5.4.15

Kalte Ostern, wieder einmal ...

... die Nachtfröste wollen und wollen nicht weichen, jeden Morgen sind die Autoscheiben vereist. Das Auto benutzte ich auch nicht heute morgen, nein, ich machte meine (fast) erste Frühlingsausfahrt mit dem Roller, der den Winter in meiner Garage sehr gut überstanden hat, besser als alle Roller und Kräder zuvor. Bei strahlendem Sonnenschein, aber eisig kaltem Wind ein paar Kilometer zur Tanke, Benzin und Luft auffüllen, Bockwurst, Käse und Kaffee frühstücken.
Wieder zu Hause, Lektüre am PC:
Gut ein Jahr ist es jetzt her, daß W. Putin die Krim besetzen ließ und ihre Annexion durch Rußland durch ein eiligst anberaumtes und durchgeführtes Pseudo-Referendum absegnen ließ. Vor die Wahl gestellt zwischen »Beitritt zu Rußland sofort« und »Beitritt zu Rußland später«, stimmten - oh Wunder - angeblich 97 % mit Ja. »Das kennen wir schon«, werden die Balten gedacht haben und des Jahrs 1940 gedacht haben, als - oh Wunder - 99 % der Bevölkerung in einer »Abstimmung« demütig um Aufnahme in die Sowjetunion flehten.
»Wahl«kabinen mit Vorhängen in den russischen Nationalfarben - da weiß man, wohin die Reise geht
Die Abstimmung kann man in der Pfeife rauchen - sofern einem nicht schlecht wird davon. Zu den »Unregelmäßigkeiten« hier die ZEIT und hier die NZZ. Ganz viel Verständnis für Rußlands und Putins Position hat Frau Gabriele Krone-Schmalz, eine, wie man hier nachlesen kann, bezahlte Beraterin diverser kremlnaher Institutionen.  Als Beobachter beim Referendum waren Putin nur Vertreter westeuropäischer Rechtsparteien genehm (siehe hier), etwa Ewald Stadler von der konservativen österreichischen REKOS (Reformkonservative), der an der Durchführung des Krim-Referendums nichts Unkorrektes fand, aber Stein und Bein schwört, daß die Nato einen großen Krieg mit Rußland will und darum Waffen durch Wien gen Osten rollen läßt, siehe hier. (In Wirklichkeit waren's wahrscheinlich fabrikneue, für die Niederländer bestimmte Steyr-Panzer, daher noch ohne Hoheitszeichen.)
Dann schon lieber was Erbauliches, Aufbauendes - Bilder von Orientalisten, Sie wissen schon, jenen Salonmalern des 19. Jahrhunderts, die sich und das Publikum an orientalischen Szenerien ergötzten, besonders gern an Sujets wie »Europäerin wird von finsteren Orientalen auf dem Sklavenmarkt verkauft / in einen Harem gesteckt / nackt zur Schau gestellt«. Im Herbst 2005 besuchte ich eine ganze Ausstellung solcher Orientalistengemälde in Krems, östlich von Wien. Besonders eindrucksvoll Franz Eisenhuts riesig breiter Ölschinken von 1891: Liegende nackte Haremssklavinnen, die Füße in einer prangerartigen Vorrichtung, auf ihre Bestrafung wegen irgendwas wartend ... 
Viel zu breit fürs Blog: Sklavinnen »vor dem Urteil«, Franz Eisenhut, 1890
Da muß der Blog noch rechts anbauen, um alles zeigen zu können :-) 

Blogkompatibler sind da schon fesche Formate wie dieses hier:
Das war ein guter Einkauf! lächelt der Herrscher wohlwollend, als ihm die neue europäische Sklavin vorgeführt wird


Oder das hier:

»Entführung einer Herzegowinerin« - sicher soll sie auch in einen Harem verschleppt werden, das arme Ding! Wie sie romantisch-verzweifelt die Arme in die Luft stößt!
Die ganze Galerie sieht man hier - aber Vorsicht: Manches davon sei »NSFW«, d. h. »not safe/suitable for work«, ungeeignet für die Arbeit - Sie verstehen, wenn da plötzlich der Chef hinter einem steht und einem über die Schulter guckt ;-). Wieder was Neues gelernt - und das war das heutige Wort zum (Oster-)Sonntag - frohen Ostermontag noch! (In Sevilla waren neulich schon 31 Grad - wenn wir uns doch davon ein paar Grad abschneiden könnten! Wo bleibt der Klimawandel, wenn man ihn braucht?)

1 Kommentar:

bernie hat gesagt…

Thanks for linking to my gallery of white slavery (Die ganze Galerie sieht man hier...)
It is much appreciated.