisung der damaligen Filmzensur weggeschnitten werden, da es ungehörig und unzumutbar sei, schockierend. Näheres über diese Art von Filmzensur hier

Da guckt sie ängstlich: Fay Wray






















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King Kong scheinbar ratlos: Was tun mit der Schönen? :-)


Der Orient in Tübingen und in Dresden

Nun hat auch Tübingens »grüne Hölle« (wir berichteten vor kurzem), das Vorzeige-»französische Viertel«, seine Asylanten, in einer stillgelegten Bio-Bäckerei, »20 unproblematische junge Männer«, befand das Lokalblatt - und erntete prompt Leserbrief-Widerspruch von einer nebenan arbeitenden Blondine, die den Weg zur Arbeit seitdem als Spießrutenlaufen empfand, begleitet von eindeutigen Blicken, Pfiffen, Gebärden, Gesten ... - In Dresden dagegen raucht das Minarett, und zwar nicht, weil Pegida-Leute es angezündet haben, sondern schon immer. Die Tabakfabrik Yenidze wurde 1908 im orientalisierenden Stil als Pseudo-Moschee errichtet, und der Schornstein wurde als Minarett gestaltet:

Tabakfabrik Yenidse, Dresden; Bild: Kolossos/Wikipedia




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Möge Allah unserer ungläubigen Seele gnädig sein! Möge der Frühling endlich bald beginnen!

Hiermit einen schönen Start in den März!

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