30.4.15

Diverse Gedanken zum Tag der Arrrbeit ...


Zum Tag der Arrrbeit: Lohnt sich Arbeit eigentlich noch? Meine z. B.? Oder die meiner Autoren?

Als Joseph von Westphalen in den 90er Jahren nach erfolgreichen (und guten) Essaybänden seinen ersten (mittelmäßigen) Roman schrieb, verriet er später: »Einen Fortsetzungsband wollte ich nur in Angriff nehmen, wenn der erste Band mindestens 15.000 Käufer findet. Für weniger Leser mache ich mir die Mühe nicht.« er hatte Glück, sein erster Roman kam über die selbstgelegte Meßlatte. Goldene Zeiten - und ein großer Verlag natürlich; für Kleinverlage sah's damals schon bescheidener aus.
Ein Verlag wie MARTERPFAHL konnte eigentlich nur über das Internet groß werden - der traditionelle Buchhandel meidet ihn, und so was wie »Onanieren für Profis« oder »Windeln, Stöckchen, strenge Gouvenanten« kauft auch kein Fan bei der langjährigen Buchhändlerin seines Vertrauens ...
Gleichzeitig macht mir das Internet aber auch das Leben schwer: Mit Gratisbildern, die Bildbände überflüssig machen und wie Blei bei mir im Lager liegen lassen, mit Gratis-Kurzgeschichten, die papierene Kurzgeschichensammlungen überflüssig machen (daß das meiste davon Müll ist, scheint viele Leser nicht zu stören; hoffentlich muß man in künftigen Literaturgeschichten nicht lesen: »Von der hervorragenden deutschen Kurzgeschichte des 21. Jahrhunderts ist leider nichts erhalten; sie ging bei einem Festplattencrash verloren« oder »... sie verflog, als ›die Wolke‹ sich verzog«). Von einer Kurzgeschichtensammlung 5000 Stück zu verkaufen (wie bei »Ins Röckchen gezwungen« und »Die Nacht hat 24 Stunden«), das könnte ich heute nicht mehr, da können die Geschichten noch so gut sein.
Ist es aber nicht auch für den Autor eine Beleidigung und Geringschätzung, wenn immer weniger Leute bereit sind, für seine Geschichten einen angemessenen Preis zu bezahlen, wenn sie seinen Fleiß und seine Kreativität für lau oder für fast lau haben wollen? Und so ist das leider. Einige meiner Autoren publizieren selbst oder über einen Verlag ihre neuen Titel als Ebooks, mit durchaus mäßigem Erfolg, denn auch die Preise sind überaus mäßig. Kaum einer scheint bereit zu sein, mehr als zwei, drei Euro für ein Ebook auszugeben. Einer schrieb mir: »Der neue Titel wurde vom Verlag zum Kampfpreis von 0,99 Euro auf den Markt geworfen, und innerhalb von einem Monat waren 500 Stück verkauft. Danach wurde der Preis auf 3,99 Euro angehoben, und der Verkauf brach auf 20 Stück pro Monat ein. Mein Honorar aus diesem Titel: rund 90 Euro.« Und vorher hatte er sich beklagt, weil sich meine Auflagen ja »bei 300 Stück einpendeln« würde. Ärgerlich, ja, 3000 Stück wären mir auch lieber, aber mit 300 Stück hätte er wenigstens an die 400 Euro verdient. Trotzdem wünsche er mir viel Glück - ja, ich werd's brauchen können ... 
Ganz vom Schreiben von Erotikgeschichten abgekommen ist einer meiner Erfolgsautoren (leider, leider). Ein Garantiehonorar in der Höhe für 3000 verkaufte Stück hätte ihn wohl davon abgehalten, denn er meint, wenn er einen Monat mit dem Schreiben eines Romans beschäftigt sei, erwarte er daraus auch einen Ertrag, der wenigstens halbwegs einem Monatseinkommen entspreche.
Tja, dann wird mir wohl nix anderes übrigbleiben, als einfach weiterzumachen ...

PS: Ein erfahrener Verlagsmensch sagte auf meine Gedanken, eventuell dem Amazon-»Advantage«-Programm beizutreten: »BLOSS NICHT!« - Werd' ich beherzigen. :-) 

Möpse und more - Frühlingsgefühle zum Tag der Arrrbeit

»Wie sagte die Magd so schön?: ›Schicken ist fön!‹«

Frühlingsgefühle allerorten - da tut es gut, sich mal einen Porno aus der guten alten Zeit reinzuziehen, von 1974, als die 68er Liberalisierung - gerade in puncto Sex und Pornographie - schon gelebte Realität war, aber die miese Stimmung durch Wirtschaftskrise und Aids noch in der Zukunft lag: Wenn die prallen Möpse hüpfen, so der Link auf den Trailer.Typische Sätze: Sie: »Du bist echt ein guter Bumser! Letzte Nacht bin ich neun mal gekommen!« - »Da hatte ich einen schlechten Tag, Schatz.« Sie (später): »Du redest und redest, und dann bumst du und bumst, und dann gibt es immer wieder Probleme!« - Eine Nutte: »Dreimal spanisch und einmal griechisch und zweimal französisch (...), das macht dann 1500 Mark!« Anwesende Frau, zornig: »Du verbumst deinen Lohn!« 
Schon typographisch ist dieser Film ein Kind seiner Zeit. Leider endete der Versuch, einige Screenshots zu machen, damit, daß gerade über den prallen, hüpfenden Möpsen immer dieses STARTEN-Zeichen zu sehen ist, so daß der verehrte Leser doch bitte selber direkt auf den Link oben gehen möge.

Mädels in Ketten

Wer es SMiger mag, der greife zu Frauengefängnis (der Schweizer Film von 1976, nicht der US-Film von 1950). Hier derselbe Trailer auf Youtube. Die Nase habe ich mir damals an den diesbezüglichen Kino-Aushängen plattgedrückt, die Bilder mit den halbnackten Frauen in Fesseln waren beeindruckend:




Ja, ja, ich weiß schon, beides sind nur Trailer, leider, leider - und bei Filmen wie »Wo Gangster um die Ecke knallen« oder »Zigarren werden nachts gerollt« - keine Erotikfilme - fand ich nicht mal einen solchen, sorry.


Stalin als Vorbild, und »Putin wird schon bald genauso groß«

Julia Smirnova beleuchtet hier die Geschichte des russischen Rockerclubs »Nachtwölfe« (wir berichteten), insbesondere wie sie sich von einem westlich-liberalen Motorradclub in einen patriotisch-russischen verwandelten, dessen Chef nun sogar Stalin als vorbildlich empfindet. Frau Smirnova wollte er allerdings kein Interview geben, weil deren Artikel - hier eine Auflistung - ihm mißfielen ...


Das letzte Bier wird allzu teuer ...

... denn dann wird abgerechnet. Dann zahlen wir die Quittung für die Geldschwemme, die Mario Draghi uns derzeit ebenso präsentiert wie Niedrigzins und Euroschwäche gegenüber dem Dollar. Hier die fundierte Darstellung von Roland Tichy: Das letzte Bier ist sooo teuer. Auch nicht schlecht: seine sieben Irrtümer zur Flüchtlingspolitik.


Feministin arbeitet probeweise als Nutte

Ist Nuttesein wirklich so erniedrigend, und sind Freier so fies, wie es immer  heißt? Eine Feministin ermittelt hautnah

AfD am Scheideweg? 

Die Rechten, vor allem aus Ostdeutschland, werden immer einflußreicher in der AfD, konstatieren die baden-württembergischen AfD-Abgeordneten Kölmel und Starbatty. Es hagelt Rücktritte, vor allem von Liberalen, und Merkel stellt schon mal den Sekt kalt. Der SPIEGEL zitiert Kölmel, der zu einem Bild, das die EU-Abgeordneten der AfD in lächelnder Verbundenheit zeigt: »Das Bild ist leider Geschichte.« Auch der Tagesspiegel befaßt sich mit der Lage. Wahrscheinlich hat die JF recht mit der Behauptung, wir erlebten vor unseren Augen eine Tragödie - den Zerfall nämlich einer hoffnungsvoll gestarteten Alternative für Deutschland. Erste Zeitungen melden: AfD unter 5 %. Gut, Außenstehenden kann es egal sein, aber nicht denen, die (wie ich) auf eine liberal-konservative, euro- und EU-kritische Alternative gehofft hatten. Es ist wohl bald Zeit für mich, meinen Hut zu nehmen *mildeseufz*.

Die Sozis und die Diktatoren

Schröder hat's vorgemacht mit seinem Job bei Gazprom, Tony Blair berät seit 2011 den kasachischen Diktator Nasarbajew: Die Sozis und die Diktatoren.

Keuschgehaltene Knackis

Als ob die Knacki's nicht schon schwer genug hätten - jetzt verbietet ihnen eine moralinsaure Berliner Regierung auch noch die Pornos. Aber die Nichtknackis sind auch nicht viel besser dran - die Bezirksregierung Friedrichshain-Kreuzberg verbietet sexy Werbung. Das ist ja fast so schlimm wie Jürgen Todenhöfers Ergüsse: Einmal Kalifat mit Frühstück.

Poetischer Tango

Mai ist's (demnächst), alles blüht auf, die Lilien noch nicht, vor allem nicht in Finnland - um so liebevoller besang man sie: »Liljankukka«, »Lilienblüte«, hier in einer poetischen italienischen Version.

Und das war's mit dieser ellenlangen Mai-Postille. Einen wunderschönen arbeitsfreien 1.5. wünsche ich! :-)

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