11.3.08

Wie Feinstaub ...

... setzt sich die allumfassende bürokratische Regelungswut in unserem Alltagsleben fest. Seit 1. März ist sie nun Realität in Tübingen - die »Umweltzone«, die eigentlich schon am 1. März 2007 eingeführt werden sollte (wir berichteten unter »Narri-Narro« über dieses wahrhaft närrische Treiben). Eigentlich müßte man es genauso machen wie die Einwohner des Kreises Freudenstadt: Dort hätten von 82.000 Autos am 1. März 2008 gerade mal 2660, gut 3 %, eine Umweltplakette gehabt, meldet das SCHWÄBISCHE TAGBLATT. Gut, dort gibt's keine Umweltzone - aber würden die Menschen in Tübingen und Stuttgart, in Berlin und Köln genauso reagieren, würden sie die Plakettenpflicht einfach ignorieren, würde das ganze bürokratische Monster, dieser Geßlerhut der Bürokratie (für die Umwelt bringt er so gut wie nichts, er bringt nur Aufwand und Verdruß), in sich zusammenfallen. Doch der schöne anarchistische Traum bleibt mal wieder ein Traum: »Alle haben eine Plakette - die sind viel zu angepaßt!« rief ich mißvergnügt am letzten Freitagabend vor der Tübinger Hauptpost meinem Freund Didi zu. (Zuvor hatten wir in der Parkgaststätte gesessen, und Didi war seinem mit Betriebskollegen abgelegten Schwur »Keinen Alk in der Fastenzeit!« untreu geworden - er hatte dieses als Bier getarnte übelschmeckende Spülwasser namens »alkoholfreies Bier« einfach nicht mehr ertragen, die Bedienung durfte ein halbes Glas dieser Getränke-Mißgeburt sogar wegkippen).

Alle haben eine Plakette - ich habe keine. Beim letzten Regelservice im Frühherbst war das alles noch ferne Zukunft, bis zum nächsten Regelservice ist's noch lange hin, und wegen so'ner dämlichen Plakette extra in die Werkstatt zu eiern ist mir echt zu doof. Da park ich lieber außerhalb der Umweltzone (geht entgegen erstem Eindruck doch nahe dem Stadtzentrum), oder ich laß es einfach darauf ankommen.

Die Polizei scheint allerdings ihre Aktivitäten zu verstärken - oder kommt mir das nur so vor? Kontrollen überall - war ich vorher in 20 Jahren gerade ein einziges Mal in eine Alkoholkontrolle gekommen, so erwischte es mich in den letzten drei Wochen gleich zwei Mal - und beide Male rutschte ich gerade so eben mal durch ... Das törnt ab, und man fragt sich natürlich, ob man überhaupt noch zum feuchtfröhlichen Literatenstammtisch »Unser Huhn« gehen soll ... Soll man da etwa mißmutig vor einem Glas gelblichen Spülwassers sitzen, nur weil man noch Auto fahren muß? Schöne Aussichten ...

Und wo bleibt das Positive? Hier:

Immerhin kam heute der Andruck des Romans »FamilienWerte« aus der Druckerei. Nach Korrektur von einigen wenigen Fehlern kann's richtig losgehen mit dem Druck - Erscheinungstermin 1. April. - Und schon geht's im Schweinsgalopp weiter zu den nächsten Neuerscheinungen ... Hier im Haus ist alles im Umbruch, neue Regale für noch mehr Bücher werden kommen (und als Ersatz für die altersschwachen alten), meine Form auf dem Laufband ist miserabel, mein Gewicht 10 Kilo höher als vor einem Jahr - Mist, ich wollte doch beim Positiven bleiben ... Also gut: Einen Kasten tschechisches Doppelbock hab ich gekauft - wie sagte doch der damalige Wirtschaftsminister Müller um 1999 im FAZ-Fragebogen auf die Frage nach dem größten Unglück?: »Wenn kein Bier mehr im Hause ist!« Genau - jetzt kann ich wieder zu Hause meinen Schlummertrunk genießen, ohne in Kneipen und Kontrollen zu geraten ...

Frühlingshafte Grüße euch allen!

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