22.5.15

125.000 Euro Steuern habe ich in 10 Jahren gezahlt ...

... so ungefähr wenigstens; kann sein, daß es, genau berechnet, vielleicht auch 120.000 oder 130.000 waren in dem Zeitraum zwischen dem 1.1.2005 und dem 1.1.2015. In jedem Fall eine schockierende Summe, alle Steuerarten zusammengezählt. Die Einkommensteuer ist ja nur die Spitze des Eisbergs, sie macht gerade mal ein Drittel der Gesamtsumme aus. Ich bin ja nicht der reiche Knopp von Großverleger, wie mancher sich das vielleicht vorstellt; aber als ich tatsächlich mal kurze Zeit überdurchschnittlich verdiente, biß die Progression gleich ziemlich stark zu.
Ein nur unwesentlich kleinerer Batzen ist die Mehrwertsteuer, die ich als Verbraucher zahlte, eine Verbrauchssteuer, ohne die alles viel billiger wäre. Erbschaftsteuer fiel auch noch reichlich an, ein Betrag, für den ich mir 2006 auch ein schönes, fettes Motorrad hätte kaufen können. Nicht daß meine Tante selig so reich gewesen wäre - aber als Neffe fällt man in die Erbschaftsteuerklasse II, mit wesentlich niedrigeren Freibeträgen und wesentlich höheren Steuersätzen, als Söhne und Töchter sie in Erbschaftsteuerklasse I haben. Außerdem besaß meine Tante zuletzt kein (gering besteuertes) Grundvermögen mehr, sondern nur noch Geldvermögen (sie hatte ihr Haus verkauft und war in meins eingezogen), und den Ausweg, alles ins erbschaftsteuerfreie Österreich zu schaffen, wie es ihre Vermögensberaterin bei der stinknormalen dörflichen Volksbank empfohlen hatte, hatte sie zuletzt zwar erwogen, aber dann doch nicht mehr realisiert ... Und natürlich hatte meine Tante all dieses Geld bei sich selbst schon versteuert, also aus ihrem Nettoeinkommen angespart. Warum es dann beim Übergang auf eine andere Person noch mal besteuert werden soll, das weiß der liebe Gott - und der Finanzminister ... ;-)
Das restliche Drittel setzt sich aus etlichen tausend Euro Mineralölsteuer (jetzt »Energiesteuer«), mehreren tausend Euro Grund- und Grunderwerbsteuer sowie Kfz-Steuer, Gewerbesteuer und etlichen Bagatellsteuern zusammen, und schon sind wir bei rund 125.000 Euronen. Eine erschreckende Summe! Aber es ist ja allgemein bekannt, daß »Steuerzahlers Tag« immer so um die Jahresmitte liegt, mal Ende Juni, mal Anfang Juli. Die ganze erste Hälfte des Jahres arbeiten wir nur für Vater Staat und die Sozialkassen, was bedeutet, daß wir in einem 40jährigen Erwerbsleben rund 20 Jahre nur für die Allgemeinheit malochen und nicht für uns selbst.
Prost Mahlzeit! Darauf einen Schampus zum Trost - auch wenn dann wieder Schampussteuer (»Schaumweinsteuer«) fällig wird, eingeführt 1902 von Kaiser Wilhelm zur Finanzierung seiner Flottenrüstung und genauso zu einer ewigen Abgabe geworden wie nach der Wiedervereinigung der Soli; gut ein Euro pro Flasche. Es ist zum Heulen - und zum Saufen! ;-) Prost!

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